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Instandsetzung Tramdepot Elisabethenstrasse

Das Tramdepot an der Elisabethenstrasse wurde während der letzten drei Jahre umfassend instandgesetzt. Die neue «innere Haut» vereint ökologische Ansprüche mit denkmalpflegerischen Aspekten. Das Depot ist Kraftwerk zugleich: Die leistungsstarke Photovoltaikanlage auf dem rund 250 Meter langen Depotdach liefert den Verkehrsbetrieben Zürich Strom für den Eigenverbrauch.

Tramdepot Elisabethenstrasse - Innenansicht Depothalle bei Nacht (© Dominic Büttner, Zürich)
Tramdepot Elisabethenstrasse - Innenansicht Depothalle bei Nacht (© Dominic Büttner, Zürich)

Das im kommunalen Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte der Stadt Zürich aufgeführte Tramdepot Elisabethenstrasse hat eine über 100-jährige Baugeschichte. Unter Stadtbaumeister Friedrich Fissler wurde im Jahr 1913 mit dem Verwaltungsgebäude an der Elisabethenstrasse 43 der Kopfbau der Anlage errichtet. Nach der zweiten Eingemeindung im Jahr 1934 wurde das Depot zwischen 1939 und 1951 unter Stadtbaumeister Hermann Herter mit der Depothalle (inkl. Sandsilo) und dem Dienstgebäude an der Elisabethenstrasse 15 erweitert. Nebst kleineren Umbauten wurde das Depot seit seiner Erstellung nie umfassend erneuert. 

Das Architekturbüro Ernst & Humbel und das Bauleiterbüro MMT stellten das Gebäudeensemble in den vergangenen drei Jahren instand – eine Aufgabe von hoher Komplexität. Die Baustelleninstallationen und Arbeiten haben bei laufendem 24h-Betrieb stattgefunden und haben an sämtliche Beteiligten hohe Anforderungen gestellt. Die zentrale Frage, wie der Ausdruck der filigranen Glasfassade aus den 1940er-Jahren erhalten und gleichzeitig das Tramdepot an heutige betriebliche, energetische und statische Anforderungen angepasst werden kann und das erst noch in einem angemessenen Kostenrahmen, wurde raffiniert gelöst.

Mit einer zweiten inneren Fassadenschicht, der sogenannten «inneren Haut», und der Dämmung des Dachs konnten die energetischen Schwächen austariert werden. Die standardisierte Pfosten-Riegel-Fassade mit integriertem Sonnenschutz ist nicht nur aus denkmalpflegerischer und ästhetischer Sicht vertretbar, sondern verbessert sowohl im Sommer als auch im Winter das Innenraumklima für die Arbeitenden im Depot wesentlich. Die neu eingebaute Grundwasserwärmepumpe führt in Kombination mit der gedämmten Hülle zu einer Reduktion des Heizwärmebedarfs. Dieser wird durch die innovative Lösung um 60 Prozent verringert und der CO2-Ausstoss um über 88 Prozent gesenkt. Rund ein Drittel dieser Reduktion wird durch die Dämmung des Depotdachs und den Ersatz der Oblichter erreicht, ein Drittel durch die innere Fassadenschicht und rund ein Drittel durch den Einsatz der neuen Grundwasserwärmepumpe. Zur Verbesserung der Gebäudestatik wurden die Betondachelemente ersetzt, was den Aufbau von rund 1600 Photovoltaik-Panelen auf dem 250 Meter langen Depotgebäude ermöglichte. Das «hauseigene Kraftwerk» kann rund 65 Prozent des künftigen Strombedarfs des Depots abdecken. Schliesslich erhalten die VBZ-Mitarbeitenden mit dem instandgesetzten Dienstgebäude zeitgemässe Arbeitsplätze, Garderoben und Schulungsräume.

  • Bauherrschaft: Stadt Zürich
  • Eigentümervertretung: Verkehrsbetriebe Zürich
  • Bauherrenvertretung: Amt für Hochbauten
  • Bauzeit: Oktober 2016 – Oktober 2019
  • Architektur: ERNST & HUMBEL GmbH, Zürich
  • Baumanagement: MMT AG, Winterthur
  • Erstellungskosten: voraussichtlich 30.0 Mio. Franken 

Standort

Tramdepot Elisabethen
Elisabethenstrasse 43
8004 Zürich

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