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Ein neues Klimaschutzziel für Zürich

stadt-zuerich.ch/netto-null

Die Stadt Zürich will bis 2040 klimaneutral werden. Für die Stadtverwaltung gilt Netto-Null bis 2035. Erstmals hat der Stadtrat auch ein Reduktionsziel für Treibhausgasemissionen definiert, die ausserhalb der Stadtgrenze verursacht werden. Die Zürcher Stimmbevölkerung hat dem neuen Klimaschutzziel mit einer klaren Mehrheit von 75 Prozent zugestimmt und dieses in der Gemeindeordnung verankert.

Städte sind vom Klimawandel besonders betroffen. Auch in der Stadt Zürich sind bereits heute Massnahmen notwendig, um die steigende Hitze und Klimafolgeschäden abzumildern. Um die Erderwärmung deutlich abzuschwächen, müssen die Treibhausgasemissionen weltweit bis spätestens 2050 auf netto null sinken.

Die Stadt Zürich nimmt ihre Verantwortung im Klimaschutz wahr und will Netto-Null bereits 2040 erreichen. Dafür braucht es verschiedene Massnahmen, die rasch umgesetzt werden müssen. Sämtliche Massnahmen für die Reduktion der Treibhausgasemissionen in ihrem eigenen Einflussbereich will die Stadt bereits bis 2035 umsetzen. Davon ausgenommen ist der Umbau der Wärmeversorgung, der bis 2035 noch nicht vollständig abgeschlossen werden kann. Für das neue Klimaziel wurde die Gemeindeordnung angepasst und den Stimmberechtigten vorgelegt. Die Volksabstimmung fand am 15. Mai 2022 statt. Die Vorlage wurde mit einer klaren Mehrheit von 75 Prozent angenommen.

Klimaneutrale Stadt bis 2040

Obwohl die Treibhausgasemissionen auf dem Stadtgebiet seit 1990 um einen Viertel gesunken sind, reichen die bisherigen Massnahmen nicht aus, um die globalen und nationalen Klimaziele zu erreichen. Deshalb wird das bisherige städtische Klimaziel verschärft. Neu soll die Stadt Zürich bis 2040 klimaneutral werden. Erstmals wird auch ein Ziel für Treibhausgasemissionen angestrebt, die ausserhalb der Stadtgrenze ausgestossen, von den Zürcherinnen und Zürchern aber mit verursacht werden: minus 30 Prozent gegenüber 1990. 

Die Stadt legt einen Absenkplan für die Treibhausgasemissionen fest. Sie verpflichtet sich darin, dass die Emissionen über die Zeit mindestens gleichmässig abnehmen (sogenannte «lineare Absenkung»). Dazu soll jährlich ein Zwischenbericht veröffentlicht und – falls die lineare Absenkung nicht eingehalten werden kann – korrigierende  Massnahmen vorgeschlagen werden. 

Klimaziele für direkte und indirekte Emissionen dargestellt als Absenkpfad.
Die Stadt Zürich steht aktuell bei 3,1 Tonnen CO₂ direkte Emissionen pro Person und Jahr. 1990 waren es 4,8 Tonnen. Die indirekten Emissionen stiegen von 9,2 (1990) auf 9,9 Tonnen CO₂ pro Person und Jahr.

Quellen der Treibhausgasemissionen

Von den totalen 13 Tonnen CO₂ pro Person und Jahr fallen 25 % auf dem Zürcher Stadtgebiet an. Diese sogenannten direkten Emissionen werden durch den Verkehr, durch Gebäude, Entsorgung sowie Industrie- und Gewerbeprozesse in der Stadt Zürich verursacht. Drei Viertel werden zwar durch Stadtzürcher Aktivitäten ausgelöst, die Treibhausgase werden aber ausserhalb der Stadtgrenze ausgestossen. Dazu gehören Mobilität ausserhalb der Stadt, Flugverkehr, Ernährung und Konsum wie Textilien oder Baumaterialien sowie die Energievorkette, zum Beispiel Erdölförderung. Diese Emissionen nennt man indirekte oder graue Emissionen. Bei den indirekten Emissionen kann die Stadtverwaltung nur begrenzt Einfluss nehmen, dafür zählt der Beitrag von Bevölkerung und Wirtschaft umso mehr.

Verteilung der Treibhausgase innerhalb und ausserhalb des Stadtgebiets.
Direkte Emissionen auf Stadtgebiet: 25 %. Indirekte Emissionen ausserhalb des Stadtgebiets: 75 %.

Wie wir die Klimaziele erreichen

Um die Klimaziele bei den direkten und indirekten Emissionen zu erreichen, müssen Umfang und Tempo der bisherigen Klimaschutzmassnahmen erhöht werden. Dabei stehen Massnahmen im Bereich der Gebäude (energetische Sanierungen, erneuerbare Heizsysteme), des Verkehrs (Reduktion, Verlagerung, Elektrifizierung des motorisierten Individualverkehrs, Ausbau ÖV, Förderung Langsamverkehr) oder bei der Energieversorgung (Ausbau Fernwärme und Photovoltaik) im Vordergrund. Bei den indirekten Emissionen setzt die Stadt Zürich zum Beispiel bei der Kreislaufwirtschaft an (Bauen mit Recycling-Beton, Förderung von Reparaturwerkstätten) oder bei der Beschaffung (Recycling von Textilien oder nachhaltige Lebensmittel). 

Investitionen in die Zukunft

Zur Erreichung des bisherigen Klimaziels der 2000-Watt-Gesellschaft rechnet die Stadt heute mit Investitionen von rund 430 Millionen Franken pro Jahr. Das neue Klimaziel bedingt zusätzliche Investitionen, die auf ungefähr 90 Millionen Franken pro Jahr geschätzt werden. Getragen werden sie von Wirtschaft, Privaten und der öffentlichen Hand. Gleichzeitig wird das lokale Gewerbe davon profitieren, wenn in Effizienzmassnahmen in Gebäuden, in Ladestationen oder den Zubau von erneuerbaren Energien investiert wird. Die Modellberechnungen stimmen zuversichtlich, dass die Einsparungen bei den Energiekosten 2040 bereits so hoch sein werden, dass dadurch die Kosten für den Ausbau der Infrastruktur und die Sanierung der Gebäude aufgewogen werden. Zudem steigt die Lebensqualität, weil die Luft sauberer und die Stadt leiser und grüner wird.

Was bedeutet Netto-Null?

Netto-Null ist ein globales Konzept. Es bedeutet, dass weltweit nicht mehr Treibhausgase in die Atmosphäre ausgestossen werden, als ihr mit natürlichen oder technischen Senken wieder entzogen werden können. 

Die Stadt Zürich hat verschiedene Szenarien für das neue Klimaziel geprüft. Erkärvideo zur Erarbeitung der Grundlagen.

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