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Stand Strassenlärmsanierung

Die Strassenlärmsanierungsprojekte der Stadt Zürich sind teilweise durch Einsprachen blockiert. An zahlreichen Strassen konnten inzwischen Temporeduktionen eingeführt und Lärmschutzwände erstellt werden. Ebenso konnte bei einigen Projekten mit der Realisierung der Ersatzmassnahmen (Schallschutzfenster) gestartet werden.

Das Umweltschutzgesetz (USG) und die Lärmschutzverordnung (LSV) des Bundes verpflichten die Stadt Zürich, die Lärmsanierung der Strassenabschnitte, an denen die Immissionsgrenzwerte überschritten sind, durchzuführen. Frist für kommunale und überkommunale Strassen war der 31.3.2018.

Umsetzung

Wie viele Strassenkilometer und wie viele Personen sind in der Stadt Zürich von übermässigem Strassenlärm betroffen?

Heute verursacht der Verkehr auf 230 Kilometer Strassen auf dem Gebiet der Stadt Zürich Lärm, der über dem Immissionsgrenzwert liegt. Rund 140 000 Menschen leben in Zürich mit einer zu hohen Verkehrslärmbelastung. Dabei sind 130 000 Menschen einer Lärmbelastung über dem Immissionsgrenzwert und 10 000 Menschen sogar einer Belastung über dem Alarmwert ausgesetzt.

An welchen Strassen wurde in den letzten Jahren Tempo 30 als Lärmsanierungsmassnahme eingeführt?

Die Stadt Zürich hat bisher auf 98 Strecken Tempo 30 aufgrund der Strassenlärmsanierung geplant. 86 Abschnitte erwuchsen in Rechtskraft, 58 davon sind umgesetzt.

Wie viele Menschen profitieren von den Tempo 30-Massnahmen an den kommunalen und überkommunalen Strassen in der Stadt?

Es gilt generell, dass von einer Massnahme an der Quelle wie Temporeduktionen alle Anrainer profitieren; diejenigen, die auch weiterhin über dem Immissionsgrenzwert belastet bleiben so wie diejenigen, die nicht über den Immissionsgrenzwerten belastet sind.   

Kommunale und überkommunale Strassen mit Tempo 30-Massnahmen (Stand 30.6.2019)

Anzahl Strassenabschnitte Tempo 30 (komm. und überkomm.) geplant98 
Anzahl Strassenabschnitte Tempo 30 (überkomm.) geplant33 

Anzahl Strassenabschnitte Tempo 30 (komm.) geplant

65 
   
Davon Anzahl Strassenabschnitte Tempo 30 (komm. und überkomm.) publiziert88 
Anzahl Strassenabschnitte Tempo 30 (überkomm.) publiziert30 
Anzahl Strassenabschnitte Tempo 30 (komm.) publiziert58 
   
Davon Anzahl Strassenabschnitte Tempo 30 (komm. und überkomm.) umgesetzt58 
Anzahl Strassenabschnitte Tempo 30 (überkomm.) umgesetzt13 
Anzahl Strassenabschnitte Tempo 30 (komm.) umgesetzt45 

Warum setzt die Stadt Zürich verstärkt Temporeduktionen als Lärmsanierungsmassnahme ein?

Die gute Wirksamkeit und das sehr gute Kosten-Nutzenverhältnis der Temporeduktion von 50 km/h auf 30 km/h sind durch in- und ausländische Studien belegt und unter Lärmfachleuten unbestritten. Heute stehen darum als Massnahme erster Priorität Tempo-Reduktionen im Vordergrund. Dies gilt, sofern aufgrund von Tempo 30 beim öffentlichen Verkehr keine Zusatzkurse erforderlich werden (diese verschlechtern das Kosten-Nutzenverhältnis der Massnahme drastisch).

