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Tina Naumoska

Wer bei uns in den Pflegezentren der Stadt Zürich arbeitet, hat eine verantwortungsvolle Aufgabe. Unsere Mitarbeitenden begleiten pflegebedürftige Menschen beim Eintritt und während ihres Aufenthalts. Sie sorgen dafür, dass sich Bewohnerinnen und Bewohner gut einleben, neu anfangen und sich bei uns wohlfühlen.

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«Manchmal ist es Detektivarbeit»

Tina Naumoska, Ärztin im Pflegezentrum Riesbach

«Als ich nach meiner Babypause vom Pflegezentrum Mattenhof ins Riesbach wechselte, war ich ein bisschen nervös. Obwohl beide Betriebe zu den Pflegezentren gehören, ist der Riesbach anders: viel kleiner und ausschliesslich auf Menschen mit Demenz ausgerichtet. Ich bin nun gut angekommen und arbeite sehr gerne und eng mit dem Team hier zusammen. Gerade für die Arbeit mit Demenzbetroffenen ist das wichtig. Man muss sich gegenseitig informieren und miteinander dasselbe Ziel verfolgen – die Bewohnerinnen und Bewohner gut zu begleiten. 

Für mich ist die Arbeit mit Demenzbetroffenen faszinierend. Es braucht Offenheit und Flexibilität, damit ich ihre momentane Verfassung gut wahrnehme. Denn oft können Menschen mit Demenz sich nicht mehr verbal mitteilen. Je besser ich sie kennenlerne, je mehr ich über sie und ihre Lebensgeschichte weiss und je flexibler ich auf ihre Tagesform eingehe, umso besser kann ich sie begleiten, sie mit ihren verschiedenen Krankheitsbildern betreuen. Die Diagnosestellung kann da zu einer richtigen Detektivarbeit werden. 

Ganz wichtig ist der Kontakt zu den Angehörigen. Sie wissen um die früheren Lebensumstände, um Vorlieben und Wünsche ihrer Nächsten. Mir ist es ein Anliegen, dass sie ihre Mutter, den Partner oder Bekannten mit gutem Gewissen bei uns lassen und uns vertrauen. Darum ist eine gute Gesprächs- und Informationskultur unabdingbar. 

Unsere Bewohnerinnen und Bewohner können uns immer wieder verblüffen mit ihren Äusserungen, ob verbal oder nonverbal. So sagte mir letzthin eine Bewohnerin, die unbedingt nachhause gehen wollte: ‹Hören Sie, Sie sind doch eine tolle Frau. Jetzt lassen Sie mich gehen.› Ich konnte sie im Gespräch von ihrem Wunsch ablenken, freute mich aber insgeheim über ihre beharrliche Initiative. 

Wenn ich abends nachhause gehe und im Tram Musik höre – im Moment mag ich Musiker mit französischen Wurzeln wie Hindi Zahra, Jehro oder Zaz besonders – dann habe ich einen erfüllten intensiven Arbeitstag hinter mir. Und freue mich auf die Zeit mit meiner Familie.»

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