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Umweltbericht: Biodiversität

Ökologisch wertvolle Flächen im Siedlungsgebiet

Intakte und gut vernetzte Lebensräume sind die Grundlage für eine hohe Biodiversität. Mit einer vorausschauenden Planung der Siedlungsentwicklung soll die Artenvielfalt in der Stadt Zürich erhalten bleiben und sich weiterentwickeln können.

 

Ausschnitt Biotoptypenkartierung Seebach.
Ausschnitt Biotoptypenkartierung Seebach. Hell- bis dunkelgrün: Verbesserung der Qualität. Gelb bis rot: Verschlechterung der Qualität. Grau: gleichbleibende Qualität

Mit der Biotoptypenkartierung bewertet und erfasst die Stadt Zürich systematisch die ökologische Qualität des Stadtgebiets. Dabei werden über 120 verschiedene Biotoptypen unterschieden und einem Wert zwischen 1 und 6 zugewiesen. Werte von 4 bis 6 gelten als ökologisch wertvoll. Die erstmalige Kartierung ergab 2010 einen Anteil von 10,2 % ökologisch wertvoller Grünflächen im Siedlungsgebiet. Zurzeit wird diese Kartierung erneut durchgeführt, eine Bilanz liegt 2020 vor.

Auch wenn Grünflächen tendenziell abnehmen, kann die Qualität gesamthaft gehalten oder sogar leicht gesteigert werden. Es braucht allerdings noch grosse Anstrengungen, um das Ziel von 15 % ökologisch wertvoller Grünflächen im Siedlungsgebiet aus dem Regionalen Richtplan zu erreichen. Viele Grünflächen in der Stadt sind zudem in Privatbesitz. Diese bergen ein beträchtliches Aufwertungs-Potenzial.

Ökologisch wertvolle Flächen in Prozent

Ökologisch wertvolle und Potenzial-Flächen ausserhalb des Waldes nach Eigentümern

Vielfältige Stadtfauna

Die verschiedenen Tierartengruppen in der Stadt Zürich werden seit 2008 systematisch erfasst. Dafür wird pro Jahr ein Zehntel des Stadtgebiets kartiert. 2018 konnte erstmals eine Zwischenbeurteilung über die Veränderung in einem Teilgebiet im Wald vorgenommen werden. Dabei zeigte sich, dass viele Tierarten eine deutliche Zunahme, einige Bestände aber auch einen Rückgang verzeichnen.

Nahezu alle erfassten Arten konnten ihr Verbreitungsgebiet vergrössern und die Beobachtungsdichte nahm zu, z. B. Zitronenfalter, Kaisermantel oder Feuersalamander. Auch einige sehr seltene Arten kommen neu vor, z. B. Neuntöter, Mittelspecht, Trauermantel oder Kleiner Schillerfalter.

Verbreitungskarte Kaisermantel 2008
Verbreitungskarte Kaisermantel 2018
Verbreitung Kaisermantel am Uetliberg (Darstellung im Hektarenraster). Während 2008 in 87 Rasterfeldern Tiere nachgewiesen werden konnten (Karte oben), waren es 2018 636 Nachweise (Karte unten).
Foto des Kaisermantels
Foto der Pflanze Wasserdost
Der Kaisermantel (Bild oben) saugt gerne Nektar am Wasserdost (Bild unten).

In der Stadthälfte nördlich der Limmat verringerte sich das Vorkommen von 15 Brutvogelarten im Vergleich zu 2008, bei über 40 erhöhte es sich. So konnten Zwergdommel, Wanderfalke, Feldlerche und Kolkrabe nicht mehr als Brutvögel nachgewiesen werden, dafür brüten wieder Arten wie Zwergtaucher, Habicht, Baumfalke, Hohltaube oder Mittelspecht in der Stadt Zürich.

Bei den übrigen Tiergruppen zeigen nur wenige Arten negative Trends. Zurückgegangen sind z. B. die Strauchschrecke (-33 %) oder das Waldbrettspiel (-21 %).

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