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36 Jahre im Einsatz für die Stadt

21. Juli 2017

Erwin Carigiet war 36 Jahre in verantwortungsvollen Positionen für die Stadt Zürich tätig, abschliessend fast 10 Jahre als Direktor des Stadtspitals Triemli. Diese Funktion nahm er wahr in einer Zeit des Umbruchs und hoher Dynamik im Spitalwesen.

In seine Zeit fielen die Neuordnung der Spitalplanung und -finanzierung, die reibungslose und pünktliche Inbetriebnahme des neuen Bettenhauses Triemli sowie der Beginn der erfolgreichen Kooperation mit dem USZ in der Herzchirurgie. In seiner Zeit wurde ebenfalls der Grundstein für die gemeinsame Spitälerstrategie mit dem Stadtspital Waid gelegt. Deren Konkretisierung wird mit den entsprechenden politischen Entscheiden einen Zeitraum von rund vier Jahren einnehmen.

Mit heute 62 Jahren und in Berücksichtigung seiner persönlichen Ziele für den nächsten Lebensabschnitt erachtet Erwin Carigiet den Zeitpunkt für seinen Rücktritt als geeignet, damit in den kommenden Jahren neue Kräfte die folgenden Schritte in der Umsetzung der Spitälerstrategie in Angriff nehmen können.

In unserer über siebenjährigen Zusammenarbeit habe ich an Erwin Carigiet sein umfassendes Wissen und seine analytischen Fähigkeiten besonders geschätzt, aber auch seine hohe Belastbarkeit in besonderen Situationen sowie sein konsequentes Einstehen für soziale Werte im Dienste des öffentlichen Gesundheitswesens. Ich danke ihm für den ausserordentlichen Einsatz im Dienste unserer Stadt und des Stadtspitals Triemli.

Kleine Helferlein

14. Juni 2017

Am vergangenen Montag fand unsere beliebte Veranstaltung «Wohlbefinden im Alter» im Volkshaus statt. Viermal im Jahr gibt es hier an einem Nachmittag allerhand interessantes und wissenswertes rund um eben – das Wohlbefinden im Alter. Dieses Mal hatten wir im Foyer die Rheumaliga Zürich zu Gast. Im Gepäck hatten sie zahlreiche kleine Helferlein. Da gab es vom Schraubdeckelöffner über Griffverdickungen bis zum kraftsparenden Brotmesser so ziemlich alles, was einem den Alltag erleichtern kann. Wenn es zwickt und zwackt oder klemmt und knackst in den Gelenken – das muss nicht nur vom Alter kommen, ich kenne das ja noch von meinem Velounfall – kann schon die profanste Verrichtung zum unbequemen Abenteuer werden. Gut gibt es schlaue Köpfe, die sich für viele dieser Probleme einfache und praktische Lösungen ausgedacht haben. Ich sage nur: Rückenschrubber. Auch für Kerngesunde ein geniales Ding. Aber wenn man älter wird, kann es sein, dass irgendwann auch einmal der Punkt kommt, wo eine Verlängerung, ein Hebel oder eine Antirutschmatte nicht mehr ausreichen. Dann gibt es in der Stadt Zürich ganz verschiedene Möglichkeiten. Welche für Sie die richtige ist? Bei dieser Frage hilft, wenn es soweit ist, die Beratungsstelle Wohnen im Alter in meinem Departement. Es muss aber nicht immer ein Umzug sein. Mit Unterstützung der Spitex ist sehr vieles auch in Ihren gewohnten vier Wänden möglich. Und es wird auch heute schon vielerorts möglich gemacht. Ganze 1.1 Millionen Mal im Jahr klingelt es irgendwo in der Stadt Zürich an der Tür und die Spitex kommt vorbei um bei der Körperpflege, im Haushalt, beim Einkaufen, oder auch bei medizinischen Problemen wie Verbandwechseln oder Injektionen zur Hand zu gehen.

Und was dann passierte, das wirst du nicht glauben…!

17. März 2017

Kennen Sie urbane Legenden? Das sind Geschichten, die mit den Worten beginnen: „Du, kürzlich erzählte mir eine Kollegin von ihrem Freund, das wirst du nicht glauben, was der erlebt hat…“ Interessanterweise hat fast jeder diesen einen Freund und diese Geschichte wird dann herumgereicht und nach einigen Jahren treffen wir sie bei einem anderen Gespräch mit jemand komplett anderem plötzlich wieder. Immer noch ist es ein anonymer Freund von einer Bekannten und die Geschichte ist im Prinzip noch immer die gleiche, bloss dass sie um einige schockierende Fakten reicher geworden ist. Nicht wenige dieser Geschichten spielen sich in Krankenhäusern ab, wo dann die eine oder andere abenteuerliche Krankheit mit ihren zunächst scheinbar harmlosen Symptomen komplett falsch gedeutet wurde. Und wissen Sie was? Die allermeisten dieser Geschichten sind schlichtweg nicht wahr.

Aber was in Spitälern sehr wohl nicht nur Realität sondern Alltag ist, sind Symptome, die eben nur ein Hinweis sind, auf die zugrundeliegende Ursache. Und die Suche danach ist eine Aufgabe für ein Team. Und zwar für ein interdisziplinäres. Unsere Stadtspitäler vereinen heute schon eine Vielzahl von qualifizierten Fachleuten. Und wenn die alle eng miteinander vernetzt arbeiten, dann sind tatsächlich Wunder möglich. Und genau deshalb setzten die Eckwerte unserer Spitälerstrategie der Stadt Zürich auf Vernetzung der beiden Häuser Triemli und Waid. Auf ein Stadtspital an zwei Standorten. So entsteht wertvolle Zusammenarbeit. So entsteht Kooperation und so entsteht eine Arbeitskultur, die auf Dialog setzt, die proaktiv aus Fehlern lernt und die zusammen stark ist. Das ist nicht nur bei der Diagnose von abenteuerlichen Krankheiten notwendig. So entsteht auch Sicherheit. Sicherheit, dass Sie als Patientin oder Patient an beiden Standorten jederzeit darauf zählen dürfen, dass ein Team von kompetenten Fachleuten Sie als Menschen behandelt und nicht nur als ein Organ oder gar als eine Krankheit.

Die Strassenkarte und die Roadmap

2. März 2017

Das englische Wort Roadmap ist ein sogenannter falscher Freund. Ein Wort, das sich auf den ersten Blick leicht übersetzen lässt, aber wenn man das tut, landet man unter Umständen auf dem Holzweg. Was bei einer Roadmap, die eben nicht bloss eine Strassenkarte ist, ja noch einigermassen witzig ist. Denn eine Roadmap ist eben auch ein Fahrplan, der Wege aufzeigt, wie man ein abstraktes Ziel erreichen kann. Nicht nur, wie man den Weg in die Bündner Berge findet. 

Die Roadmap 2000-Watt-Gesellschaft tut genau das. Sie zeigt uns Wege auf, wie wir das Ziel erreichen können, das die Stimmberechtigten in Zürich 2008 mit 76,4% Zustimmung in der Gemeindeverfassung verankert haben: bis 2020 mit 4000 Watt Leistung und 4 Tonnen CO2-Ausstoss pro Person und Jahr auszukommen. Und bis 2050 dann mit 2500 Watt, beziehungsweise 1 Tonne. In diesem Zusammenhang haben wir schon viel erreicht. Seit 1990 konnte der Verbrauch an Primärenergie um 1000 Watt auf aktuell 4200 Watt Dauerleistung pro Person gesenkt werden. Bei den Treibhausgasemissionen gelang eine Reduktion um 1,5 Tonnen auf rund 4,7 Tonnen pro Person und Jahr. Das Ziel ist anspruchsvoll aber es ist erreichbar. 

Damit wir es erreichen, dazu braucht es noch mehr Energie von uns und es braucht Motivation von allen zum Mitmachen. Es braucht Politikerinnen und Politiker – nicht nur bei uns in der Stadt – sondern auch beim Kanton und beim Bund, die sich mit uns zusammen für eine nachhaltige Lebensweise einsetzen. Aber jede und jeder von Ihnen kann uns ebenfalls unterstützen. Das kann eine etwas grössere Einsparung sein, wie zum Beispiel Ferien in den Bündner Bergen, die direkt vor unserer Haustür liegen und viel zu bieten haben. Im Sommer und im Winter. Oder es kann eine ganz einfache Einsparung sein, wie zum Beispiel die Bohrmaschine oder das Kärchergerät, das man sowieso nur ein- bis zweimal im Jahr benützt, auszuleihen anstatt es sich selbst zu kaufen. Das spart neben Geld auch noch Transportwege und graue Energie. Hilfreich dabei sind Tauschplattformen wie etwa das in Zürich gegründete Startup Sharely. Oder noch besser: Einfach mal nebenan klingeln! Denn das ist ja das Schöne an Zürich. Auch wenn wir die grösste Stadt der Schweiz sind, so haben wir uns doch aktive nachbarschaftliche Beziehungen erhalten. Bei Ihnen im Quartier eher nicht? Dann empfehle ich einfach trotzdem mal zu klingeln und Grüezi zu sagen. Man weiss nie, wann man mal froh ist, zu wissen, wen man nach einer Bohrmaschine fragen kann oder nach einer Strassenkarte.

Die Roadmap selbst findet man hier als e-Paper. Zum Wandern allerdings empfehle ich www.swisstopo.ch

13 000 Südstarts geradeaus sind zu viel

28. September 2016

Das schon im Vorfeld heiss diskutierte angepasste SIL Objektblatt Flughafen Zürich ist erschienen. Die gute Nachricht vorweg. Der Bund sieht darin keine Südstarts geradeaus über Mittag vor. Ich freue mich über diesen Entscheid. Die Südstarts geradeaus über Mittag hätten eine grosse Kapazitätserweiterung bedeutet und zusätzlicher Lärm über dichtest besiedeltem Gebiet, das ohnehin schon mehr als einen Viertel der Fluglärmbelastung trägt. Es scheint, dass sich der Einsatz der Stadt Zürich zusammen mit der Allianz Ballungsraum Flughafen Süd gelohnt und in Bern etwas bewirkt hat. Doch die Arbeit der Allianz ist noch längst nicht getan. Verschiedene Punkte werden noch zu reden geben und stossen auch mir auf den ersten Blick sauer auf. Das BAZL rechnet in seinen Prognosen mit rund 13 000 Südstarts geradeaus als Ausnahme bei Bise oder Nebel. 13 000 sind keine Ausnahme! Das sind 7 Prozent aller Starts. Südstarts geradeaus sind lärmtechnisch die schlechteste aller Varianten und dürfen nicht durch die Hintertür eingeführt werden. Zudem stört mich, dass 30 Prozent der Südstarts geradeaus bei Bise und Nebel als «Südstarts mit Rechtskurve» geflogen werden sollen. Also direkt über Oerlikon, Seebach und Affoltern. Diese Überflüge in geringer Höhe belasten allein in der Stadt Zürich rund 100 000 Menschen zusätzlich mit Lärm. Das entspricht nicht unserem Grundsatz, dass möglichst wenige Menschen und diese mit möglichst wenig Fluglärm belastet werden sollen. Es gibt also noch viel zu tun. Nun gilt es den Entwurf des SIL Objektblatt genauestens zu prüfen. Ich werde mich zusammen mit Allianz Ballungsraum Flughafen Süd weiterhin für die Menschen im direkten Süden des Flughafens einsetzen. Wir bleiben dran!

