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Schädlingsprävention startet Mückenpikett

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Damit im Sommer nicht zu viele Mücken in den Thurauen herumschwirren, rückt notfalls die Fachstelle Schädlingsprävention des UGZ aus. Das Equipment hat das Team bereits getestet.

4. April 2022

Ein Projektleiter Schädlingsprävention testet vor Beginn des Mückenpikett die Rückenspritze. Damit wird ein bioligisches Mittel versprüht, wenn sich nach Überschwemmungen in den Thurauen  zu viele Mückenlarven entwickeln..
Ein Projektleiter Schädlingsprävention testet vor Beginn des Mückenpikett die Rückenspritze. Damit wird ein bioligisches Mittel versprüht, wenn sich nach Überschwemmungen in den Thurauen zu viele Mückenlarven entwickeln.

​Das Mückenpikett übernimmt die Schädlingsprävention des UGZ jeweils vom 1. April bis zum 30. August im Auftrag des Amts für Landschaft und Natur vom Kanton Zürich. Entsprechend aufgestellte und geschulte Fachleute sind rar. Darum hat die städtische Schädlingsprävention den Auftrag übernommen. Diese Leistung kaufen die zuständigen Stellen beim UGZ ein, so dass die stadtzürcher Steuerzahlern nicht für den externen Auftrag aufkommen müssen. «Die Mückenlarven fressen nur eine bestimmte Zeit lang. Darum müssen wir auch am Wochenende oder an Feiertagen bereit sein für einen Einsatz», erklärt Teamleiterin Gabi Müller. «Für eine Einzelperson ist das fast nicht machbar.» Den Auftrag hat das Team bereits seit 2015. Ausrücken müssen die Fachleute, wenn nach Überschwemmungen der Thurauen bei Ellikon und Flach ein bestimmter Grenzwert an Mückenlarven überschritten wird. Bisher ist das noch nicht vorgekommen. Damit im Notfall alles bereits ist, testet das Team die Rückenspritze jährlich und das Institut für Parasitologie der Universität Zürich prüft die Wirksamkeit des biologischen Wirkstoffes.

Hintergrund: Renaturierung der Thurauen

Die Thurauen sind mit einer Fläche von fast 400 Hektaren das grösste Auengebiet im Schweizer Mittelland. Im Pionierprojekt «Hochwasserschutz und Auenlandschaft Thurmündung» 2008 bis 2017 wurde das Flussbett der Thur auf den letzten Kilometern vor der Mündung in einen natürlichen Zustand zurückversetzt. So kann sie sich wieder frei ihren Weg bahnen und die umliegende Auenlandschaft bei Hochwasser überfluten. Durch gezielte ökologische Aufwertungen entlang des Flusses und im Auenwald sind neue Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen entstanden. Inzwischen hat sich an der Thur eine beeindruckende Auenlandschaft entwickelt.

Aedes vexans belästigt die Anwohnenden

Die Überschwemmungsmücke, Aedes vexans, legt ihre Eier nach einer Überschwemmung in die noch feuchte Erde. Die Eier werden bei der nächsten Überschwemmung, das kann auch erst in zehn Jahren sein, geflutet und die Mücken entwickeln sich über vier Larvenstadien im Wasser zur adulten Mücke. Die AnwohnerInnen wurden auch schon vor diesem Projekt durch Mücken belästigt und befürchteten, dass es durch das Renaturierungsprojekt unerträglich werde. Deshalb wurde der Bevölkerung zugesichert, dass bei einer nachweislich durch das Projekt ausgelösten Verschlimmerung der Stechmückensituation die Mückenlarven durch den Einsatz von Bti (Bacillus thuringiensis var. israelensis) bekämpft werden. Der biologische Wirkstoff wirkt selektiv gegen Mückenlarven und ist für andere Insekten unbedenklich. Allerdings gilt er als Biozid und darf deshalb nur von Personen mit einer eidgenössischen Fachbewilligung ausgebracht werden.