Global Navigation

Markus Weiss, «Stilles Wasser am Käferberg», 2011, Foto: Markus Weiss
Markus Weiss, «Stilles Wasser am Käferberg», 2011, Foto: Markus Weiss

Zum Brunnen gehen

Als noch nicht jedes Haus über einen eigenen Wasseranschluss verfügte, war der Brunnen eine wichtige Nahrungsquelle. Nicht nur traf man sich dort, um Mensch und Tier mit Tranksamen zu versorgen, der Brunnen war der soziale Brennpunkt einer jeden Siedlung. Für die tägliche private Wasserversorgung ist heute der Brunnen bedeutungslos, allenfalls ist er dekoratives Beiwerk für einen Platz oder ein Gebäude. Etwas von seiner ursprünglichen Bedeutung hat der Brunnen mit dem Kunstprojekt von Markus Weiss zurückgewonnen. Unweit der Siedlung Guggach nämlich, im Wald des Käferbergs sprudelt eine Quelle. Das Wasser wird in einem Becken gefasst und über einen offenen Kanal zu einem Brunnen geleitet. Aus zwei goldenen Rohren fliesst das Quellwasser, bereit zum Abfüllen in Glasflaschen mit der Prägung Guggacher Quellwasser. Diese – acht an der Zahl - erhalten ausschliesslich die Mieterinnen und Mieter der Siedlung.

Das Profane – tägliches Trinkwasser – ist hier sehr naheliegend mit der grossen Frage nach dem Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen verknüpft. Wassergewinnung wird als natürlicher Kreislauf sichtbar gemacht. Die Trinkwasserversorgung ist nicht einfach selbstverständlich per Hahnenbedienung vollzogen und natürlich kommt man nicht umhin, wenn schon «eigenes» Wasser bezogen werden kann, auch ein bisschen darüber nachzudenken, wem Wasser eigentlich gehört – vielleicht eben schon bald nur noch ein paar wenigen Grosskonzernen.

Claudia Pantellini

Weitere Informationen