«Raumschiff Enterprise»

9. März 2016

«Raumschiff Enterprise». So beschreibt der Tages Anzeiger online das neue Bettenhaus des Stadtspitals Triemli. Ich gebe zu, dieser Vergleich ist mir bis jetzt beim Anblick des neuen Gebäudes mit seiner gläsernen Fassade noch nie in den Sinn gekommen. Aber der Tages Anzeiger hat nicht ganz unrecht. Das neue Bettenhaus ist wirklich futuristisch oder besser gesagt zukunftsweisend, und zwar Innen wie Aussen. Es ist das modernste Bettenhaus der Schweiz und viele Innovationen, Technik und Knowhow stecken drin. So wurden zur Entwicklung und Optimierung Musterzimmer gebaut. Fachleute aus dem Triemli, die im Bettenhaus arbeiten werden und weitere Expertinnen und Experten habe diese auf Herz und Nieren geprüft. Es wurde optimiert und weiterentwickelt bis alles passte, von den Arbeitsabläufen über die Einrichtung bis zu den Materialien. Alles konsequent auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten und der Mitarbeitenden ausgerichtet. Das gesamte Gebäude wurde von Anfang an so konzipiert, dass es in den Arbeitsabläufen keine doppelten Wege für die Mitarbeitenden gibt. Das kommt sowohl den Patientinnen und den Patienten zugute, denn sowohl die Pflegenden als auch die Ärztinnen und Ärzte kommen künftig zur Patientin und zum Patient – nicht umgekehrt. Es kommt aber auch der Effizienz und damit der Stadtkasse zugute. Zudem ist das neue Bettenhaus anpassungsfähig und wird sich auch an den Bedarf von morgen anpassen lassen. Doch das Wichtigste ist, dass Patientinnen und Patienten, die meist mit Sorgen und Ängsten ins Triemli kommen, hier optimale Bedingungen und fachgerechte Pflege finden.

Sie sehen in den Betten des Bettenhauses wird die Zukunft nicht verschlafen – im Gegenteil: wir sind bestrebt, das Spital laufend anzupassen und zu optimieren. Einzig «beamen», so wie der Chefingenieur Scotty im «echten» Raumschiff Enterprise im Kino wird das neue Bettenhaus wohl nie können. Schade, das fände ich im Alltag manchmal ziemlich praktisch.

Totschweigen

9. Oktober 2015

Am 10. Oktober 2015 ist der «World Hospice & Palliative Care Day». Ein Tag der Anlass geben soll, über ein Thema zu reden, dass wir sonst buchstäblich totschweigen – das Sterben. Sterben gehört zum Leben, darüber sprechen will aber niemand so wirklich. Wir reden über Trauer, Verlust oder Abschied nehmen. Aber das, was zuvor geschieht, das verdrängen wir. Dabei kann übers Sterben und die letzte Lebensphase reden auch Klarheit bringen und den Abschied erleichtern – für einen selber aber auch für das soziale Umfeld. Wenn wir und unsere Angehörigen wissen, was wir uns für unser Lebensende wünschen, können wir die letzte Phase gestalten und notwendige Massnahmen treffen. Doch solche Gespräche zu führen, fällt niemandem leicht, darum versucht der Verein palliativ zh+sh mit eindrücklichen Spots die Gesprächs-Barrieren zu durchbrechen. Die Spots richten sich nicht nur an alte Menschen, denn auch jüngere Menschen oder Kinder benötigen Palliativpflege.

Es beruhigt mich, zu wissen, dass wir in Zürich über eine gute Palliative Care Versorgung verfügen und die Menschen Zugang zu entsprechenden Angeboten haben. Sei es zu Hause, im Pflegezentrum, im Alterszentrum oder im Spital. In den städtischen Institutionen ist Palliative Care schon seit über zehn Jahren fester Bestandteil der Pflege und Betreuung. Immer stehen dabei der Mensch und seine Bedürfnisse im Zentrum. Immer geht es darum eine bestmögliche Lebensqualität bis zum Tod zu erhalten und Leiden zu lindern. Wie umfassend das Engagement der Stadt Zürich in diesem Bereich ist, zeigt auch unsere Beantwortung der schriftlichen Anfrage aus dem Gemeinderat betreffend «Nationale Strategie Palliative Care». Doch oft sind die bestehenden Angebote noch zu wenig bekannt. Was dazu führt, dass Palliative Care Leistungen im Krankheitsverlauf zu spät beansprucht und noch zu selten vorausschauend geplant werden. Wenn Sie sich nun nach dem Lesen dieser Zeilen Gedanken zum Sterben machen? Dann sprechen sie darüber, mit Angehörigen, Freunden und Fachpersonen.

Übers Sterben reden

World Palliative Care Day am 10. Oktober 2015: Wie Sterben? Wünsche in Worte kleiden. Den letzten Lebensabschnitt besprechen. palliative zh+sh, http://www.pallnetz.ch

Im Sommer schnieselt’s nicht

3. Juni 2015

Wissen Sie, was schnieseln heisst? Richtig. Das ist, wenn es ganz leicht schneit. So wie nieseln. Aber mit Schnee. Diese kreative Wortschöpfung stammt aus dem Büchlein „Wörter, die es vermutlich nie in den Duden schaffen werden“, das ich letzten Samstag von den Logopädinnen und Logopäden des DLV geschenkt bekommen habe. Ich durfte an der Delegiertenversammlung des DLV ein Grusswort halten und dabei habe ich neben vielen sehr engagierten Fachpersonen auch weitere neue Worte kennengelernt. Worte, die sehr wohl im Duden stehen. Dysphagie zum Beispiel. Substantiv, feminin. Worttrennung: Dys|pha|gie. Bedeutung: durch verschiedene Ursachen hervorgerufene Schluckstörung (mit oder ohne Schmerzen).

Dysphagie ist ein häufiges Problem im hohen Alter. Zum Beispiel im Zusammenhang mit Demenz. Deshalb arbeiten in den Alterszentren und Pflegezentren der Stadt Zürich mehrere Logopädinnen und Logopäden. Logopädinnen und Logopäden helfen nicht nur Schulkindern mit Sprachentwicklungsproblemen. Sie behandeln immer öfter auch alte Menschen. 

Auch in unseren beiden Stadtspitälern Triemli und Waid arbeiten Logopädinnen und Logopäden. Hier behandeln sie vor allem Schlaganfallpatientinnen und –patienten. Sie sind Teil der interdisziplinären Teams der Stroke Unit und helfen mit, dass Patientinnen und Patienten möglichst schnell ihre Kommunikationsfähigkeit wiedererlangen. Denn die Fähigkeit sich mitzuteilen ist im Zweifelsfall sogar noch wichtiger, als dass man das Spital auf den eigenen Beinen verlässt. 

Logopädinnen und Logopäden sind ein weiterer Baustein in unserer Gesundheitsversorgungskette, die in der Stadt Zürich dafür sorgt, dass jede und jeder im Krankheitsfall die Hilfe und Unterstützung kriegt, die er oder sie braucht. Unabhängig davon, wie dick das Portemonnaie ist. Zum Glück gibt es so engagierte Fachleute im Gesundheitsbereich wie die Logopädinnen und Logopäden des DLV und zum Glück schnieselt’s nicht im Sommer.

Tritt ein – bring Glück herein

20. April 2015

Blauer Himmel über Platzspitz

Kaminfeger sind Glücksbringer. Das kommt daher, dass sie früher mit der Entfernung der Russschicht aus dem Kamin die Gefahr des gefürchteten Kaminbrands gebannt haben. Heute weiss man, dass mit einem sauberen Kamin auch die Effizienz steigt. Oder in Bezug auf moderne Heizsysteme besser mit einem sauberen Kessel. Denn der Russ hat isolierende Wirkung und daher muss man in einem verrussten Kessel umso mehr feuern. Grund genug also, regelmässig für einen sauberen Kessel und Kamin zu sorgen, sollte man einen solchen haben. Heizsysteme mit Luftwärmepumpen kommen sogar ganz ohne aus. 

Für die Stadtluft gibt es trotz allem Fortschritt auch heute noch keinen „himmlischen Kaminfegerdienst“, der einmal im Jahr zum Reinemachen kommen könnte. Deshalb muss man an allen möglichen Quellen ansetzen und dafür sorgen, dass der Russ am besten gar nicht erst in die Luft kommt. Ein komplexes Unterfangen, denn Quellen gibt es viele. Neben schlecht laufenden Feuerungen sind dies der motorisierte Strassenverkehr und offene Feuer, insbesondere wenn feuchtes Grüngut oder verbotenerweise sogar Abfall verbrannt wird. 

Umso mehr freut es mich zu sehen, dass wir unseren Job in der Stadt Zürich offenbar recht gut machen. Die Dienstabteilung Umwelt- und Gesundheitsschutz in meinem Departement ist zuständig dafür, dass die Luftreinhalteverordnung eingehalten wird und auch immer wieder neue Wege gefunden werden, um noch weiter zu kommen. Vor Kopenhagen, Wien und Stockholm belegt Zürich den ersten Platz im europäischen Städtevergleich 2015 zur Luftreinhaltung. Bewertet wurden 23 europäische Städte in neun Kategorien. Leider erreichte keine einzige Stadt die Bewertung «sehr gut». Das heisst: Zürich ist weit. Aber rein ist die Luft auch bei uns noch nicht.

Ein Herz für zwei

24.März 2015

Es war Winter und es schneite, als ich vor mehreren Jahren zusammen mit Regierungsrat Heiniger vor den Medien stand. Wir haben die Absicht von Stadt und Kanton erläutert, den Medizinstandort Zürich zu stärken und zwar mittels einer Kooperation in der Herzchirurgie.

Seither hat sich hinter den Kulissen viel bewegt und es wurden viele Gespräche geführt. Gestern dann war ein besonderer Tag in meiner Arbeit als Stadträtin: Ich durfte bei einer Medienkonferenz bekanntgeben, dass das, woran ich immer geglaubt hatte, was aber manche Klippe umschiffen musste, nun auch Realität wird: Die Allianz Herzchirurgie Zürich. Sie verbindet die Klinik für Herz- und Gefässchirurgie am UniversitätsSpital Zürich und die Klinik für Herzchirurgie am Stadtspital Triemli.

Operationen am offenen Herzen sind für uns Nichtmedizinerinnen so ziemlich etwas vom Spektakulärsten, was wir uns vorstellen können. Tatsächlich ist es aber natürlich so, dass es eine Vielzahl an anderen Behandlungen gibt, die genauso komplex und anspruchsvoll sind.

Trotzdem: Das Herz und die Herzchirurgie haben ein ganz besonderes Prestige. Und für mich persönlich ist es auch ein bisschen eine Herzensangelegenheit. Es erfüllt mich mit Freude, dass wir diesen Frühling – nach dem Start des Universitären Geriatrie-Verbunds Zürich – eine weitere strategische Kooperation zwischen einem Stadtspital und dem UniSpital starten dürfen.

Es ist ein wichtiger Schritt für den Medizinstandort Zürich. Ein Schritt von nationaler Bedeutung und darüber hinaus. Am Montag erst erzählte mir der Chef der Berliner Charité, dass sie in Deutschland mit sehr viel Interesse verfolgen, was bei uns in der Schweiz läuft. Das kann Österreich – auch deutschsprachig und so in etwa gleich gross – von sich nicht behaupten.

Das Stadtspital Triemli hat viel zu bieten: Ein moderner Behandlungstrakt, bald eröffnet das neue grosse Bettenhaus, eine hochkarätige Kardiologie; Zusammen mit dem UniSpital ist diese strategische Kooperation der grösste öffentliche Herzchirurgieverbund der Schweiz und stärkt den Medizinstandort Zürich nachhaltig. So garantieren wir eine qualitativ hochstehende und effiziente Behandlung für Herzpatientinnen und Herzpatienten. Und zwar für alle statt für wenige.

Unbezahlbar

9. Dezember 2014

Nein, das wird kein Text über das Budget 2015. Das Thema ist ganz ein anderes: Die Stadt Zürich arbeitet bereits seit einiger Zeit eng mit Mobility zusammen. Wo immer möglich werden keine eigenen Dienstfahrzeuge angeschafft. Unsere Mitarbeitenden absolvieren ihre Dienstfahrten immer öfter mit den knallroten Flitzern. Seit diesem Jahr können nun auch die Mitarbeitenden der Stadt Zürich zu vergünstigten Konditionen ein Mobility-Abo für ihre privaten Fahrten abschliessen.

