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Baukultur & Siedlungsentwicklung

Schwamendingen war bis in die 1940er Jahre ein kleines Bauerndorf. Mit der Entwicklung der Industrie wurde es als Pendlergemeinde zum Wohngebiet.

Schwamendingen war Wohngebiet für die Arbeitenden in den Fabriken an der Limmat (Textilindustrie) und im frühen 20. Jahrhundert in der Oerlikoner Grossindustrie, die zu dieser Zeit ihre Blütezeit erlebte. 1901 führte die erste Strassenbahn von Oerlikon nach Schwamendingen.

Schwamendingen wehrte sich gegen die Bahnlinie, die schliesslich durch den Weiler Oerlikon führte und zum Motor der Industrialisierung wurde. Die Industrie siedelte sich daraufhin in Oerlikon an und nicht im damals grösseren und reicheren Schwamendingen.

Vom Bauerndorf zum Stadtteil

Die Eingemeindung 1934 galt als Erlösung von der sich abzeichnenden Verarmung. Eine starke bauliche Entwicklung blieb aber aus. Diese setzte im grossen Umfang erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein und kann als wahrer Bauboom bezeichnet werden.

Der ländliche Vorort wurde zum modernen Wohngebiet. Dieser Wandel spiegelt sich eindrücklich in der Bevölkerungsentwicklung: 1941 wohnten 3'200 Menschen in Schwamendigen, 1950 waren es 14'000, 1960 stieg die Zahl auf 33'000 an und 2010 zählte das Gebiet 28'000 EinwohnerInnen.

Die rasante Entwicklung vom Bauerndorf zum Stadtteil verlief keineswegs zufällig. Die Idee für die Stadtplanung durch Stadtbaumeister Albert Heinrich Steiner wurde in detaillierten Überbauungsplänen festgelegt (Steinerplan).

Anfänge der Verdichtung

Die Subventionen durch die Stadt Zürich ermöglichten eine gerichtete und gesteuerte Planung und Umsetzung mit grossen Siedlungseinheiten, wenig Hauptstrassen und einer feinmaschigen Durchwegung der Wohngebiete.

Während in den 1940er und 1950er Jahren vor allem die Wohnbaugenossenschaften die zentralen Träger der baulichen Entwicklung waren, waren es gegen Ende der 1950er Jahre und in den 1960er Jahren zunehmend auch private Bauträgerschaften.

Die Anlehnung an die Idee der Gartenstadt, gegliedert durch öffentliche Grünzüge und Einrichtungen, bot einen Kontrast zur urbanen Dichte der Innenstadt. Gleichzeitig wurde die Einheitlichkeit bzw. die monotone Architektur der über das grosse Gebiet verteilten klassischen Mehrfamilienhäuser kritisiert.

Der Ruf nach Akzentsetzung und weiterer Verdichtung führte zu ersten Hochhausbauten Mitte der 1950er Jahre im Quartier Hirzenbach.

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