Die Massnahme ist langfristig angelegt und – im Unterschied beispielsweise zu lärmarmen Belägen - dauerhaft wirksam. Untersuchungen und Erfahrungen zeigen, dass der Einhaltegrad der Geschwindigkeit mit der Zeit zunimmt und damit auch die Wirkung der Massnahme. Bereits verhältnismässig geringe Geschwindigkeitsreduktionen bewirken eine wahrnehmbare Lärmreduktion. Bei der Anwendung dieser Erkenntnisse nimmt die Stadt Zürich eine Vorreiterrolle ein.

Welche anderen Massnahmen prüft die Stadt Zürich sonst noch?

Die Lärmschutzgesetzgebung schreibt vor, dass der Lärm in erster Linie mit Massnahmen an der Quelle (d.h. Massnahmen, welche die Entstehung des Lärms verhindern) zu bekämpfen ist. Die Stadt hat also nicht freie Hand bei der Priorisierung der Massnahmen. Fast überall, wo auf Temporeduktionen verzichtet wurde, forderten Lärmbetroffene überdies solche ein und ergriffen entsprechende Rechtsmittel. 

Lärmarme Beläge

Die akustische Wirksamkeit lärmarmer Beläge lässt mit der Zeit nach und die mechanische Lebensdauer dieser Beläge ist beschränkt. Dies führt zu einer gegenüber konventionellen Belägen halbierten Lebensdauer. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis dieser Massnahme ist daher deutlich schlechter als jenes von Temporeduktionen.

Im städtischen Bereich, wo die Beläge durch viel «Stop and Go» stark beansprucht sind, verursacht der Einbau hohe Kosten. Ausserdem verdoppeln sich die Baustellen. Es ist daher überlegtes Vorgehen geboten. Die Stadt Zürich setzt daher diese Beläge (noch) nicht standardmässig ein, engagiert sich aber mittels Teststrecken und beteiligt sich auch an nationalen Forschungsprojekten.

Lärmschutzwände

Lärmschutzwände sind Massnahmen zweiter Priorität und können im engen innerstädtischen Bereich, wo Gebäudefassade auf Trottoir und Strasse folgt, nur in Einzelfällen realisiert werden. Lärmschutzwände vermögen oft nur Betroffene im Erdgeschoss und allenfalls im ersten Obergeschoss zu schützen, so dass diese Massnahme in der Regel ein schlechtes Kosten-Nutzenverhältnis aufweist. Alle Strassenabschnitte mit Immissionsgrenzwertüberschreitungen wurden geprüft. Es zeigte sich, dass Lärmschutzmassnahmen auf dem Ausbreitungsweg (Lärmschutzwände und Zwischenbauten) nur vereinzelt verhältnismässig und somit realisierbar sind.

Schallschutzfenster

Der Schallschutzfenstereinbau ab erreichten Alarmwerten gilt nicht als Sanierung im Sinne der Lärmschutzverordnung, da die Lärmgrenzwerte überschritten bleiben.

Aus Gründen des dringlichen Gesundheitsschutzes wurden bei Liegenschaften mit erreichten Alarmwerten auf Kosten der Allgemeinheit bis ca. 2006 Schallschutzfenster eingebaut, siehe Informationsseite zum Thema Schallschutzfenster. Im Rahmen der Strassenlärmsanierungsprojekte wird geprüft, ob seither bei weiteren Liegenschaften die Alarmwerte erreicht und Schallschutzfenster einzubauen sind. Bei überschrittenen Immissionsgrenzwerten werden unter gewissen Voraussetzungen seit kurzem Beiträge an Schallschutzfenster gewährt.

Schallschutzfenster bedeuten für die Betroffenen einer Wohnung oder an einem Arbeitsplatz eine erhebliche Verbesserung, solange die Fenster geschlossen bleiben. Es profitieren aber nur lärmempfindliche Innenräume wie z.B. Schlaf- und Wohnzimmer sowie Büroräume. Die Wertverminderung der Liegenschaft infolge der Lärmbelastung bleibt auch mit Schallschutzfenstern, allenfalls etwas vermindert, bestehen.

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