Nun ist es so, dass im GUD neben unseren Mitarbeitenden auch 1‘190 Freiwillige in den Stadtspitälern Waid und Triemli, den Alters- und Pflegezentren der Stadt Zürich sowie der Stiftung Alterswohnungen insgesamt 86‘377 Stunden wertvolle Arbeit leisten. Sie bringen Freude und Abwechslung in den Alltag der Bewohnenden und der Patientinnen und Patienten und schenken anderen Menschen ihre Zeit und ihre Aufmerksamkeit. Sei dies beim gemeinsamen Spaziergang, beim Vorlesen, beim Jassen, bei der Organisation von Festen und vielem mehr. Es sind Tätigkeiten, die nicht überlebenswichtig sind und für die dem Personal manchmal die Zeit fehlt, die aber so viel Freude bereiten und den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Geteilte Freude ist bekanntlich doppelte Freude. Umso mehr freut es mich, dass ich diesen Menschen, die wirklich einen unbezahlbaren Dienst leisten, just vor Weihnachten eine kleine Freude machen darf. Denn unsere Freiwilligen können nun zu denselben Konditionen wie unsere Mitarbeitenden ein verbilligtes Mobility-Abo lösen. Und dann pünktlich am 24.12. «im roten Schlitten» Geschenkli zu ihren Liebsten bringen.

Und falls Sie sich nun vielleicht auch überlegen, wie Sie sich engagieren könnten – ob mit oder ohne Schlitten – zögern Sie nicht mit uns Kontakt aufzunehmen:
http://www.stadt-zuerich.ch/gud/de/index/das_departement/freiwillige_mitarbeit.html

Bewährt und notwendig

6. November 2014

Gewiss. Es gibt Projekte und Angebote, die mir lieber sind und für die ich freudiger einstehe.
Für dieses, für die ZAB (Zürcher Ausnüchterungs- Beratungsstelle) stehe ich aus Vernunft ein.
Nur 5 Tage nach meiner Wahl zur Stadträtin im Jahr 2010 hat das Pilotprojekt Zentrale Ausnüchterungsstelle (ZAS) gestartet. Bereits als Gemeinderätin habe ich die Schaffung der ZAS unterstützt und übernahm dann als Stadträtin federführend die Verantwortung dafür. Zusammen mit dem Polizeivorsteher beantragte ich vor drei Jahren dem Gemeinderat die Verlängerung des Pilotprojekts. Denn ich bin überzeugt, dass wir mit der ZAS eine sinnvolle, pragmatische und notwendige Lösung geschaffen haben, die für Polizei, Rettungsdienste und Pflegepersonal eine Entlastung und für die berauschten Personen die notwendige medizinische Versorgung bringt.

Am 30. November 2014 werden die Zürcher Stimmberechtigten darüber entscheiden, ob die ZAS unter dem neuen Namen ZAB (Zürcher Ausnüchterungs- und Beratungsstelle) weiter geführt werden soll. Die Vorlage zur ZAB ist das Ergebnis langjähriger, intensiver Diskussionen mit allen Beteiligten, also ein gutschweizerischer Kompromiss. Wird die Vorlage abgelehnt, wird es wieder Jahre dauern bis wir am gleichen Punkt stehen wie heute. So oder so müssen wir die stark berauschten Personen, die sich selber oder andere gefährden, in einem medizinisch betreuten, geschützten Rahmen ausnüchtern lassen. Weder die normalen Polizeiwachen noch die Notfallaufnahmen der Spitäler sind dafür geeignet. In den Spitälern binden aggressive Berauschte Kräfte, die für kranke und verunfallte Patientinnen und Patienten dringend gebraucht werden.

Mit der ZAB haben wir einen Ort zur Verfügung, an dem eine Ausnüchterung in einer sicheren Umgebung und unter medizinischer Betreuung möglich ist. Ich sehe keinen Grund, wieso wir diesen bewährten Kompromiss, der allen mehr Sicherheit bringt, abschaffen sollen. Darum am 30. November 2014 «JA» zur ZAB!

Label «Qualität in Palliative Care» für Pflegezentren Mattenhof und Irchelpark Zürich

13. Mai 2014

Tod und Verlust werden in unserer Welt oft verdrängt, sind gar ein Tabu-Thema. Dabei ist nichts so sicher im Leben wie das Sterben. Dennoch tun wir uns schwer damit, uns mit dem Tod auseinanderzusetzen.
Im Gesundheitsbereich gehört die Betreuung von schwer kranken, sterbenden Menschen (Palliation) zu den alltäglichen Herausforderungen.

Die Palliation ist eine der schwierigsten Aufgaben in der Gesundheitsversorgung. Ich bewundere Pflegende, die sich mit Besonnenheit, Ruhe und Anteilnahme um Menschen kümmern, die am Lebensende stehen. Nicht nur der Körper braucht dann besondere Pflege, auch die Seele. Zur Palliativpflege gehören deshalb neben einer guten medizinischen und pflegerischen Versorgung auch Aspekte wie psychische, soziale und spirituelle Unterstützung, die Abschiedskultur und der Einbezug der Angehörigen. Mir ist es ein grosses Anliegen, dass die Menschen in der Stadt Zürich jederzeit Zugang zu Palliativpflege haben – sei es zu Hause, im Pflege- oder Alterszentrum und im Spital.

In den verschiedenen Institutionen der städtischen Gesundheitsversorgungskette ist die Palliativpflege deshalb schon seit über zehn Jahren fester Bestandteil der Pflege und Betreuung. Interne Standards und Konzepte wurden erarbeitet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden speziell geschult und setzten sich mit dem Thema in Weiterbildungen auseinander. Dabei stehen immer die Bedürfnisse und Lebenssituationen der Patientinnen und Patienten im Zentrum. (Wie umfassend das Engagement der Stadt Zürich im diesem Bereich ist, zeigt auch unsere Beantwortung der schriftlichen Anfrage aus dem Gemeinderat betreffend «Nationale Strategie Palliative Care»)

Diese hohen Standards und Bemühungen in der Palliation wurden nun auch von offizieller Seite anerkannt. Unsere beiden Pflegezentren Mattenhof und Irchelpark haben das Label «Qualität in Palliative Care» vom Schweizerischen Verein für Qualität in Palliative Care SQPC erhalten. Diese Bestätigung von unabhängiger und objektiver Stelle ehrt uns und freut mich persönlich sehr.

Ich möchte aber vor allem den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken, die täglich schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen in schwierigen Situationen begleiten. Kranken- und Altenpflege ist ein Beruf. Aber einer, den man nicht einfach an der Garderobe mit dem Kittel abgeben kann. Es braucht eine gehörige Portion Einfühlungsvermögen, Stärke und auch Geduld. Eine amerikanische Kinderkrankenschwester hat das in diesem Blog wunderschön zusammengefasst: http://thoughtcatalog.com/alexandra-scheinfeld/2014/05/5-things-nurses-want-you-to-know-but-cant-ever-tell-you/

86’377 Stunden gelebte Solidarität

8. April 2014

Meine Lieblingszahl in dieser Woche: 86'377. Während so vielen Stunden haben im letzten Jahr 1’190 Freiwillige den Menschen in den Stadtspitälern Waid und Triemli, den Alters- und Pflegezentren der Stadt Zürich sowie der Stiftung Alterswohnungen Freude und Abwechslung gebracht. Ich freue mich über so viel Solidarität und freiwilliges Engagement in Zürich. Gerne möchte ich all diesen Freiwilligen darum danke sagen und ihnen, die sonst so viel Freude und Zeit verschenken, selber eine kleine Freude bereiten. Alle Freiwilligen erhalten als kleines Dankeschön eine Tageskarte des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV). Damit sie bei einer Fahrt durch den Kanton Zürich den Frühlingsbeginn geniessen und mal sich etwas Gutes tun können. Ein kleines Zeichen aber es kommt von Herzen.

Die Einsatzmöglichkeiten für Freiwillige im Gesundheits- und Umweltdepartement (GUD) sind vielfältig. Sei dies beim gemeinsamen Spaziergang, beim Vorlesen, beim Jassen, bei der Organisation von Festen und vielem mehr. Es sind Tätigkeiten, die nicht überlebenswichtig sind und für die dem Personal manchmal die Zeit fehlt, die aber so viel Freude bereiten und den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Denn geteilte Freude ist bekanntlich doppelte Freude. Es ist nicht selbstverständlich, dass man sich neben den eigenen Verpflichtungen und Alltagssorgen auch noch um andere Menschen kümmert und diese in oft schwierigen Lebenslagen unterstützt. Es ist uns im GUD bewusst, wie wertvoll und bereichernd der Beitrag der Freiwilligen ist. Denn Freiwilligenarbeit ist eine wichtige Säule unserer Gesellschaft. Freiwillige schaffen Kontaktmöglichkeiten, fördern den generationenübergreifenden Dialog und helfen mit, dass Schwache weniger ausgegrenzt werden. Gerade im Sozialbereich und bei der Betreuung von Alten und Kranken tragen Freiwillige zur Lebensqualität dieser Menschen bei, indem sie ihnen Zeit und Aufmerksamkeit schenken.

Und falls Sie sich nun vielleicht auch überlegen, wie Sie sich engagieren könnten, zögern Sie nicht mit uns Kontakt aufzunehmen:
http://www.stadt-zuerich.ch/gud/de/index/das_departement/freiwillige_mitarbeit.html

Seltene Krankheiten sind gar nicht so selten, wenn man alle zusammenzählt

28. Februar 2014

Es ist schon recht lange her, dass ich das letzte Mal ernsthaft krank war. Ich ging zu meiner Hausärztin. Sie untersuchte mich, konnte mir sagen, was mir vermutlich fehlte und was dagegen helfen könnte. Nach einer kurzen Behandlung war dann auch bald alles wieder okay.

Aber was passiert, wenn meine Ärztin nicht weiss, was mir fehlt? Wenn sie ratlos ist und keine Erklärung für meine Symptome findet? Wenn ich eine Krankheit habe, die so selten ist, dass sie sie selbst noch nie gesehen hat? Vielleicht stand der Name meiner Krankheit mal in einer Fussnote in einem Lehrbuch meiner Ärztin. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht gibt es weltweit nur eine Handvoll Ärztinnen und Ärzte, die von meiner Krankheit überhaupt schon gehört haben. Weltweit sind über 6000 sogenannte seltene Krankheiten bekannt. Es gibt Krankheiten, die betreffen nur gerade eine Handvoll Patientinnen und Patienten, andere einige hunderttausend Menschen weltweit. Dann eine Ärztin oder einen Arzt zu finden, der weiss, wo das Problem liegt, ist äusserst schwierig. Wenn man die Betroffenen aller dieser zahlreichen seltenen Krankheiten zusammenzählt, so sind das Millionen von Betroffenen. Sie leiden an Krankheiten, die meist genetisch bedingt sind. Ihre Beschwerden sind fast immer chronisch und nicht selten lebensbedrohlich.

Am Stadtspital Triemli wird seit über 20 Jahren intensiv an der Diagnostik und der Behandlung von Porphyrie, einer dieser seltenen Krankheiten, geforscht. Die Symptome sind hauptsächlich unerklärliche heftige Bauchschmerzen oder durch Sonnenlicht ausgelöste Hauterkrankungen. Eine sogar noch seltenere und besonders schwere Form ist die erythropoietische Protoporphyrie (EPP). Betroffene ertragen nur wenige Minuten Sonnenlicht, bevor sie an allen ungeschützten Hautstellen extrem schmerzhafte Verbrennungen erleiden. Am Stadtspital Triemli wird schon seit längerem an einer neuen Therapie geforscht, welche die Symptome der Krankheit mildern würde. Dies im Rahmen eines Forschungsverbundes mit zwei Forschungsgruppen an der ETH Zürich und der Universität Bern. Diese Forschung wird nun mit direkten Forschungsgeldern des Bundes unterstützt: Fördergelder fürs Triemlispital.

Der 28. Februar ist der internationale Tag der seltenen Krankheiten. Dieses Jahr steht dieser Tag unter dem Titel „care“. Für viele seltene Krankheiten gibt es noch keine konkreten Forschungsansätze für eine verlässliche Diagnose oder gar eine Behandlung. Alles, was man dann tun kann, ist, sich, so gut es geht, um die Betroffenen zu kümmern. Das bedeutet Pflege, Milderung von Symptomen aber auch ein offenes Ohr und ein offenes Herz für die Betroffenen. Vernetzung und Kooperation von allen Betroffenen ist ein erster wichtiger Schritt. Denn wenn Forscherinnen und Forscher weltweit zusammen arbeiten, wenn wichtige Akteurinnen und Akteure sich vernetzen und wenn Betroffene spüren, dass sie nicht alleine sind, kann viel Leid gemildert oder vielleicht sogar auch verhindert werden.

