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Detail der Fassade mit der Abbildung eines spielenden Kindes
Judith Elmiger, «Rote Kinder», 2005, Foto: Roger Frei

Bewegte Bilder

Aus der Nähe besehen sind es rote Punkte auf der böhmisch-grünen Fassade der Siedlung entlang der Talwiesenstrasse. Von weitem formieren sich die Punkte zur grossformatigen Darstellung dreier spielender Kinder über das gestaffelt aufgebaute Volumen. Der Wechsel von Nähe und Distanz nötigt den Betrachtenden Bewegung ab, die auch die Monumentalität der geschlossen wirkenden Wohnblöcke etwas mildert. Die 1972 bis 1975 erbaute Siedlung verfügt über einen grosszügigen Innenhof, ein wahres Spielparadies für Kinder. Das Leben im Innenhof wird mit den Bildern der spielenden Kinder gleichsam nach aussen erweitert. Elmigers Werk nimmt Bezug auf die ursprüngliche Wandmalerei von Edy Brunner, Karl Schneider und Ernst Cramer an der Fassade zum Innenhof. Sie zeigte Portraits von Arbeitern. Im Zuge der Sanierung konnte diese nicht beibehalten werden. Die Darstellung der spielenden Kinder mit ihrer Auflösung in Rasterpunkte sind daher auch als eine zeitgenössische Formulierung des Portraits zu lesen.

Hubert Bächler

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