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Silvio Mattioli, «Windfahne mit Gemeindewappen», um 1958, Foto: zVg, Kunstsammlung Stadt Zürich
Silvio Mattioli, «Windfahne mit Gemeindewappen», um 1958, Foto: zVg, Kunstsammlung Stadt Zürich

Ein Mischwesen

Ernst Gisels 1958 vollendete, zusammen mit dem angrenzenden Freibad konzipierte Schulanlage Auhof ist eine Weiterentwicklung der Sekundarschule Letzi (1954-56), seinem ersten Schulhausbau. Das Herzstück dieses mehrteiligen Backsteinbaus ist der grosse quadratische Pausenhof, den vier schlichte, zum Teil durch Laubengänge verbundene Trakte einrahmen und dem Ganzen ein lichtes, geradezu südliches Gepräge verleihen.

Der Architekt Ernst Gisel (1922 geboren) hat im Lauf der Jahrzehnte viele Kunstschaffende zur Mitgestaltung beigezogen, darunter immer wieder die Plastiker Otto Müller (1905-1993) und Silvio Mattioli (1929-2011). Diese beiden kamen auch bei der Primarschule Auhof zum Zug.

Mattiolis vor der Schulanlage auf einer Backsteinmauer stehende Windfahne mit Gemeindewappen setzt als luftiges Mischwesen einen tänzerischen Kontrapunkt zur rationalen Architektur. Diese Windfahne gehört zu einer Serie von zeichenhaften, hohen und schmalen Eisenplastiken, die Mattioli in seiner frühsten Schaffensphase beschäftigten und meist auf Tierisches verweisen. Hier haben wir eine Mischung aus Ziegenbock und Vogel vor uns. Dass dieses Wesen für Schwamendingen entstand, zeigt die ihr wie ein Schwanz angehängte «Fahne» mit dem ausgestanzten Gemeindewappen: einer auf die Spitze gestellten Pflugschar und einem Tatzenkreuz daneben.

Caroline Kesser
© Kunstsammlung Stadt Zürich / Fachstelle Kunst und Bau

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