Facebookseite der Patientenorganisation Eurordis: https://www.facebook.com/#!/rarediseaseday

1+1+1+1=10

31. Januar 2014

Wenn die Universität, das Universitätsspital, das Stadtspital Waid und die Pflegezentren in der Stadt Zürich sich zusammen tun, dann geht die Rechnung auf. Sowohl die Rechnung im Titel, als auch auf die Rechnung für eine hohe Qualität und Kosteneffizienz in der Geriatrie. Wenn diese vier alle am gleichen Strick ziehen, dann entsteht tatsächlich mehr als 1+1+1+1, dann entsteht die Bestnote 10 für gute Betreuung von Patientinnen und Patienten und Angebote, die sich geschickt ergänzen.


Am Freitag, 31. Januar wurde das «Geriatrienetz Zürich» gegründet. Es stärkt die geriatrische Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten, was angesichts des drohenden Fachkräftemangels in diesem Gebiet dringend nötig ist. Auch wenn wir in der Stadt Zürich in den kommenden Jahren eben gerade nicht von einem Anstieg der älteren Bevölkerungsschichten im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung betroffen sein werden; so bleibt dennoch die Tatsache, dass wir alle immer älter werden; und damit kommt der Geriatrie eine wichtige Schlüsselrolle im Gesundheitswesen zu.

Die Geriatrie gehört zu den Disziplinen mit dem umfassendsten Menschenverständnis: Der Mensch wird als Ganzes betrachtet. Ein Ganzes das eben auch mehr ist, als nur die mathematische Summe seiner Organe. Und gerade das macht für mich die Geriatrie so interessant und wichtig. Es freut mich immer wieder miterleben zu dürfen, dass die Ärztinnen und Ärzte in der Stadt Zürich ein grosses Herz für ihre Patientinnen und Patienten haben. Dass sie diese umfassend als Menschen wahrnehmen und ernst nehmen.

Das bereits bestehende Zentrum Alter und Mobilität (ZAM), leitet die grösste europäische Studie zum Thema «gesund älter werden» (DO-HEALTH-Studie). Das ZAM wird durch diesen Vertrag weitergeführt und mit Sitz am Stadtspital Waid unter der Leitung von Prof. Heike Bischoff-Ferrari ausgebaut. Zudem sieht die Vereinbarung vor, dass das Stadtspital Waid dem Universitätsspital Bettenkapazitäten zur Verfügung stellt. So können betagte Patientinnen und Patienten nach einer Operation im Universitätsspital in eine Umgebung verlegt werden, die ganz darauf ausgerichtet ist, alte Menschen mit häufig mehrfachen Erkrankungen weiter zu behandeln und zu pflegen. Diese enge Kooperation trägt zu einer bedarfsgerechten und zukunftsorientierten geriatrischen Versorgung in Stadt und Kanton Zürich bei. Alle vier Institutionen beteiligen sich künftig an der Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten

Damit liegt das «Geriatrienetz Zürich» ganz auf der Linie der Altersstrategie, mit der sich die Stadt Zürich zu einer Altersmedizin auf hohem Niveau verpflichtet. Das Geriatrienetz fügt sich nahtlos in die Gesundheitsversorgungskette der Stadt Zürich in der die verschiedenen Angebote aufeinander abgestimmt sind und sich ergänzen. Die Gesundheitsversorgungskette bietet eine gute medizinische Betreuung für alle – unabhängig von der Dicke des Portemonnaies. Wir hoffen, dass dies nicht das letzte medizinische Netzwerk am Gesundheitsstandort Zürich bleibt, damit auch in weiteren Bereichen künftig 1+1+1+1 wesentlich mehr als 4 gibt.

Ein High im Hochnebel?

20. Januar 2014

Mitten im winterlichen Dunst beschäftigten wir uns im GUD letzte Woche intensiv mit einem ganz anderen Hoch. Oder um noch ein letztes Wortspiel zu bemühen, blühte ein altbekanntes Thema wieder auf: Die Cannabis-Regulierung.

Nachdem im Dezember auch Genf öffentlich sein Interesse an einem Pilotprojekt bekundet hatte, kommt wieder etwas Bewegung in die Sache. Nach wie vor ist die Stadt Zürich daran interessiert, ein wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt zu starten. Das würde es uns ermöglichen,  Antworten zu finden, auf noch ungeklärte gesundheitliche, gesellschaftliche und juristische Fragen rund um die Cannabisregulierung. Städte sind ein idealer Durchführungsort für solche Pilotprojekte. Hier zeigen sich die Probleme deutlicher und der Raum ist klar eingrenzbar.

Die meisten Cannabiskonsumierenden pflegen einen moderaten Konsum, informieren sich und können die Risiken gut abschätzen. Diejenigen, die einen problematischen Umgang haben, sind aber durch eine Regulierung besser erreichbar. Der Cannabiskonsum führt nicht zwangsläufig zum Konsum weiterer Drogen. Entscheidend für die allgemeine Suchtgefährdung sind persönliche und soziale Faktoren. Auch die Reinheit der Cannabisprodukte könnte in einem Pilotversuch überwacht werden. Bei einem illegal gehandelten Produkt weiss man schliesslich nie, was sonst noch mit drin ist.

Man darf zwar nicht vergessen, dass Cannabis ein Rauschmittel ist. Aber eines, dessen Risiken durchaus mit denen von Alkohol und Tabak vergleichbar sind. Eine pragmatische Lösung drängt sich also auf. Dieser Schritt in die richtige Richtung wäre auch im Rahmen des Betäubungsmittelgesetzes bereits heute möglich. Es braucht dazu eine Ausnahmebewilligung des BAG, um die wir uns bemühen werden. Nicht zuletzt im Interesse einer wirksamen Prävention. Denn auch im Suchtbereich gilt der alte Grundsatz: Vorbeugen ist besser als heilen.

Medienberichte zum Thema:

Direktorin, Pilotin oder Stadträtin?

23. Dezember 2013

Neu heissen die Damen, die uns jeden Tag quer durch Zürich chauffieren nicht mehr Tramführerinnen sondern Trampilotinnen. Seit drei Jahren rekrutieren die VBZ ganz gezielt Frauen. Gemäss einem Artikel im Tagesanzeiger vom Freitag, 20. Dezember 2013 bewerben sich seither sehr viel mehr Frauen. Der Frauenanteil konnte von 16 auf 32 Prozent verdoppelt werden. Gemäss der VBZ sei die Qualität der eingehenden Dossiers von Frauen allgemein höher.

Im Pflegebereich sehen wir uns eher mit der gegenteiligen Herausforderung konfrontiert: Hier bewerben sich traditionell weniger Männer als Frauen. Männer müssen daher speziell angesprochen werden. Schaut man etwas höher nach oben in der Karriereleiter finden sich aber dann doch auf einmal wieder mehr Männer in Kaderpositionen. Auch im Pflegebereich. Nicht so bei den Stadtspitälern. Hier führen mit Elsi Meier im Triemli und Alexandra Heilbronner-Haas im Waid zwei kompetente Frauen das Zepter. Im gesamten Gesundheits- und Umweltdepartement legen wir bei der Rekrutierung grossen Wert auf Chancengleichheit.

Mehr und professionelle Frauen im öffentlichen Dienst und auch in Führungsfunktionen erfüllen nicht nur die Vorgaben der „Motion zur Definierung einer Zielvorgabe zur angemessenen Berücksichtigung der Vielfalt der Geschlechtsidentitäten in den Kaderpositionen der städtischen Verwaltung“. Sie sind auch ein wichtiges und sichtbares Vorbild für Mädchen und junge Frauen, die mit der Gewissheit aufwachsen, dass sie alles werden können, wovon sie träumen: Egal ob Direktorin, (Tram)Pilotin oder Stadträtin.

Kleine Wünsche erledigen wir sofort – nur Wunder dauern etwas länger

6. Dezember 2013

Mitte November hat mir Herr B. einen Brief geschrieben: Der Schuhwaschtrog beim WC an der Tramendstation Albisgütli funktioniere seit der Rennovation der WC-Anlage nicht mehr. Es brauchte nur ein Telefonat und zwei drei Emails meiner Assistentin und schon war klar: Sobald es wieder wärmer wird, wird der Schuhwaschtrog wieder in Betrieb genommen. Kein Problem.

Wenn sich nur alle unsere Anliegen so unbürokratisch und im Handumdrehen erledigen liessen. Manchmal braucht man aber halt einen etwas längeren Schnauf. Wie zum Beispiel für ein Alterszentrum in Zürich Nord oder für eine Lösung der Lärmprobleme des Flughafens. Aber Ausdauersport liegt mir und ich bleibe überall dran, wo es wichtig und nötig ist. Bei kleinen und bei grossen Dingen.

Diagnose Krebs

16. November 2013

Kann man als gesunder Mensch nachempfinden, wie Mann oder Frau sich fühlt, wenn die Diagnose «Krebs» nach einer Untersuchung ausgesprochen wird? Oder sind wir «Gesunden» zu gleichgültig, auch nur darüber nachzudenken? Krebs ist schliesslich bis zum Zeitpunkt X etwas, was anderen passiert. Am letzten Samstag haben sich rund 200 Gäste im Stadtspital Triemli einen ganzen Tag mit verschiedenen medizinischen Fragen rund um den Krebs vertieft auseinandergesetzt. Einige von ihnen wussten aus eigener bitterer Erfahrung, dass die Diagnose einem den Boden unter den Füssen wegzieht, dass sie alles infrage stellt, woran man bis zu diesem Moment geglaubt hat. Ich durfte mit Betroffenen sprechen. Sie haben ihre Hoffnung auf die medizinische, auf die onkologische Kompetenz der Ärztinnen und Ärzte im Triemli gesetzt – und sie wurden nicht enttäuscht. Sie haben im Triemli sogar «ein Stück Heimat» und einen «sicheren Ort» gefunden. Leider kann Heilung zu wenig oft versprochen werden, doch als Stadträtin der Stadt Zürich darf ich ein Versprechen abgeben: Wer von Krebs betroffen ist, kann auf das umfassende medizinische Know-how der Stadtspitäler zählen.

Alles ist Bewegung

6. November 2013

Welche Bilder gehen Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an Tanzen denken? Kaum jemand stellt sich elegante grauhaarige Herren vor, die mitten in der Stadt Zürich eine flotte Sohle auf das Trottoir legen. Oder doch? Beim Jubiläum des Tanztheaters Dritter Frühling war das Realität.
Alles ist Bewegung. Ein Herbstblatt löst sich vom Ast und tanzt durch die Luft. Das Herz pocht und hält unser Blut in stetem Fluss. Tanz ist Bewegung. Mit Tanz und Theater können wir neue Seiten an uns entdecken. Ängstliche dürfen für einmal verwegen sein und laute Menschen leise. Man darf alles ausprobieren.
Das Tanztheater Dritter Frühling ermöglicht solche Erfahrungen seit 15 Jahren. Ältere Frauen und Männer besuchen Theater- und Tanzworkshops und spielen bei Aufführungen mit. Wer beim Tanztheater Dritter Frühling mitmacht, bleibt beweglich. Die Jubiläumsfeier  war für mich eine tolle Erfahrung, wie interessiert und beweglich, wie vielseitig und mutig ältere Menschen sind. Alles ist Bewegung – und das ist definitiv keine Frage des Alters.

Lärm macht krank

29. August 2013

Zu viel Lärm ist unerträglich und macht krank. Doch Lärm ist nicht einfach da. Lärm wird gemacht. Zum Beispiel von Flugzeugen. Es muss das Ziel der Politik sein, so wenig Menschen wie möglich mit Fluglärm zu belasten. Da Südanflüge oder gar Südstarts deutlich am meisten Menschen betreffen, dürfen sie nicht sein!

