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Umweltbericht: Belastungsgrenzen der Erde

Damit die Umwelt auch in Zukunft das Wohlergehen der Menschen gewährleisten kann, dürfen die Belastbarkeitsgrenzen der Erde nicht überschritten werden. Das allen Menschen zustehende Belastungsbudget wird jedoch von vielen um das Mehrfache überzogen, auch von der Zürcher Stadtbevölkerung. In ärmeren Regionen der Welt hingegen wird es nur zu einem Bruchteil ausgeschöpft.

Der weltweit zu hohe Konsum führt zur Überschreitung der Belastbarkeitsgrenzen der Erde, der sogenannten planetaren Belastbarkeitsgrenzen. Das Konsumniveau eines Stadtzürchers oder einer Stadtzürcherin übersteigt die Grenze in einigen Umweltbereichen beträchtlich, beim Klimawandel um das Zehnfache.

Die Abbildung unten zeigt, wie ein durchschnittlicher Stadtzürcher oder eine Stadtzürcherin die Umwelt in verschiedenen Bereichen gesamthaft belastet. Enthalten sind auch die grauen Umweltbelastungen, die ausserhalb des Stadtgebiets anfallen, zum Beispiel für die Produktion von Konsumgütern wie Nahrungsmittel oder Kleidung. Vor allem in den Umweltbereichen Klimawandel und Artensterben lebt die Zürcher Stadtbevölkerung mit ihrem hohen Konsumniveau weit über den Belastbarkeitsgrenzen. Aber auch in den Bereichen Stickstoffflüsse, Feinstaub-Emissionen sowie Meeres-Überdüngung werden die Grenzen deutlich überschritten.

Die Grenzen für die verschiedenen Umweltbereiche orientieren sich an den maximalen Belastungen, die die Natur gerade noch verkraften kann, ohne dass sogenannte Kippeffekte auftreten, bei denen Ökosysteme aus dem Gleichgewicht geraten. Die Höhe der Säulen gibt die relative Umweltbelastung pro Kopf in Bezug auf diese Belastbarkeitsgrenzen an.

Die ökologische Grenze beim Wert 1 ist gleichbedeutend mit einem anzustrebenden nachhaltigen Konsumniveau für 10 Milliarden Menschen auf unserem Planeten. Die durchschnittliche Belastung eines Stadtzürchers oder einer Stadtzürcherin gemessen an den planetaren Belastbarkeitsgrenzen zeigt, dass wir mit unserem Konsumniveau in fünf von acht global wichtigen Umweltbereichen über dieser Grenze liegen. In Bezug auf die Treibhausgasemissionen um den Faktor 10 darüber und in Bezug auf das Artensterben um den Faktor 7,5.

Umweltbelastung

Grafik: Die durchschnittliche Belastung eines Stadtzürchers oder einer Stadtzürcherin gemessen an den planetaren Belastbarkeitsgrenzen zeigt, dass wir mit unserem Konsumniveau in fünf von acht global wichtigen Umweltbereichen über dieser Grenze liegen. 

Die Linie bei 1 bezeichnet die nachhaltige Grenze. Die Unsicherheitsmargen der Zahlen liegen bei +/- 30 %. Bewertung gemäss Planetary Boundary Allowance PBA, Juni 2019. (Gabor Doka, Doka Ökobilanzen Zürich)

Erläuterungen zur Legende

Begriff Legende Beschreibung 
Fleisch + MilchprodukteMilch, Milchprodukte (Joghurt, Käse, Rahm, Butter), Schweinefleisch, Rind- und Kalbfleisch, Geflügel, Fisch und Meeresfrüchte, weitere Tiere, Eier
Ernährung 
(ohne Fleisch + Milchprodukte)
 

Gemüse + Salat: Salat, Tomaten, Rüebli, Zwiebeln, Fenchel, Weisskabis, Peperoni, Soja, Kartoffeln

Früchte + Nüsse: Äpfel, Birnen, Steinobst, Zitrusfrüchte, Bananen, Trauben, Melonen, Beeren, Fruchtsäfte, Haselnüsse, Mandeln

Fette + Öle: Margarine, Pflanzenfette, pflanzliche Speiseöle, tierische Speisefette

Getreide: Brot, Getreideprodukte (z. B. Teigwaren, Mehle, Flocken), Reis

Weitere Nahrungsmittel: Zucker, Konfitüren, Glace, Kakao, Kaffee, Wein, Bier, Spirituosen, Mineralwasser

InternetnutzungComputer Heimgerät, dazu Energieverbrauch und Infrastruktur für Internet ausserhaus
Wasserversorgung/-entsorgungTotal Trinkwasserverbrauch im Haushalt sowie Entsorgung des Abwassers
StromverbrauchStromverbrauch für Haushaltsgeräte (Waschmaschine, Herd, Kühlschrank), diverse Elektrogeräte und Beleuchtung
WärmebezugAufwand für Raumheizung im Haushalt sowie Erzeugung des Brauchwarmwassers
DienstleistungenVon der Gesellschaft erbrachte Dienstleistungen: öffentliche Verwaltung und Erziehung, Spitäler, Armee

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