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Fleischkontrolle – Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier

Die Veterinärdienste überwachen den Schlachthof, einen durch die Schlachtbetrieb Zürich AG (SBZ) geführten Schlachtbetrieb. Sie überprüfen die Einhaltung des Tierschutzgesetzes, untersuchen die Tiere auf ihre Gesundheit und kontrollieren das Fleisch. Dabei führen sie ein eigenes Labor und arbeiten eng mit dem Institut für Lebensmittelsicherheit der Universität Zürich (ILS) zusammen.

Tierschutz und Tiergesundheit

Tierhalterinnen und Tierhalter tragen die volle Verantwortung für die Gesundheit und das Wohlergehen ihrer Tiere. Dies gilt auch für Nutztiere. Die Veterinärdienste überwachen die Einhaltung der Tierschutzvorschriften und führen zusammen mit der Veterinärpolizei periodisch Kontrollen durch. 

Bei der Ankunft im Schlachthof wird jedes einzelne Tier vor der Schlachtung von amtlichen Tierärzten auf seinen Gesundheitszustand kontrolliert. Geringste Abweichungen vom Normalfall werden untersucht. Zur Betäubung gelangen nur unauffällige Tiere. Des Weiteren wird die Einhaltung der Tierschutzvorschriften zum Transport überprüft und die Tiergeschichte kontrolliert. Nur Tiere mit einer lückenlosen Dokumentation ihrer Vorgeschichte, zur Rückverfolgbarkeit bis zum Geburtsbetrieb, dürfen angeliefert werden.

Fleischuntersuchung

Die Fleischuntersuchung erfolgt unmittelbar nach der Schlachtung. Dabei werden die Amtstierärztinnen und Amtstierärzte von einer amtlichen Fachassistenz, in der Regel gelernten Metzgerinnen oder Metzgermeistern mit entsprechender Zusatzausbildung, unterstützt. 

Weicht ein Schlachttierkörper von der Norm ab, muss die diensthabende Tierärztin bzw. der diensthabende Tierarzt die Entscheidung über die Genusstauglichkeit fällen. Im Bedarfsfall werden mikrobiologische Laboruntersuchungen angeordnet.

Kontrollen und Beanstandungen

Nach TierartAnzahl 
Kontrollen: Jungtiere der Rindergattung (7–24 Monate)20 990
Kontrollen: adulte Tiere der Rindergattung (älter als 24 Monate)13 965
Kontrollen Kälber21 541
Kontrollen Schweine111 063
Kontrollen Schafe und Ziegen57 604
Beanstandungen lebende Tiere4 140
Beanstandungen geschlachtete Tiere (ungeniessbar)173
Total Kontrollen 2018225 163

Tierseuchenprophylaxe

In der Schweiz gelten Einschränkungen in der Fleischgewinnung und -verarbeitung. Der Ausschluss von spezifizierten Risikomaterialien aus der Lebensmittelverarbeitung ist ein wirksamer Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier. Hohe Qualitätsstandards in der Tierverkehrskontrolle und der Tierseuchenuntersuchung sowie Selbstkontrollkonzepte der Betriebe leisten einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung von neu- und wiederauftretenden Tierseuchen. Sie sind ein zentrales Instrument der Tierseuchenbekämpfung. 

Klassische Seuchen wie Brucellose, Milzbrand oder Tuberkulose gibt es nur noch selten. Im Vordergrund stehen heute Seuchen, die beim Tier keine Symptome hervorrufen. Sie gelangen über Lebensmittel tierischer Herkunft in den Menschen und können dort Krankheiten auslösen. Besondere Bedeutung haben zurzeit Salmonellose, Campylobacteriose und EHEC (Durchfallerkrankung). Tierhalter, Fleischkontrolleure und Tierärztinnen sind verpflichtet, jeden Verdacht auf eine Tierseuche zu melden. 

Wird ein Seuchenverdacht im Schlachthof festgestellt, stoppt der Veterinärdienst den Schlachtprozess, um eine Ausbreitung oder Verschleppung zu verhindern. Im Rahmen von Bekämpfungsstrategien werden systematisch Proben entnommen und bei Bedarf unverzüglich weiterführende Massnahmen eingeleitet. 

Seit Mai 2015 wird die Schweiz von der OIE (Weltorganisation für Tiergesundheit) in der Kategorie der Länder mit vernachlässigbarem BSE-Risiko gelistet. Ein grosser Erfolg einer lückenlos durchgeführten Kontrolle. Ausführliche Informationen über die erfolgreiche BSE-Bekämpfung in der Schweiz finden Sie in der Broschüre des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV).

Nebenprodukte – Studienmaterial für Schulen und Institute

Die Veterinärdienste überwachen die korrekte Entsorgung beziehungsweise Verwertung von tierischen Nebenprodukten, die beim Schlachtprozess anfallen. Bei den verwertbaren Nebenprodukten handelt es sich einerseits um Schlachtabfälle, die grundsätzlich lebensmitteltauglich sind, jedoch vom Menschen heute nicht mehr gegessen werden. Andererseits handelt es sich um Produkte mit kleinen Mängeln ohne Gefährdungspotenzial für die Gesundheit von Mensch und Tier. 

Bestellung von Tierorganen zu Unterrichtszwecken

Für Forschungs- und Unterrichtszwecke können Schulen, Universitäten und Institute frische, gesunde Tierorgane gegen einen Unkostenbeitrag bei den Veterinärdiensten beziehen. Das Material muss an der Herdernstrasse 63 bar bezahlt und abgeholt werden. Bei Bestellungen von Blut werden Behälter von uns zur Verfügung gestellt.

Am Mittwoch (ganzer Tag) und am Donnerstagnachmittag ist unser Schalter normalerweise geschlossen.

Weitere Informationen

100 Jahre Schlachthof Zürich
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