Global Navigation

Markus Weiss, «Milchpuck», 2010, Foto: F. Caraco und E. Rutishauser
Markus Weiss, «Milchpuck», 2010, Foto: F. Caraco und E. Rutishauser

Eine Spielwiese

Kernstück von Markus Weiss Intervention für das Schulhaus Milchbuck sind hundert kreisrunde Teppiche mit Blütenmotiven. Sie stehen den Schülerinnen, Schülern und Lehrpersonen für Spiel, Unterricht, als Liegewiese und Traumstätte zur Verfügung. Die handgeknüpften, intensiv farbigen Teppiche bereiten sich in den Korridoren wie ein Blütenteppich aus und werden zu mobilen Arbeits- und Begegnungsinseln. Sie setzen der Schwere des Baukörpers Leichtigkeit entgegen, betonen den Kreis statt des rechten Winkels, sind weich und beweglich. Die Motive entstammen Fotografien von Alpenblumen, die Markus Weiss bearbeitet hat. Die «fliegende» Teppichintervention wird ergänzt durch eine ebenfalls kreisrunde Inschrift, die in der Mitte des Baus, in der Eingangshalle angebracht ist: «Heute bin ich die Welt». Dieser Ort, tausendfach überschritten, setzt einen subjektiven Standpunkt im Schulhausgefüge und öffnet einen Denkraum: Was ist überhaupt die Welt, kann ich die Welt sein, für einen Tag, zwei Tage oder länger? Schliesslich hat Weiss inspiriert durch die Erzählung von Lewis Carroll die Schulbibliothek verschiedene Adaptionen – vom Bilderbuch bis zum Originaltext – des Buches für die unterschiedlichen Altersgruppen angeschafft. Sein Kunstprojekt greift sensibel in das Gefüge von Architektur, Pädagogik und bestehender Kunst ein. So knüpfen die kunsthandwerklichen Herstellungsarten der Teppiche und der Metallinschrift an die bestehenden Handwerks- und Kunstarbeiten im Schulhaus an und ergänzen diese um neue Perspektiven und Materialitäten.

Claudia Pantellini

Weitere Informationen