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Klangfeld Kassiopeia, 2010, Andres Bosshard

Andres Bosshard, «Klangfeld Kassiopeia», 2010, Foto: Hanns Joosten
Andres Bosshard, «Klangfeld Kassiopeia», 2010, Foto: Hanns Joosten

Klingender Untergrund

Für die Sportanlage Heerenschürli wurde eigens ein Konzept unter dem Titel «Kunst-Spielzeit» (von Claudia Spinelli) entwickelt und umgesetzt. Es umfasst vier Kunstprojekte, die einen jeweils anderen Bezug zur Anlage und zum Sport aufweisen. Dabei ist der zentrale Gedanke, dass die dem Sport eigenen Strukturen des Ereignisses und des Prozesshaften sowohl für die einzelnen Projekte als auch für deren Abfolge und Realisierung leitend sein sollen. Die performativen Projekte von Maya Roos und Vincent Kohler waren an Ereignisse in der Sportanlage gekoppelt, und nach einer ersten ereignishaften Phase bleibt jeweils nur eine Spur der Intervention in der Anlage zurück. So wurde «Speedcake» von Maya Roos präzise auf den Eröffnungstag der Anlage getaktet: 100 Kuchen, in Form und Farbe dem neuen Garderobengebäude nachgebildet, wurden verteilt. «Turnaround» von Vincent Kohler dagegen hatte erst nach der Eröffnung der Baseball-Saison auf den neuen Spielfeldern im April 2011 seinen Höhepunkt. Die Baseball-Mannschaften spielten mit den kunstvoll gedrechselten Baseballschläger; zurück bleibt eine Schläger-Skulptur in der Vitrine mit Siegestrophäen sowie eine Publikation.


Die Arbeiten von Andres Bosshard und Martina Vogel dagegen sind von Anfang an als dauerhafte Setzungen konzipiert. «Klangfeld Kassiopeia», ein Set unterirdischer Wasserinstrumente von Andres Bosshard, erweitert die vorhandene Geräuschkulisse vor Ort um eine zusätzliche Dimension. Der unterirdische Klangbrunnen ist auf dem zentralen Platz der Anlage installiert. Die Schächte sind nach dem Sternbild der Kassiopeia angelegt. Die sechs «tönenden» Gullydeckel tragen die Namen von Sternen in ihrer Gravur. Wie von einem anderen Stern ertönen in unregelmässigen Zeitabschnitten sphärische Klänge, zuweilen hallen sie wie das Echo eines Balles nach oder setzten scheppernd einen Akzent – ein Spiel für die Ohren.

Claudia Spinelli

© Kunstsammlung der Stadt Zürich / Fachstelle Kunst und Bau

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