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Blumenfeld Vermittlung

Kunst und Bau als Inspiration für eigenes Tun: Ein Vermittlungsprojekt von Markus Weiss

Die hohe Sichtbarkeit von Kunst-und-Bau-Werken, ihre Nähe zum Alltag, ihre zum Teil komplexen Kommentare zu Gesellschaft, Architektur und Stadtraum verlangen nach Vermittlung. Diese ist in Schulen besonders produktiv und nachhaltig. Denn gerade an den Orten der Wissensvermittlung kann der Umgang mit Kunst einen Bildungsauftrag erfüllen: Wenn Kunst als Sprache erlebt wird, mit der man nachdenken, erkennen und kommunizieren kann.

Costa Vece, «Ratio vs. Emotio», Atelieransicht. Foto: Seraina Borner (Bildbearbeitung Markus Weiss)
Costa Vece, «Ratio vs. Emotio», Atelieransicht. Foto: Seraina Borner (Bildbearbeitung Markus Weiss)

Das Vermittlungsprojekt von Markus Weiss zum Kunst-und-Bau-Werk für die Schule Blumenfeld widmet sich genau diesem Anliegen. Im Frühjahr 2016 wird das Quartierschulhaus am Nordrand von Zürich Affoltern fertiggestellt. Der Neubau wird durch eine mehrteilige künstlerische Arbeit bereichert. Das Eingangsfoyer des Schulhauses erhält das monumentale Wandbild «Ratio vs. Emotio» des Zürcher Künstlers Costa Vece. Das rund 12,5 Meter lange und 2,8 Meter hohe auf Aluplatten aufgezogene Werk bezieht sich in seiner utopischen Geste auf die Zeit der Moderne und verbindet diese mit Themen und Praktiken der 60er und 70er-Jahre.

An Costa Veces archetypischen Bildwelten wie auch an seinem konkret-konstruktivistischen Ansatz orientiert sich das Vermittlungsprojekt des Zürcher Künstlers Markus Weiss, das die aktive Auseinandersetzung mit der Kunst-und-Bau-Intervention anregen und fördern soll. Das Vermittlungsprojekt verfolgt die Grundidee, die Impulse des bildnerischen Werks in dreidimensionales Gestalten zu überführen. Ab Herbst 2016 wird es mit den Schülerinnen und Schülern des Schulhauses Blumenfeld realisiert.

Costa Vece, Ausstellungsansicht Helmhaus 2012, Foto: Courtesy Helmhaus Zürich
Costa Vece, Ausstellungsansicht Helmhaus 2012, Foto: Courtesy Helmhaus Zürich

Skulpturen und Selbstporträts gestalten

Verschiedene, altersgerecht angelegten Workshops geben Gelegenheit, sich mit Techniken und Themen des skulpturalen Arbeitens zu beschäftigen. Zum einem werden in einem additiven Verfahren kleine Skulpturen aus Brockenhausmaterial, Klebebändern und Kartonabfall gebaut. Zum anderen werden aus einem grossen Klumpen Ton Selbstporträts geformt, die im Aussenraum des Schulhauses inszeniert werden.
Je nach Möglichkeiten des Schulbetriebs können vorgängige Exkursionen Impulse und Anregungen liefern, so etwa ein Besuch im Atelier des Künstlers Costa Vece oder ein Ausflug ins Kesselhaus St. Gallen, wo zahlreiche Arbeiten des Bildhauers Hans Josephson gelagert sind.

  

Hans Josephson, Foto: Courtesy Galerie Bob van Orsouw
Hans Josephson, Foto: Courtesy Galerie Bob van Orsouw

Als Arbeitsort dient ein vom Künstler Markus Weiss entwickelter kompakter und
multifunktionaler Workshop-Container, der im Aussenraum des Schulhauses installiert
werden soll. Die auffaltbaren Aussenwände des mobilen Werkraums können ohne
Kraftanstrengung um 90 Grad nach unten geklappt werden. So entstehen grosszügige
Arbeitsflächen auf unterschiedlicher Höhe, die das eigenhändige Arbeiten mit
ungewohnten Perspektiven erlauben.

Der Workshop-Container, in dem die Kinder...
Der Workshop-Container, in dem die Kinder...

...bildnerische Impulse in 3D überführen.
...bildnerische Impulse in 3D überführen.

Geleitet werden die Workshops von Markus Weiss in Zusammenarbeit mit dem Künstler Costa Vece und in Begleitung von interessierten Lehrpersonen. Angesprochen werden verschiedene Altersgruppen von der Kindergarten- bis zur Mittelstufe.

Kristin Bauer / Markus Weiss

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