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Reality Hacking Nr. 206, 2004, Peter Regli

Peter Regli, «Reality Hacking Nr. 206», 2004
Peter Regli, «Reality Hacking Nr. 206», 2004

Bronze und Steine

Bei den Skulpturen handelt es sich um Bronzekopien von Steinen. Der Stein in der oberen Parzelle ist gross genug, dass eine Person bequem darauf liegen kann. Die beiden Dreiergruppen in den unteren Parzellen wurden, was ihre Grösse und Proportion betrifft, in Anlehnung an die Tradition der japanischen Zengärten ausgesucht, das heisst, sie stehen zueinander in einem Verhältnis von 2:3 und 1:3. Die Bronze-Steine sind patiniert und sind auf den ersten Blick gar nicht als Bronzegüsse zu erkennen. Sie sehen aus, als befänden sie sich schon seit Urzeiten an ihrem Ort. Einzig ihre Verschiedenartigkeit macht stutzig: Ein flacher, ausgewaschener Stein und kantige Bruchsteine nur wenige Meter voneinander entfernt: die vermeintliche Naturnähe erweist sich als eine hybride, hoch artifizielle Intervention. Peter Regli fasst seine künstlerischen Interventionen unter dem Begriff «Reality Hacking» zusammen. Seine Eingriffe werden nicht automatisch als Kunst erkannt: «Eine mehrdeutige Interpretation wird möglich», so Regli, «was Neugier, Irritation, Freude auslöst, je nachdem. Das Kunstwerk entsteht und vergeht in der Wahrnehmung des Betrachters.»

Claudia Spinelli

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