Bereits heute leben rund 15 Prozent aller Personen, die von Fluglärm belästigt sind, in der dicht besiedelten Stadt Zürich. Daher kann ich nicht verstehen, dass der Bundesrat neuerdings auch Südstarts geradeaus erlauben will. Starts über die dicht besiedelte Stadt Zürich werde ich entschieden bekämpfen - sowohl aus Sicherheits- als auch aus Lärmgründen.

Gesundheitspolitik oder Gesundheitsmarkt?

7. Juli 2013

Eine Ökonomisierung des Gesundheitswesens findet statt – ob wir das wollen oder nicht. Umso wichtiger ist mir, dass wir unsere soziale Aufgabe gegenüber den Schwächsten der Gesellschaft wahrnehmen. Am Bildungskurs der SP zur Gesundheitspolitik diskutierte ich am Freitag mit rund 20 Teilnehmenden über Grundlagen, Trends und Visionen rund um das Gesundheitswesen. Kosten und Finanzierung standen dabei immer wieder im Zentrum: Wie ist die Spitalfinanzierung heute geregelt und wer bezahlt eigentlich welche Kosten im Pflegezentrum? Wo gibt es Handlungsmöglichkeiten und was kann die Stadt Zürich beeinflussen? Mit konkreten Beispielen konnte ich zeigen, dass die Gesundheitsversorgung in der Stadt Zürich gut funktioniert: Die alte Frau, die gestürzt ist und nach einem Spitalaufenthalt noch weitere Hilfe braucht, erhält je nach Situation Platz in der Übergangspflege der Pflegezentren oder Unterstützung zuhause durch die Spitex. Diese Angebote stehen allen offen, unabhängig von Portemonnaie und Versicherungsart. In der Diskussion zeigte sich, dass unsere Stadtzürcher Versorgungskette auf Leute von ausserhalb Eindruck macht. Zudem wurde gefordert, dass psychiatrische Erkrankungen und deren Behandlung stärker in den Fokus rücken müssen. Es gibt also noch zu tun in der Gesundheitspolitik. Denn wir brauchen auch in Zukunft eine Gesundheitsversorgung für alle statt für wenige.

Leben wie im Bienenstock

April 2013

Der Frühling ist für mich die schönste Zeit in einer Genossenschaft. Ganz besonders in der Hellmi, wo ich wohne. Die Hellmi ist eine Wogeno-Liegenschaft im Zürcher Kreis 4. Hier sitze ich auf meinem Balkon und geniesse die ersten warmen Sonnenstrahlen. Vom Laubengang und Treppenhaus her ist angeregtes Stimmengewirr zu hören. Nebenan werden die Balkonmöbel aus ihrem Winterschlaf geweckt. Man guckt in die Pflanzkübel und will wissen, welche Gewürze und Blumen dem langen Winter getrotzt haben. Und auch unsere Bienen sind wieder fleissig unterwegs und sammeln Nektar.
Ja, ich wohne tatsächlich in einer Stadtwohnung mit Stadthonig: Eine Genossenschafterin hält eigene Bienen, und ich geniesse ab und zu den Luxus von Hellmi-Honig.
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Gutes Leben, gutes Sterben

20. Dezember 2012

Was als gutes Sterben empfunden wird, ist so individuell und so vielfältig wie gutes Leben.

Was macht ein gutes Leben aus? Dazu können wir jede und jeden befragen. Alle führen wir schon länger oder weniger lang unser Leben. Das wir hoffentlich – zumindest phasenweise – als gut oder sogar sehr gut empfinden. Wir haben Bezugspunkte, haben Vorstellungen – ganz individuelle – zum Begriff eines guten Lebens.

Was macht gutes Sterben aus? Diejenigen, die ihren letzten Weg gegangen sind, können uns diese Frage nicht beantworten. Es sind wir Lebenden, möglicherweise Nahe- aber dennoch immer Aussenstehende, die das Sterben werten, es gar qualifizieren. „Ihm war das Sterben schwer.“ „Sie ist gut gestorben.“ Unsere Vorstellungen über ein gutes Sterben hängen davon ab, wie wir als Angehörige, als Freundinnen und Freunde das letzte Wegstück empfinden, das wir auf die eine oder andere Weise mitgehen dürfen oder müssen.

Diesen Sommer ist eine enge Freundin von mir nach langer Krankheit gestorben. Das war sehr schwer. Dennoch bin ich dankbar, dass ich dieses Wegstück mit ihr gehen durfte. Diese Erfahrung hat meine ganz persönliche Interpretation des „guten Sterbens“ geprägt. Ich habe erleben dürfen, dass meine Freundin sowohl im Spital wie auch zu Hause von kompetenten und warmherzigen Fachleuten betreut und umsorgt wurde. Es ist diesen Menschen gelungen, ihr Sterben so zu gestalten und zu begleiten, dass meine Freundin als die sterben konnte, die sie war. In einer Atmosphäre von Offenheit und Fürsorge hatte alles Wichtige Platz. Es gab Raum fürs Reden und Lachen. Es gab Raum fürs Schweigen und fürs Traurigsein. Auch wenn ich oft denke, wie schön es gewesen wäre, wenn meine Freundin wieder hätte gesund werden dürfen, so bin ich bei aller Traurigkeit doch froh, dass sie ein gutes Sterben hatte. Ob sie das wohl auch so empfunden hat?

Öko-Chic

12. Oktober 2012

Einmal mehr zeigt sich, wie gut Ökologie im Alltag Platz hat. Die Pflegezentren der Stadt Zürich leben es vor: Die neue Berufsbekleidung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat einen Bio-Baumwollanteil von 60 Prozent und einen Polyesteranteil von 40 Prozent, der aus PET-Recycling gewonnen wird. Die Berufskleider der PZZ sind nicht nur ökologisch, sie haben auch einen hohen Tragekomfort. Und nicht zuletzt garantieren die Hersteller, dass sie die Grundsätze des fairen Handels einhalten.

Wenn auch Sie sicher sein möchten, dass Ihre Kleider nicht nur ökologisch sind, sondern auch unter ethisch akzeptablen Arbeitsbedingungen hergestellt werden, informieren Sie sich unter www.cleanclothes.ch. Diese Seite der Erklärung von Bern bewertet zahlreiche Kleiderproduzenten und -Vertriebsketten.

Das Alter gehört auf die politische Agenda

14. Juni 2012

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Heute habe ich ein Versprechen eingelöst, das ich in meinen ersten hundert Tagen im Amt als Stadträtin gegeben habe: Wir haben eine Altersstrategie erarbeitet und im Stadtrat verabschiedet, die auch in Zukunft den vielstimmigen Bedürfnissen des Alters entspricht.

Denn das Alter gehört in seiner ganzen Vielfalt und Wichtigkeit auf die politische Agenda. Gerade auf Gemeindeebene stellen sich hierzu echte Fragen um Solidarität, Ehtik und Verantwortung. Denn in den Gemeinden gestalten wir den Lebensraum, erbringen die Pflege, stärken das Nachbarschaftsnetz – und nicht zuletzt finanzieren wir einen wesentlichen Teil der Angebote.

Ich bin überzeugt, dass der Stadtrat mit den zehn alterspolitischen Grundsätzen eine gute Grundlage für eine innovative Alterspolitik geschaffen hat. Neue Ideen habe ich auch bereits im Kopf: ein Lotsendienst, also eine Art Beratungsstelle in allen Lebensfragen für ältere Menschen und ein zukunftsweisendes Haus der Demenz.
Die ganze Strategie gibt es hier.
Ich freue mich über Ihr Interesse und Ihre Reaktionen.

Wir geben Gas für Tempo 30

31. Mai 2012

Stadträtin Claudia Nielsen beim Interview zu Tempo 30

Wenn fast 20 Medienschaffende an einer Pressekonferenz aufkreuzen, dann brennt das Thema wirklich unter den Nägeln. Zum Beispiel gestern, als ich präsentierte, wie der Stadtrat die Bevölkerung vor übermässigen Strassenlärm schützen will. Dafür möchten wir auf 39 Strassenabschnitten Tempo 30 einführen und damit die bestehenden Tempo-30-Zonen vergrössern. Denn wenn mit Tempo 30 statt mit 50 gefahren wird, reduziert sich die Lärmbelastung deutlich. Die erreichbare Abnahme der Lärmbelastung entspricht in etwa der Halbierung der Verkehrsmenge. Doch auch ein weiteres Argument überzeugt mich absolut von dieser Entschleunigung: Am stärksten profitieren die schwächsten VerkehrsteilnehmerInnen: die Fussgänger und Velofahrerinnen, Kinder und ältere Leute. Die Schwachen im Verkehr schützen - das ist für mich ein weiteres starkes Argument, das für Tempo 30 spricht.

Zimmer mit Aussicht im Triemli

16. Mai 2012

Auf dem Dach des neuen Bettenhauses
Stadträtin Claudia Nielsen, Stadtrat André Odermatt und Spitaldirektor Erwin Carigiet auf dem Dach des Rohbaus des neuen Bettenhauses.

Noch pfeift uns der Wind um die Ohren auf der Baustelle des neuen Bettenhauses vom  Stadtspital Triemli. Doch schon in wenigen Jahren haben die Patientinnen und Patienten hier helle, freundliche Zimmer mit angenehmem Raumklima und idealen Abläufen für die Medizin, die Pflege und die Hotellerie.

Auch im Gesundheitswesen bläst uns manchmal ein steifer Wind um die Ohren. Umso wichtiger sind innovative und durchdachte Lösungen, die das Wohl aller im Blick haben. Und die in einer sich verändernden Zukunft Bestand haben. Das Stadtspital Triemli ist gut gerüstet. Schon heute spielt es die Gesundheitsversorgung im Grossraum Zürich eine zentrale Rolle: Jährlich betreut das Spital über 42'000 Notfälle, fast 1800 Geburten und insgesamt über 110'000 Patientinnen und Patienten.

Auch in Zukunft wird das Triemli der tragende Pfeiler in der Gesundheitsversorgung der Region sein, hochstehende medizinische Leistungen und gute Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden bieten. Dafür bauen wir, und dafür entwickeln wir unser Spital weiter.

Umweltschutz mit Volldampf

1. März 2012

Stadträtin Claudia Nielsen vor der CO2-Wärmepumpe im Schlachthof

Gestern präsentierte ich gemeinsam mit ewz und dem Umwelt- und Gesundheitsschutz im Schlachthof eine technische Innovation: die leistungsfähigste CO2-Wärmepumpe der Schweiz. Der Schlachthof benötigt grosse Mengen an Dampf und Heisswasser, um hochwertiges und hygienisch einwandfreies Fleisch produzieren zu können. Dank der neuen Wärmepumpe macht das der Schlachthof jetzt viel umweltfreundlicher als bisher: Der Gasverbrauch wird um etwa 30 Prozent reduziert, dadurch nimmt auch der Ausstoss an schädlichem CO2 massiv ab. Wir rechnen mit einer Einsparung von 510 Tonnen CO2 jährlich. Die neue Wärmepumpe kann vorhandene Abwärme auf über 80 Grad transformieren und kommt erst noch mit relativ wenig Elektrizität aus. Das ist Umweltschutz mit Volldampf. Und ein weiterer Schritt in Richtung 2000-Watt-Gesellschaft, gemeinsam getan von der Stadt Zürich und einem privaten Industriebetrieb.

Der direkte Draht zur Stadträtin

28. Februar 2012

Stadträtin Claudia Nielsen bei einer Einladung im Jahr 2012

Ich möchte mich mit Ihnen unterhalten. Ich möchte wissen, was Ihnen unter den Nägeln brennt. Dafür komme ich gerne zu Ihnen nach Hause. Bereits sechs Mal haben die Tischrunden von stadträtin@home stattgefunden, und ich freue mich darauf, auch 2012 wieder drei bis vier Einladungen anzunehmen. Jede Bewohnerin, jeder Bewohner der Stadt Zürich kann mich einladen - Die Auswahl der GastgeberInnen wird nach den Möglichkeiten meiner Agenda, den vorgeschlagenen Themen und kulinarischen Vorlieben bestimmt.

