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Glocke, 2006, Claudia und Julia Müller

Claudia und Julia Müller, «Glocke*Hardau*Bim*Bam», 2006
Claudia und Julia Müller, «Glocke*Hardau*Bim*Bam», 2006

Eine stumme Glocke

Einmal hat sie geschlagen, die Glocke, an der Einholung. Die Einholung war ein festlicher Akt, zu dem die Bewohnerinnen und Bewohner der Hardau eingeladen worden waren und jung und alt zogen die Glocke gemeinsam hoch. Dort, am nördlichen Wohnturm der Hardau, ist die Glocke nun befestigt und ist stumm. Wiewohl ihrer klanglichen Ausdehnung beraubt, entfaltet sie dennoch als skulpturale Setzung Wirkung. Die Glocke markiert präzise den neuen Durchgang zur Erschliessung des Quartiers, der mit den Schulhauserweiterungen und der Gestaltung der Freiflächen angestrebt wurde. Die künstlerische Intervention spielt geschickt mit den grossen und kleinen Massstäben zwischen den dominierenden Vertikalen der Wohnbauten und den kontrastierenden Horizontalen der Schulhausbauten. Die stumme Glocke hat auch eine starke Symbolkraft: sie scheint der Zeit abhanden gekommen zu sein und bietet sich an für Geschichten und Mythen, wie sie da über den Köpfen der Menschen schwebt.

Claudia Pantellini

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