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Jürg Stäuble, «Übers Kreuz», 2007, Foto: Walter Mair
Jürg Stäuble, «Übers Kreuz», 2007, Foto: Walter Mair

Fiktive Wellen

Jürg Stäuble denkt sich zwei Wellen, die einander überkreuzen. Was passiert, wo sie aufeinander treffen? In Skulpturen und Wandarbeiten untersucht der Bildhauer solche an einer Schnittfläche sich bildenden Formen. Die meist von Hand in PU-Schaum geschnittenen Umrisslinien sind von schwer vorhersagbarer Geometrie; sie erzählen von der Spannkraft, den Ausschlägen, den Rhythmen einander durchdringender Systeme. Sand bei Flut, March und Dünen, Wind, der einen Wasserspiegel aufwirft: Erprobt in Skulpturen, stellt Stäuble dieses Prinzip in den Dienst einer Fassade. Er lässt zwei fiktive Wellen sich orthogonal über die Fassade ausbreiten und eine ins Blech geschnittene Lochung aufzeichnen, wo sie sich überlagern. Dank CAAD-Software und Lasertechnik sind keine zwei Paneele identisch. Von Ferne sorgt das vibrierende Ornament für Unverwechselbarkeit am Stadtrand. Im reflektierenden Aluminium schwarz, im Gegenlicht als Lichtinseln, zeichnen sich die Lochmuster auf der Fassade ab.

Annina Zimmermann

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