Alles weitere erfahren Sie hier:  www.stadt-zuerich.ch/stadtraetin-at-home

In den Spitälern geht es um Menschen, nicht um Fälle

Februar 2012

Das Gesundheitswesen ist im Umbruch: Seit Januar 2012 ist die Spitalfinanzierung Sache des Kantons, während die Gemeinden im Gegenzug für die Langzeitpflege aufkommen müssen. Was so klar und einfach tönt, bedeutete für unzählige Mitarbeitende in meinem Departement viele Neuerungen und zum Teil intensive Mehrarbeit, zum Beispiel für die Einführung der neuen Fallpauschalen in den Spitälern. Denn es ist unser Ziel, dass den Patientinnen und Patienten in unseren Stadtspitäler Waid und Triemli durch die Neuerungen keine Nachteile entstehen. Sie sollen in jeder Situation professionell betreut sein. Denn unabhängig davon, wie die Gesundheitsversorgung finanziert ist: In den Spitälern geht es um Menschen, nicht um Fälle.

Das gilt auch danach, wenn der Übertritt in ein Pflegezentrum oder die Spitex folgt: Die städtischen Gesundheitsangebote reihen sich zu einer umfassenden Versorgungskette aneinander. Das ist eine einzigartige Chance. Mehrere Tausend Mitarbeitende in den Spitälern, Pflegezentren, Spitex und den Städtischen Gesundheitsdiensten sorgen Tag für Tag dafür, dass in der Stadt Zürich niemand durch die Maschen des Gesundheitsnetzes fällt.

24 Stunden, 7 Tage pro Woche

11. November 2011

Heute beschäftigte mich ein brisantes politisches Thema: "Arbeitsmarkt Privathaushalt. Betagtenbetreuung durch Migrantinnen". An dieser Tagung der Fachstelle für Gleichstellung, die ich eröffnen durfte, ging es um den Trend, dass immer mehr Frauen, vorwiegend aus Osteuropa, als günstige Arbeitskräfte bei der Betreuung von alten, oft pflegebedürftigen Menschen bei ihnen zuhause eingesetzt werden.

Tatsache ist: die überwiegende Mehrheit der alten Menschen möchte in ihrer gewohnten Umgebung alt werden. Tatsache ist aber auch, dass eine Mehrheit irgendwann auf Unterstützung, Hilfe und Pflege angewiesen sein wird. Auch ist es legal, Menschen aus der EU im eigenen Haushalt zu beschäftigen. Eigentlich wäre also die Eigeninitiative zu loben, sich eine Betagtenbetreuung durch Migrantinnen zu organisieren - es kann eine sinnvolle Lösung sein, sowohl für die alten Menschen, wie auch zur Entlastung von Angehörigen, Nachbarn und weiteren Bezugspersonen.

Wenn es so einfach wäre, dann wäre die heutige Tagung nicht nötig gewesen. Es gibt nämlich ein gewichtiges "Aber": Wenn ich auf den einschlägigen Internetseiten lese, dass die ausländische Arbeitskraft 24 Stunden 7 Tage die Woche zur Verfügung steht, dann stehen mir die Haare zu Berge. Auch darf man die Augen nicht verschliessen vor den Alltags-Problemen in solchen Betreuungssituationen: Da gibt es Sprach- und Verständigungsprobleme oder kulturelle Missverständnisse zwischen Betreuerin und Betreuten, da müssen anspruchsvolle PatientInnen, z.B. mit Demenz, gepflegt werden, und zwar ohne entsprechende Ausbildung und rund um die Uhr. Das kann in eine massive Überforderung münden.

Es ist wichtig, genau hinzuschauen beim Thema Betagtenbetreuung durch Migrantinnen. Aus Sicht der Gleichstellung, aber auch aus Sicht der Gesundheitspolitik, des Arbeitsrechtes und der Ökonomie. 

80 Jahre voller Leben

Juni 2011

Jedes Jahr im Juni lädt die Pro Senectute die 80-Jährigen zu einer Geburtstagsfeier ein. Ich durfte die Feiernden mit Jahrgang 1931 im Namen des Stadtrates begrüssen. Die über 800 zufriedenen Gesichter im Saal zeigten mir, dass es schön sein kann, alt zu werden.
Seit 1931 hat sich vieles verändert – und manches kann man sich heute kaum mehr vorstellen: dass die Schweizer Frauen bis 1971 nichts in der Politik zu sagen hatten oder dass es noch keine Sozialversicherungen gab. 1931 hiess es daher für viele Menschen: Einmal arm, immer arm und das erst recht im Alter.
Damals arbeitete man so lange es ging oder verbrachte die alten Tage bei Angehörigen. Für Leute ohne finanzielle Mittel und ohne Angehörige blieb nur der Gang ins Armenhaus. Was für ein Unterschied zu heute! Enorme Fortschritte in der Gesundheitsversorgung, wirtschaftliches Wohlergehen und ein starker Sozialstaat sorgen dafür, dass die Menschen heute sowohl älter werden, länger gesund bleiben als auch frei von materiellen Nöten entscheiden können, ob sie ihren Lebensabend in den eigenen vier Wänden oder gut betreut in einem Heim verbringen wollen. Für diese Freiheit setze ich mich gerne ein – sie ist wichtig für Menschen mit 80 Jahren voller Leben.

„Eröffnung Gripspfad“ vom 30. Mai 2011

31. Mai 2011

Stadträtin Claudia Nielsen im Gripspfad

Bestimmt haben Sie schon einmal einen Wecker oder eine Schraube in der Hand gehalten. Aber haben Sie auch schon einmal einen „Wecker“ oder eine „Schraube“ gemacht? Ich auch nicht – bis am letzten Montag. Da durfte ich den ersten Gripspfad in der Stadt Zürich eröffnen. Das ist eine Art Fitness-Parcours fürs Gehirn, aufgestellt im Garten des Altersheims Mittelleimbach. Elf Übungen zeigen, wie wir unsere geistige Fitness trainieren können, und zwar bis ins hohe Alter.

Mir ist wichtig, dass alte Menschen aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können – und „mitten drin“ sind. Deshalb finde ich den Gripspfad eine gute Sache: Er motiviert Alt und Jung, an der frischen Luft Übungen für Körper und Geist zu machen. Die Übungen habe ich übrigens am Montag zusammen den Seniorinnen und Senioren, die den Gripspfad mitenwickelt haben, gleich gemacht. Ich kann Ihnen versichern: Es macht Spass, den „Wecker“ zu machen. Und die „Schraube“ ist schön entspannend. Doch gehen sie vorbei und probieren Sie selber!

Altersheim Mittelleimbach, Leimbachstrasse 210, 8041 Zürich, öffentlich zugänglich im Garten.

„Rezepte für die Zukunft“ an den Zürcher Umwelttagen

21. Mai 2011

Eigentlich mag ich Gerste nicht besonders. Das dachte ich zumindest – bis ich  am letzten Samstag Christian Nickel traf. Christian Nickel ist ein junger Koch, der sich im Restaurant Rigiblick 16 Gault-Millau Punkte erarbeitet hat. Das Besondere an seiner Küche: Regionale und saisonale Produkte haben Vortritt, das Fleisch kommt aus artgerechter Produktion. Getroffen habe ich Christian Nickel, als er an den Zürcher Umwelttagen präsentierte, wie fein ein Essen sein kann, das auch klimafreundlich ist: Ich durfte ihm über Mittag beim Kochen assistieren und habe einiges dabei gelernt: Zum Beispiel, dass Gerste nach seinem Rezept richtig toll schmeckt und dass jetzt Morchelsaison ist. Oder dass ein Lorbeerblatt den Spargelgeschmack ausgezeichnet unterstützt. Und noch zwei, drei kleine Kochgeheimnisse, die ich hier nicht verrate.
Und ich habe einmal mehr gesehen, dass es sich auf jeden Fall lohnt, beim Kochen und Essen auf die Umwelt zu achten: Wir entdecken neu-alte Zutaten und ausserdem sieht frisches Gemüse auf dem Teller wunderschön aus. Und mir persönlich schmeckt das Essen noch besser, wenn ich weiss, dass es auch der Umwelt gut tut. Probieren Sie’s doch auch: Das Rezept für den Spargelgrisotto und für fünf weitere klimafreundliche Gerichte finden Sie auf www.stadt-zuerich.ch/umwelttage.

Für Gleichberechtigung – gegen häusliche Gewalt

10. Mai 2011

Der Stadtrat hat heute den Gleichstellungsplan präsentiert. Er umfasst sechs Schwerpunkte, bei denen sich die Stadt Zürich besonders für die Gleichstellung von Frau und Mann einsetzen will. Besonders am Herzen liegen mir die Rolle der Stadt Zürich als Arbeitgeberin und die Prävention von häuslicher Gewalt.

2010 rückte die Polizei 368mal wegen häuslicher Gewalt aus – wenn es soweit ist, ist die Situation leider bereits eskaliert. Die Täter waren zu 95 Prozent Männer, die Opfer zu über 90 Prozent Frauen, und häufig sind auch Kinder betroffen. Häusliche Gewalt kommt in allen Schichten und Stadtkreisen vor. Dass die Stadtpolizei umsichtig und kompetent eingreift, durfte ich persönlich erfahren, als ich eine Nacht lang mit auf Streife war und einige Fälle hautnah miterlebte.

Wichtig sind Früherkennung und Prävention. Dazu können vor allem Mitarbeitende aus dem Gesundheitsbereich und Bezugspersonen von Kindern (in Krippen, Schulen oder Horten) beitragen. Wer sensibilisiert darauf ist, wie sich häusliche Gewalt bei den Betroffenen zeigt, wird schnell und richtig reagieren. Gerade die Spitäler bieten eine geschützte Umgebung und können wichtige Brücken zu spezialisierten Hilfsangeboten schlagen. In einem Pilotprojekt der Frauenklinik Maternité Triemli kristallisierten sich u.a. folgende Alarmsignale heraus: Verletzungen, die nicht zu den angegeben Ursachen passen, diffuse Beschwerden von Schwangeren, unklare psychische oder psychosomatische Beschwerden oder auch Frauen, die nach einer Geburt nicht nach Hause wollen.

Jetzt tragen wir das Wissen der Frauenklinik in die verschiedenen Abteilungen der beiden Stadtspitäler Waid und Triemli und in die Spitex weiter: mit Weiterbildungen für Mitarbeitende im Notfall und mit PatientInnenkontakt, mit Leitlinien und Info-Mappen, wie bei Verdacht auf häusliche Gewalt vorzugehen ist. Sorgen wir dafür, dass Opfer von häuslicher Gewalt Unterstützung bekommen. Am besten, bevor die Situation eskaliert!

Aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn

4. Mai 2011

Umfragen in Zürich zeigen: Das Drogenproblem steht nicht mehr auf Platz 1 des Sorgenbarometers. Längst haben andere Themen wie Verkehr oder Wohnungsnot die Drogen als grösste Probleme in der Wahrnehmung der Bevölkerung abgelöst. Die Aufmerksamkeit für die Drogenpolitik hat abgenommen. Die Alltagsarbeit aber bleibt.

In der Politik heisst dies, die bewährten vier Säulen der Drogenpolitik weiter zu unterhalten und zu entwickeln, sei es mit Geld, mit Stellen – und auch mit Gedankenarbeit, wenn sich die Gegebenheiten verändern. Prävention, Repression, Schadenminderung und Therapie: Alle vier Säulen sind notwendig für einen gesellschaftsverträglichen Umgang mit Drogen, für ein würdiges Leben der Drogenkonsumierenden, und um eine grosse offene Drogenszene zu verhindern.
Einen wichtigen Beitrag zur Therapie leistet die Suchtbehandlung Frankental. Alltagsarbeit in der Suchtbehandlung ist anstrengend, weil die Fälle im Vergleich zu früheren Jahren einiges vielschichtiger geworden sind. Das kann aufreibend sein. Tag für Tag leisten die Mitarbeitenden einen grossen Einsatz, was ich nach meinem gestrigen Besuch im Frankental jetzt noch mehr zu schätzen weiss.

