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24 Stunden für den Klimaschutz in Zürich

Der Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich unterstützte den Climathon 2018, an dem während 24 Stunden rund 80 Klima-Hackerinnen und -Hacker intensiv nach innovativen Lösungen für einen besseren Klimaschutz in der Stadt Zürich suchten. Dabei standen vier Themen im Fokus: Ernährung, Energie, Mobilität und Grünplanung. Die Ideenvielfalt war enorm. Herausgekommen sind fünf erfolgversprechende Konzepte, die vom Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich, von Grün Stadt Zürich und von Energie 360° weiter unterstützt werden.

Foodprint

Die Nutzer der App «Foodprint» können bei einem Restaurant-Besuch in Zürich ein Bild des Menüs hochladen. Das Programm scannt die Gerichte und ordnet das Menü neu: Gerichte mit einem niedrigen, also guten Umweltwert werden zuerst aufgelistet, abhängig vom CO2-Fussabdruck und Wasserverbrauch der Zutaten. «Wir wollen den Menschen helfen, umweltfreundlich zu handeln und Informationsbarrieren zu umgehen», sagt Climathon-Teilnehmerin Michèle Bolle. Bei regelmässiger Nutzung werden virtuelle Baumsegmente gutgeschrieben, die gegen die Pflanzung eines echten Baumes eingelöst werden können. Restaurants, die dauerhaft schlecht abschneiden, bietet die Gruppe einen Beratungsservice an: «Wenn wir 300 Restaurants in Zürich helfen könnten, 20 % des CO2-Verbrauchs zu reduzieren, würden wir 6000 Tonnen CO2 jährlich einsparen», sagt Team-Mitglied Nicolas Berlinger.

ZüriChips

Das Team rund um ZüriChips möchte etwas gegen Lebensmittelabfälle in Zürich tun. Dafür verwandeln sie Brot, welches Bäckerei nicht mehr verkaufen können, in Chips. Diese haben im Vergleich zur regulären Variante nur einen halb so grossen CO2-Fussabruck. Die Idee gibt es zwar schon seit Juni dieses Jahres (www.zuerichips.com), dennoch haben die Teammitglieder den Climathon genutzt, um intensiv an ihrem Projekt weiterzuarbeiten. Da die Chips in Zürcher Bars verkauft werden, wurden spannende Prototypen für Verpackung und Servietten geschaffen. Sprüche wie «Biologisch ist logisch», «Strawberries don’t like skiing. Eat seasonal.» oder «All you can eat. Not more.» sollen die Aufmerksamkeit auf eine nachhaltige Lebensweise lenken. «Uns geht es nicht nur um Chips, es geht auch um eine Verhaltensänderung bei den Zürchern. Die Chips schmecken nicht nur gut, sie geben auch ein gutes Gefühl», sagt Moky Cipelletti. Noch werden alle Chips mit viel Fleiss handgemacht. Mit der Unterstützung von Energie 360° wird das Team nun an der Skalierbarkeit der Idee arbeiten, um «Investor-Ready» zu werden. Schliesslich sollen so viele Schweizer wie möglich von der positiven Message der ZüriChips erfahren.

Homeway

Wo sollte man als Zürcher Wohnungssuchender eine Wohnung mieten, um möglichst wenig unterwegs sein zu müssen? Mit dieser Frage hat sich ein fünfköpfiges Team aus einem Maschinenbauer, einem Programmierer, zwei Ökonomen und einer Geographin beschäftigt. Herausgekommen ist mit «Homeway» eine App, bei der Zürcher auf Wohnungssuche herausfinden können, welche Wohnung dafür die beste Lage hat. Schliesslich haben kürzere Fahrten auch meist einen kleineren CO2-Ausstoss. Grundlage dafür sind auf einer Karte definierte «Points of Interest», z.B. die Schule der Kinder, der Arbeitsplatz und die Wohnung einer guten Freundin. Mittels einer Schnittstelle zu Google Maps berechnet die App, wieviel Zeit ein typisches Bewegungsmuster pro Tag oder Woche je nach Lage einer Wohnung einnimmt. Diese Daten können mit einer bestehenden Wohnungswebsite verknüpft werden und so ein Ranking ermöglichen, welches Wohnungen mit einer günstigen Lage bevorzugt. «Homeway macht den Heimweg somit schneller», sagt Team-Mitglied Shathu Vasa.

AIM 

Viele Geschäftsreisen sind unnötig. Daher möchte das Team um «AIM» (Augmented Interactive Meeting) den Entscheidungsprozess erleichtern, ob eine Reise überhaupt stattfinden muss, die (vermiedenen) Umweltkosten berechnen als auch eine bessere Alternative zu bestehenden virtuellen Konferenzsystemen entwickeln. In einem ersten Schritt ermittelt das Programm mittels einer Umfrage, ob eine Geschäftsreise tatsächlich einen Mehrwert für das Unternehmen bietet (z.B. erstmaliger, persönlicher Kundenkontakt). Sollte ein virtuelles Meeting die passendere Lösung sein, möchte AIM mittels einer «Augmented Reality»-Lösung (z.B. Google Glasses) ein weit persönlicheres und effektiveres Meetingerlebnis schaffen, als es derzeit üblich Lösungen, wie z.B. Skype ermöglichen. Ein direkter Blickkontakt und Untertitel in Echtzeit sollen im Gespräch möglich sein. «Wir helfen Unternehmen dabei, die Zufriedenheit, Produktivität und Nachhaltigkeit der Mitarbeiter mittels besserer virtueller Meetings zu erhöhen», sagt Gründungsmitglied Theodoros Aldakosik. Die Gruppe aus Innovationsexperten, Umwelt-, Industrie- und Software-Ingenieuren kommt aus Griechenland, Deutschland, Ungarn und Brasilien und hat sich auf dem Climathon in Zürich kennengelernt.

Treellionaire

«Treellionaire ermöglicht es den Zürcher Bürgern, den Klima-Beitrag urbaner Bäume zu erfahren», sagt Christine Bürgi, Teilnehmerin des Climathon. Die App simuliert, welchen Einfluss Bäume auf das örtliche Klima haben. Spielerisch kann der Nutzer virtuell Bäume in Zürich pflanzen. Dabei zeigt das Programm die Temperaturreduktion in der unmittelbaren Umgebung an. Diese ist zwar beim Pflanzen einzelner Bäume sehr klein, wird aber bei mehreren Bäumen deutlich spürbar. Die sieben Studenten und Wissenschaftler des Instituts für Atmosphäre und Klima der ETH Zürich nehmen dabei die korrekte Berechnung der Simulation genauso ernst wie das spielerische Element der App. Das Programm kann auch bei der Identifizierung strategisch günstiger Plätze für neue Bäume in Zürich helfen.

Über den Climathon

113 Städte auf sechs Kontinenten waren am 26. und 27. Oktober für 24 Stunden durch den Climathon vereint. Unternehmer, Studenten und politische Entscheidungsträger arbeiteten zusammen, um neue Lösungen für lokale Probleme im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu finden. Die Teilnahme stand allen Interessierten offen. Organisiert wurde der 24-stündige Hackathon von EIT Climate-KIC, einem internationalen Netzwerk für Innovationen gegen den Klimawandel, unterstützt durch die Stadt Zürich und Energie 360°.

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