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Komplementärmedizin

Unsere Behandlung gründet auf der Annahme, dass Sucht als chronische Krankheit individuell und in zahlreichen Stadien verläuft. Sie sind im System der Krankheit an sich und den Umweltfaktoren der Patientin oder des Patienten als Gesamtkomplex eingebunden. Daraus ergibt sich, dass eine breite Intervention innerhalb der Behandlung ein grösseres Einflussspektrum aufweist.
 
Komplementärmedizinische Methoden setzen wir gezielt bei spezifischen Behandlungsproblemen ein, z.B. bei Angstzuständen, Craving („Drogenhunger“), Verspannungen, Schlafproblemen und Schmerzzuständen. Die Komplementärangebote ersetzen als ergänzende Methoden keine medizinische Behandlung, sondern unterstützen den Behandlungserfolg als Ganzes.

Folgende komplementärmedizinischen Methoden bieten wir an:

Ohrakupunktur

Die Ohrakupunktur wurde aus der chinesischen Heilkunst heraus entwickelt. Eine wissenschaftliche Evidenz auf westlicher Basis wird zwar nur bedingt erreicht, da die Grundannahmen über die Strukur und das Funktionieren des Körpers in vielen Punkten völlig anders definiert sind. Verschiedene Studien zeigen aber vermehrt vegetativ ausgleichende, stabilisierende und angstmindernde Wirkungen bei Substanzentzügen. Dies wiederum wirkt sich positiv auf ihre individuelle Abbruchquote aus. Viele Menschen, die sich der Ohrakupunktur nach dem NADA-Modell unterzogen haben, berichten, dass sie sich zum ersten Mal in Ruhe mit sich selbst und ihrer Substanzabhängigkeit auseinandergesetzt haben. Sie wurden so einsichtiger und offener im Blick auf eine ambulante oder stationäre Weiterbehandlung ihrer Abhängigkeit.
 
Behandlungssetting:

  • die Behandlung findet in der Gruppe statt
  • in jede Ohrmuschel werden 5 Nadeln gesetzt
  • die Dauer beträgt 30 - 45 Minuten
  • unterstützende, non-konfrontative Atmosphäre
  • Empfehlung: während des Entzugs täglich anwenden
  • nonverbale Therapieform, auch einsetzbar bei Menschen, die (noch) nicht offen sind für eine verbale Therapie

Die Behandlung mit Ohrakupunktur gemäss NADA-Protokoll ist fester Bestandteil unseres therapeutischen Angebotes und eine ärztlich verordnete, komplementärmedizinische Intervention.

Aromapflege

Die Aromapflege stellt eine ergänzende und wirkungsvolle Pflegemethode dar. Sie ermöglicht uns, gezielt auf spezifische Probleme und Bedürfnisse unserer Patientinnen und Patienten zu reagieren. Aromapflegerische Anwendungen beinhalten ein in Beziehung treten über Duft und Berührung, die die Patientin oder der Patient als beruhigend, schmerzlindernd, wohltuend oder auch entspannend erleben kann.
 
Bei der Aromapflege wenden wir ausschliesslich verdünnte ätherische Öle äusserlich für Bäder, Waschungen, Wickel und Kompressen an. Die ätherischen Öle wählen wir aus aufgrund der individuellen Pflegeprobleme und Bedürfnisse der Patientin oder des Patienten. Wir wenden sie nach klinikinternen Richtlinien an. In ihrer Stellung als ergänzende Methode ersetzt Aromatherapie keine medizinische Behandlung, sondern unterstützt die therapeutischen Massnahmen.
 
Ziel der Aromapflege ist, das Wohlbefinden zu fördern, Beschwerden zu lindern, sowie die Selbstheilungskräfte der betreuten Person zu unterstützen.

Aktivierungstraining

Aufgrund der oft langjährigen Konsumproblematik und des damit einhergehenden ständigen Konflikts zwischen Selbst- und Idealbild kommt es zu Interaktions- und Wahrnehmungsstörungen. Um eigene Ziele verfolgen und mit auftretenden Problemen angepasst umgehen zu können, benötigen wir jedoch die Grundvoraussetzung von angemessener Wahrnehmung und Interaktion.
 
Als Aktivierungstraining praktizieren wir eine an das Hatha-Yoga angelehnte mit Bewegung, Wahrnehmung und Entspannung arbeitende Methode.
 
Das Aktivierungstraining wird in fünf Übungsbereiche unterteilt:

  • Kräftigen & Dehnen
  • Stimulieren, Energetisieren, Vitalisieren
  • Entgiften, Reinigen
  • Gleichgewicht & Koordination
  • Entspannen, Harmonisieren

Damit unterstützen wir die Reaktivierung einer angepassten Körperwahrnehmung, des Identitätsgefühls und eines Umgangs mit dem eigenen Selbstbild und Problemlösungsstrategien. Ziel ist, Lust auf Bewegung zu wecken, die Reduktion von Spannungen und Spannungszuständen und die Förderung der Körperwahrnehmung. Zusätzlich zeigen wir damit eine weitere alternative Möglichkeit zur ausschliesslichen Einnahme von Medikamenten.

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