Für mich persönlich bildet das Konzept des risikoarmen Umgangs mit Drogen die Leitlinie für meine Drogenpolitik. Wer Sucht so leben kann, dass er oder sie der Umwelt nicht schadet und die Risiken für sich selber einschätzen kann, soll die Substanzen konsumieren, die er oder sie will. Ob dies nun Alkohol oder Internet, Cannabis oder Heroin sei – mein Credo ist dasselbe: Leben und leben lassen. Zugleich gilt aber auch: Wer von seiner Sucht los kommen will, soll entsprechende Angebote haben. 

Klimaneutrale Stempel aus Zürich

26. April 2011

Stadträtin Claudia Nielsen mit Herr Xaver Speckert von Speckert + Klein

Vor einigen Tagen habe ich die hundertste Standortberatung des Öko-Kompass begleitet. Sie fand bei der Firma Speckert + Klein statt, die in Zürich West mit über 50 Angestellten Stempel und Beschriftungen herstellt.
Der Inhaber Xaver Speckert sprühte vor Ideen und Motivation sein Unternehmen mithilfe der fachlichen Unterstützung von Umwelt- und Gesundheitsschutz ökologisch auszurichten. Gemäss eigener Aussage findet er das Angebot der Stadt auch finanziell verlockend, weil man mit ökologischem Verhalten auch wiederkehrend Geld sparen kann. Die Gummistempel bestehen aus Naturkautschuk statt aus schwer abbaubaren Fotopolymeren, die Holzgriffe aus unlackiertem Eschenholz. Stempel mit Kunststoffgehäusen werden zum grössten Teil aus Recyclingmaterial hergestellt und kommen ohne Lacke und schadstoffhaltige Farbpigmente aus. Dank Gebäudedämmung, Wärmerückgewinnung, Stromsparlampen und dem Verzicht auf eine Klimaanlage ist der Energieverbrauch des Gebäudes sehr gering. Dass die Post die vielen Päckli, die das Haus täglich verlassen, auf einer Rundtour abholt, spart viele Autokilometer. Verbesserungsmöglichkeiten ortete die Standortberaterin bei der Verwendung von Recycling- statt Frischfaserpapier – oder auch bei der Anschaffung des nächsten Firmenautos.

Danke, Herr Speckert, für diesen interessanten Einblick: Es braucht immer eine Spur Mut, sein Unternehmen von einer externen Fachperson durchleuchten zu lassen!

In Würde Leben und Sterben

15. Februar 2011

Ein Brief hat mich sehr berührt: Die Angehörigen eines alten Mannes, der in einem unserer Pflegezentren gestorben ist, haben geschrieben. Sie fanden trotz ihrer Trauer die Kraft und die Zeit, den Pflegenden und dem Betriebsleiter ihren Dank auszudrücken dafür, dass sie Abschied nehmen konnten und ihr Vater in Würde gehen durfte. Sie würdigen die liebevolle und sorgfältige Pflege und Betreuung. In ihrem Brief halten sie fest, dass ihnen der Arbeitsdruck der Pflegenden bewusst war, jedoch im Zimmer des Sterbenden nie spürbar. Die Pflegenden sprachen stets mit dem Patienten, teilten ihm jeden Pflegeschritt mit, obwohl er nicht mehr bei Bewusstsein war. Die Angehörigen konnten Tag und Nacht bei ihm bleiben und erhielten ein Notbett im Zimmer. Dank der guten Arbeit der Mitarbeitenden durften die Angehörigen diese schweren Tage auch positiv erleben.

Die Vergänglichkeit des Lebens ist unabwendbar. Gerade deshalb soll der ganze Mensch und seine Würde bis zur letzten Sekunde im Zentrum unseres Denkens und Handelns stehen. Ich bin dankbar, dass dies in unseren Pflegezentren gelebt wird.

Keine Peanuts

1. Februar 2011

Die Stadt muss das ursprüngliche Defizit von 220 Millionen Franken wegsparen, das war die Vorgabe des Gemeinderats. Zum Vergleich: 220 Millionen Franken sind mehr als alle Personalkosten des Stadtspitals Triemli zusammen! Diese Sparvorgaben sind keine Peanuts.

Einsparungen sind möglich – aber sie sind in den meisten Fällen mit Aufschub oder Leistungsabbau verbunden. Der städtische Aufwand ist im Gesundheits- und Altersbereich seit 2001 tatsächlich um rund ein Drittel gestiegen. Noch stärker gestiegen sind aber die für die Bevölkerung erbrachten Leistungen und auch der Ertrag. Das Wachstum im Gesundheitsbereich ging nicht auf Kosten der Stadtkasse. Ökonomisch formuliert: Das Gesundheits- und Umweltdepartement setzt die Steuerfranken effizienter ein als früher.

Doch die Nachfrage wird weiter zunehmen: die Zahl der Notfälle, der Geburten, der Patientinnen und Patienten steigt. Es ist mir ein Anliegen, dass unsere Stadtspitäler auch weiter für alle da sind, die sie brauchen. Besonders gross ist der Spielraum beim Sparen nicht, wird doch vieles in Sachen Gesundheitsfinanzierung in Bern, im Kantonsrat oder in Verhandlung mit den Krankenkassen beschlossen. In Sachen Budget liegt der Ball jetzt wieder beim Gemeinderat. Es bleibt zu hoffen, dass er sich nicht nur für gesunde Finanzen, sondern auch für eine gesunde Gesundheitspolitik ausspricht.

Bye, bye Stadtküche

6. Januar 2011

Schlüsselübergabe Stadtküche

Es ist nicht alltäglich, dass Zürich einen städtischen Traditionsbetrieb verkauft. Doch am 31. Dezember 2010 war es soweit: Die Stadtküche ging in den Besitz der DSR-Gruppe über, welche ein führendes Schweizer Gastronomie-Unternehmen mit gemeinnütziger Ausrichtung ist. Am 13. Juni 2010 hatten die Stimmberechtigten dem Verkauf mit 51 Prozent haarscharf zugestimmt.


Als Ökonomin und SP-Mitglied überzeugt mich der Verkauf der Stadtküche. Er schafft Zukunftsperspektiven für das Unternehmen in einem hart umkämpften Markt und erhält die Arbeitsplätze. Bei aller Vernunft: Ich trennte mich nicht gerne von diesem gut produzierenden Betrieb, den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und so viel Geschichte. Dennoch übergab ich die Schlüssel an der Abschiedsfeier im Muraltengut mit der positiven Überzeugung, dass die Stadtküche in die besten Hände kommt. Der Präsident der DSR-Gruppe, Pierre-André Lautenschlager, hat mir versichert, dass "notre motivation à prendre grand soin de menuandmore et de la mener vers le succès en est renforcée".

Die Verbindungen zur ehemaligen Stadtküche und jetzigen menuandmore werden zum Glück auch über den Röstigraben hinweg nicht abbrechen: Die Stadt bleibt wichtige Kundin und Miteigentümerin.

eZürich ist gestartet!

4. November 2010

Vom online-Shopping bis zur online-Steuererklärung: Für den Alltag bieten neue Technologien viel. Doch auch sozialer Austausch, Informationsvermittlung und vor allem Meinungsbildung finden immer stärker online statt.

Doch nicht alle haben an dieser Entwicklung teil. Die Unterschiede in der Mediennutzung sind markant - je nach Alter, Geschlecht und sozialer Schicht.

Ich betrachte es als eine gesellschaftliche Aufgabe, möglichst vielen Menschen die Teilnahme an dieser modernen Welt zu ermöglichen. Mit dem Legislaturschwerpunkt eZürich packen wir es an. Als Stadträtin und häufige Nutzerin von neuen Technologien setze ich mich gerne für den Legislaturschwerpunkt eZürich ein. Es geht um Visionen und Ideen, es geht aber auch um einfachere Abläufe in der Verwaltung und um mehr Nähe zu den Einwohnerinnen und Einwohner dieser Stadt.

Dafür sind Sie die Expertinnen und Experten. Wir rufen die Menschen der Stadt dazu auf, ihre Ideen und Vorschläge für eZürich im Ideenwettbewerb einzubringen. Ich bin gespannt auf die Beiträge unter www.ezuerich.ch

Kein zusätzlicher Lärm über Schwamendingen

27. Oktober 2010

Einmal mehr durften wir im Stadtrat zu den An- und Abflugvarianten des Flughafens Stellung nehmen und einmal mehr haben wir gefordert, dass auf Südstarts und –landungen verzichtet wird. Seit die Südanflüge im Jahr 2003 eingeführt wurden, hat die Stadt jedes rechtliche Mittel ausgeschöpft, um diese abzuwenden.

Wir haben Beschwerde erhoben, Urteile weiter gezogen, geklagt und begehrt. Einige der Verfahren sind noch hängig, andere wurden von den Gerichten leider abgelehnt. Aber ganz gleich, wie die Gerichte entscheiden – ich bin unbeirrt der Meinung, dass es nicht zulässig ist, den Flugverkehr über dicht besiedeltes Gebiet zu lenken und Tausende Menschen mit zusätzlichem Lärm zu belasten. Von den Sicherheitsrisiken ganz zu schweigen. Schwamendingen – ich bleibe dran!

Kinder sammeln Grüne Meilen

23. September 2010

Gruppenfoto bei der Übergabe

Heute Nachmittag hatte ich besondere Gäste: 21 Schulkinder sind mit dem Tram von der Schule am Üetliberg ins Stadtzentrum gefahren, um mir ihre Grünen Meilen zu übergeben. Grüne Meilen? Das sind Punkte, die sie während einer Woche gemeinsam gesammelt haben: Für jeden Weg, den ein Kind zu Fuss, per Velo oder Trottinett oder mit dem öffentlichen Verkehr zurücklegte, bekam ein Kind eine Grüne Meile. Stolz haben sie mir heute das Resultat präsentiert und mir ihre gemeinsamen 303 Grünen Meilen überreicht.

Ich habe mich sehr gefreut, die Kinder zu empfangen und ihre neugierigen Fragen zu beantworten: Ob ich denn das Auto nehme zur Arbeit oder das Velo? Womit denn ich das Klima schütze? Auch mir mache der Arbeitsweg mehr Spass mit dem Velo, konnte ich ihnen erklären: So bin ich schnell unterwegs, sehe immer wieder Neues und treffe ab und zu alte Bekannte auf der Strasse.

Ich finde es toll, wie die Lehrerin Kaja Fürrer das Thema Umwelt in den Unterricht aufgenommen hat. Und wünsche mir, dass viele Lehrpersonen diesem guten Beispiel folgen. Und ich hoffe, dass die Kinder das Thema Klimaschutz auch nach Hause tragen und kleine Vorbilder für die Eltern werden. Denn das Projekt „Kinder sammeln Grüne Meilen“ der Klima-Bündnis-Städte Schweiz eignet sich wunderbar, um kleine Klimaschützerinnen und –schützer zu motivieren. Das habe ich heute Nachmittag gesehen.

En Guete zum Klima-Zmittag

10. September 2010

Luxus ist, wenn ich am Morgen Zeit habe, mir mein Mittagssandwich selber zu machen: etwa mit marinierten Peperoni, Rucola vom Balkon, Geissenfrischkäse und ein paar Baumnüssen. Am Wochenende freue ich mich auf ein ausgiebigeres Essen in guter Gesellschaft. Dann darf es gerne einmal ein Bio-Fleisch sein und die Gemüseauswahl dazu ist momentan ja ausgesprochen gross. Am 14. September esse ich vegetarisch. Dann findet die Aktion Klima-Zmittag des WWF statt, an welcher sich die Stadt Zürich beteiligt.

Besonders stolz bin ich auf das Engagement meines Departements: In den Altersheimen, Pflegezentren, den beiden Stadtspitälern Triemli und Waid sowie der Cafeteria des Amtshauses Walche stehen in der Personalverpflegung (in den Pflegezentren auch für die Bewohnerinnen und Bewohner) am 14. September ausschliesslich vegetarische Mittagessen auf der Karte! Auch das Schul- und Sportdepartement lädt die Schulen und Horte ein, mitzumachen. Und diejenigen Horte, die ihre Mahlzeiten bei menuandmore bestellen, erhalten an diesem Tag ein vegetarisches Gericht. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Zürich sind eingeladen, sich am Klima-Zmittag zu beteiligen. Mit dieser Aktion leistet die Stadt Zürich auch einen handfesten Beitrag zum Klimaschutz: Werden durch die Aktion 5000 fleischhaltige durch vegetarische Menüs ersetzt, lassen sich 10 Tonnen des Treibhausgases CO2 vermeiden.

