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Andres Lutz / Anders Guggisberg, «Ohne Titel», 2002
Andres Lutz / Anders Guggisberg, «Ohne Titel», 2002

Kleinstgeschichten

Bedeutsames ereignete sich im Schulhaus Kügeliloo, von zwei eifrigen Chronisten festgehalten auf metallenen Schildern. «Hier wird es Robin jedes Mal schwindlig» erfahren wir an einer Stelle und an einer anderen «In diesem Gebüsch hat Erwin die Krähe gefunden». Dinge, die ein Kinderleben wahrhaftig prägen können und zur Legendenbildung anregen. Dinge aber auch, die spätestens im Erwachsenenleben stark relativiert werden und eben nicht ganz mehr so bedeutsam erscheinen wie einst. Die Chronisten sind die Künstler Andres Lutz und Andreas Guggisberg, die Banales neben Bedeutsames reihen, sich zwischen Fakten und Fiktion bewegen. Damit wird auch die Historienschreibung wenn nicht in Frage gestellt so doch schon ironisiert: Wer sagt eigentlich, was von Bedeutung ist und in diesem Sinn ein Denkmal verdient? Hundert solcher Schilder sind rund um das Schulhaus Kügeliloo platziert. Wer sie findet, weiss schon heute, dass «Shawne Chandrakumar-Klöti, die spätere Bundespräsidentin», von «2022 – 2025 hier die Schulbank drückte» …manche sind eben ihrer Zeit voraus.

Claudia Spinelli

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