Global Navigation

Vincent Kohler, «Turnaround», 2011, Foto: Hanns Joosten
Vincent Kohler, «Turnaround», 2011, Foto: Hanns Joosten

Kunst: gedrechselt und schlagfertig

Für die Sportanlage Heerenschürli wurde eigens ein Konzept unter dem Titel «Kunst-Spielzeit» (von Claudia Spinelli) entwickelt und umgesetzt. Es umfasst  vier Kunstprojekte, die  einen jeweils anderen Bezug zur Anlage und zum Sport aufweisen. Dabei ist der zentrale Gedanke, dass die dem Sport eigenen Strukturen des Ereignisses und des Prozesshaften sowohl für die einzelnen Projekte als auch für deren Abfolge und Realisierung leitend sein sollen. Die Arbeiten von Andres Bosshard und Martina Vogel waren von Anfang an als dauerhafte Setzungen konzipiert.

Die performativen Projekte von Maya Roos und Vincent Kohler waren an Ereignisse in der Sportanlage gekoppelt, und nach einer ersten ereignishaften Phase bleibt jeweils nur eine Spur der Intervention in der Anlage zurück. So wurde «Speedcake« von Maya Roos präzise auf den Eröffnungstag getaktet: 100 Kuchen, in Form und Farbe dem neuen Garderobengebäude nachgebildet, wurden verteilt.

«Turnaround» von Vincent Kohler dagegen hatte erst nach der Eröffnung der Baseball-Saison auf den neuen Spielfeldern im April 2011 seinen Höhepunkt: Die Baseball-Mannschaften spielten mit den kunstvoll gedrechselten Baseballschläger; zurück bleibt eine Schläger-Skulptur in der Vitrine mit Siegestrophäen sowie eine Publikation. Die «Bats» sind alle ca. 85 cm lang und haben einen identischen Griff; formal bewegen sie sich allerdings weit ausserhalb des Gewohnten und erinnern je nach Phantasiehaushalt an fremde Ritualinstrumente oder – in der etwas gröberen Ausführung – an spanische Bettpfosten. Zwei Drechsler fertigten sie in Handarbeit nach den Vorstellungen des Künstlers. Vincent Kohler liess sich für «Turnaround» vom neuen Baseballstadion für das Heerenschürli inspirieren – sein Projekt vereint perfekt sein Interesse an der Skulptur, an populären Mythen und seine Vorliebe für die USA.

Claudia Spinelli

© Kunstsammlung der Stadt Zürich / Fachstelle Kunst und Bau

Weitere Informationen