Das vegetarische Menü wähle ich schon lange und regelmässig: Weil es mir schmeckt, und weil ich gerne auf dem Markt frisches Gemüse aus der Region einkaufe und dabei alte Bekannte treffe. Wussten Sie, dass ein vegetarisches Gericht dreimal weniger CO2 verursacht als eines mit Filet, Geschnetzeltem und Co? So gesehen, ist der Klima-Zmittag ein Schritt auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft.
En Guete!

www.stadt-zuerich.ch/klimazmittag

100 Tage - Stark für die Schwachen

24. August 2010

Stadträtin Claudia Nielsen packt an

Hundert Tage im Amt, Zeit für eine erste Bilanz: Ich habe von meinem Vorgänger Robert Neukomm ein sehr gut aufgestelltes Departement übernehmen dürfen. Es gibt also keinen Anlass, alles anders zu machen. Doch ich bringe einen neuen Blickwinkel auf Bestehendes ein und stelle Fragen. Daraus ergeben sich auch Ideen für Verbesserungen. Mir ist wichtig, solche Ideen gemeinsam mit meinem Team zu entwickeln.

Ich habe in diesen hundert Tagen kranke, alte oder verwahrloste Menschen in Situationen erlebt, die ich mir zuvor nicht hatte vorstellen können. Umso mehr orientiere ich mich in der Führung meines Departements an meinem Motto: "Die Stärke der Gesellschaft misst sich am Wohl der Schwachen." Daran wird sich auch die Arbeit von mir und meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern messen - dies sind unsere wichtigen Themen:

  • Erarbeitung einer Altersstrategie, welche auch in Zukunft den Bedürfnissen und der grösseren Vielfalt des Alters entspricht.
  • Eine lustvolle und wirksame Umsetzung der 2000-Watt-Gesellschaft.
  • Eine qualitativ hoch stehende, starke öffentliche Gesundheitsversorgung.

Was die Bevölkerung von mir erwarten kann? Dass ich offen und ehrlich bleibe, dass ich aufmerksam zuhöre und das Gespräch suche. Und ich packe gerne an!

Vom Notfall zur Nachkontrolle: Ein Spitaltag im Stadtspital Triemli

17. August 2010

Als Begleiterin eines fiktiven Patienten bin ich durch die Abteilungen geführt worden und in die komplexe Spitalwelt eingetaucht.
Ich bin stolz und beeindruckt.
Ich bin beeindruckt von den hier arbeitenden Menschen, welche bei aller Technik Menschen bleiben, wie die Chirurgin, welche empathisch und professionell operiert.
Ich bin beeindruckt von der optimierten Zusammenarbeit der sehr spezialisierten Disziplinen, welche Hand in Hand arbeiten. Ruhig und Aufmerksam wird auch in belastenden Situationen schnell und kompetent eine effektive Lösung für den Patienten gefunden. Gerne zitiere ich den designierten medizinischen Direktor Dr. Zollinger, der vor dem Schockraum – wo Menschen in akuter Lebensgefahr behandelt werden - sagte:

„Hier haben wir keine Zeit für Hektik.“

In Erinnerung bleibt mir die Begegnung mit einem dementen Patienten, der listig sagte, er hätte vom Nachbarn Kaffee ergattern können und ob er doch schon heute Nachmittag mit der Tochter heim dürfe.
Wie in der Politik braucht es zeitweise eine dicke Haut, um mit all den Eindrücken umzugehen. Ob ich wohl noch vom offenen Bauch und den piependen Maschinen träumen werde?

Meine Position zu WLAN in der Stadt

30. Juli 22010

Nach wie vor stehe ich dem Anliegen nach einem drahtlosen Zugang zum Internet mit viel Sympathie gegenüber. Blicken wir zurück: unter dem Titel "Was Zürich braucht" hat die SP öffentlich nach Ideen für unsere Stadt gesucht. Die Forderung nach Gratis-Internet fand am meisten Stimmen. Aufgrund der Idee von Rinaldo Cajochen und Ennio Cadau erarbeiteten SP-Gemeinderat Davy Graf und ich im Februar ein Postulat, welches im März vom Stadtrat abgelehnt wurde. Im Postulat schlugen wir einen diskriminierungsfreien Zugang im Sinne des Service Public vor, dass die Stadt eine koordinierende Aufgabe übernehmen könnte und dass die Bedenken um die Strahlung ernst zu nehmen sind.

Inzwischen bin ich selber Stadträtin und zuständig für Gesundheit und Umwelt, nicht aber für die elektronische Versorgung der Stadt. Und freue mich, in einem kollegialen Gremium zu sitzen, wo gute Zusammenarbeit gross geschrieben wird. Ich trage die Entscheide des Gesamtstadtrates selbstverständlich mit.

Doch ich versichere: Ich versuche, mich hinter den Kulissen dafür stark zu machen, dass die Stadt Zürich im Bereich der elektronischen Kommunikation ein paar Schritte vorwärts machen wird.

ZWZ AG: Wenn Politik eine heisse Sache ist

29. Juni 2010

Es war ein richtiger Hochsommertag. Die ganze Stadt war in Flanier- und Einkaufslaune. Und ich durfte als Stellvertreterin für diese Stadt ebenfalls einkaufen: Für 3.4 Millionen einen 40-Prozent-Anteil der grössten Waschküche Zürichs, der ZWZ AG. Die ZWZ wäscht täglich bis zu 32 Tonnen Wäsche und sorgt so für hygienisch saubere Spitalwäsche und Berufskleider. Das ist eine lohnende Investition. Und es war eine heisse Übergabe an jenem Dienstag. Nein, es gab keine Verfolgungsjagd und keinen Agentenkrimi um einen schwarzen Koffer voller Geld, wie Sie sich jetzt vielleicht vorstellen.

Heiss war es in der grossen Halle der ZWZ während der feierlichen Übergabe vom bisherigen Besitzer, dem Kanton Zürich, an das neue Besitzertrio Universitätsspital, Kantonsspital Winterthur und Stadt Zürich. Zwar waren all die hochmodernen Maschinen abgestellt. Dennoch herrschten Temperaturen um 40 Grad und eine Luftfeuchtigkeit, dass es nur so triefte. Meine Bewunderung für die 220 Menschen, die hier Tag für Tag hart arbeiten!

Ich freue mich, dass die Stadt Zürich nun die Verantwortung für diese Arbeitsplätze mitträgt. Und zugleich die Wäscheversorgung der Stadtspitäler Waid und Triemli sowie der Pflegezentren sichert. Mit kurzen Transportwegen, ökologisch sinnvoll und dank Menschen, die im Kreis 5 ihrer Arbeit nachgehen können. Und sollte ich als Politikerin jemals eine weisse Weste dringend nötig haben: Dann wende ich mich an Herrn Schmutz, den Chef der ZWZ ‑ der tatsächlich so heisst!

Zürcher Umwelttage

29. Mai 2010

Zürcher Umwelttage: Stadträtin Nielsen im Gespräch

Am Samstag besuchte ich die Zürcher Umwelttage. Sie standen ganz im Zeichen des Uno-Jahres der Biodiversität. Persönlich schätze ich die Artenvielfalt nicht zuletzt beim Essen: Ich kaufe regelmässig spezielle Früchte- und Gemüsesorten aus biologischem Anbau auf dem Markt.

An den Umwelttagen traf ich fröhliche Angestellte aus verschiedenen Abteilungen der Stadt Zürich in Aktion: Im Gespräch mit der Bevölkerung, beim Anbieten von kühlem Kräuter-Eistee oder mit Tipps für den Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft. Selber aktiv wurde ich unter anderem beim Energierechner, wo mich meinen jährlichen Energieverbrauch berechnen liess. Nach meinen Eingaben zu Wohnsituation, Konsum- und Mobilitätsverhalten spuckte der Rechner das Ergebnis aus: 3875 Watt Dauerleistung pro Jahr. Damit liege ich zwar klar unter dem Durchschnitt von 6000 Watt, aber auch noch weit weg vom Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft. Packen wir es also an!

Zum Tag der Nachbarn am 28. Mai 2010

28. Mai 2010

Selber habe ich das Glück, im Kreis 4 in einer aktiven Nachbarschaft zu leben. Wir schwatzen auf der Treppe, trinken auf der Terrasse Kaffee, unterstützen und helfen uns gegenseitig aus – die einen mehr, die anderen weniger. Diese lebendige Nachbarschaft tut gut, und ich würde sie allen wünschen. Das Gesundheits- und Umweltdepartement will die aktive Nachbarschaft fördern. Wer jung und mobil ist, braucht das weniger. Aber wer älter ist, ist stärker auf die Nachbarschaft angewiesen. Darum unterstützen wir den Tag der Nachbarn, der in ganz Europa in über 1000 Städten und Gemeinden gefeiert wird – so auch in Zürich, wo viele Nachbarschaftsfeste stattfinden.
Und mit dem Wettbewerb "aktive Nachbarschaft" fördern wir gemeinsame Aktivitäten: Bewohnerinnen und Bewohner von Zürich entwickelten zusammen ihre eigenen Nachbarschaftsprojekte. Am 28. Mai, dem Tag der Nachbarn, darf ich persönlich den drei prämierten Teams ihre Preise übergeben. Ihre Projekte werden unter www.stadt-zuerich.ch/nachbarschaft veröffentlicht.
Übrigens: Nicht nur wir von der Stadt können etwas tun. Auch Sie können Ihre Nachbarschaft pflegen! Wenn Sie das nächste Mal umziehen, dann laden Sie doch Ihre Nachbarinnen und Nachbarn zu einem Apéro ein, auch wenn die Zügelkisten noch nicht alle ausgepackt sind. Nutzen Sie gemeinsam den Garten oder Hinterhof, oder tragen Sie mal die schwere Tasche der Nachbarin. Für uns alle sind soziale Netzwerke ein Gewinn an Lebensqualität – ältere Menschen können gar darauf angewiesen sein.

Zu den Vorfällen im Pflegezentrum Entlisberg

20. Mai 2010

Das erste grosse Thema meiner ersten Amtswoche war mir schon aus Medien und Parteisitzungen bekannt: die Vorfälle im Pflegezentrum Entlisberg, als vier Mitarbeiterinnen entwürdigende Handyfilme von Bewohnenden machten. Man kann sich nicht vorstellen, wie die Täterinnen so etwas tun konnten. Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige, Mitarbeitende und Öffentlichkeit: Alle waren schockiert. Als ich nun die Akten studierte, steigerte sich meine Fassungslosigkeit ob den Fakten nochmals.
Ich bin froh, hat mein Vorgänger, Stadtrat Robert Neukomm, damals sofort und entschlossen gehandelt. Er setzte sich für eine schonungslose Aufklärung der Vorfälle ein. Auch die Geschäftsprüfungskommission des Gemeinderats schaute genau hin. In ihrem Bericht, der in meiner ersten Amtswoche erschien, gab sie Empfehlungen ab, damit solche Vorfälle in Zukunft wirkungsvoller verhindert werden können. Stadtrat, Gemeinderat und die Verwaltung nahmen die Vorfälle nicht auf die leichte Schulter.
Meine Aufgabe wird es nun sein, zu überwachen, dass die Erkenntnisse aus den Vorkommnissen in den Pflegezentren zu Verbesserungen führen. Ich bin überzeugt, dass wir die Sicherheit, Würde und Geborgenheit der Bewohnerinnen und Bewohner in den Pflegezentren gewährleisten können. Ich bin sicher: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pflegezentren, aber auch Bewohner und ihre Angehörigen, schauen heute genauer hin und handeln rascher, wenn sie Mängel vermuten. Diese grössere Sensibilität ist vielleicht das einzig Gute an dieser unwürdigen Geschichte.

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