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Beat Streuli, «Ohne Titel», 2002, Foto: Georg Aerni
Beat Streuli, «Ohne Titel», 2002, Foto: Georg Aerni

Grossstadtgesellschaft

Erst auf den zweiten Blick ist die Arbeit von Beat Streuli für den ankommenden Besucher zu erkennen. Zunächst ist es nur die eigene Spiegelung, die in der Fensterfront hervortritt, erst langsam tauchen Bilder von Menschen auf: überlebensgrosse Halbfiguren, allein oder in Gruppen angeordnet, die sich manchmal wie beiläufig zum Betrachter wenden oder sinnend innehalten. Es sind Fotografien auf Transparentfolien, welche die Fensterfont bedecken und diskreten Schutz gegen aussen bieten. Vom Innenraum her sind die Bilder gut sichtbar und verändern sich mit den wechselnden Stimmungen und Ereignissen des durchscheinenden Aussenraumes. Einige Scheiben wurden leer belassen, um den Eindruck von Überfüllung zu vermeiden, und erzeugen zusätzlich ein Spiel von fotografischem Bild und Hintergrund. Die Arbeit integriert Neuankommende und schafft Bezüge zu aktuellen gesellschaftlichen Strukturen. Menschen verschiedener Altersgruppen, Kulturen und Geschlechter werden zu einer modernen Grossstadtgesellschaft verschmolzen und erscheinen hier gleichsam als Vision eines funktionierenden lebendigen Organismus. Seit 2010 ist auch die Kunst-Station-Triemli in Betrieb. Wechselnde, temporäre künstlerische Interventionen setzen sich mit dem Spitalalltag auseinander.

Claudia Pantellini

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