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Das Nachlassproblem

Was es braucht, um einen Künstlernachlass lebendig zu erhalten, ist schnell aufgezählt: Raum, engagierte Fachkräfte, Geld und ein Publikum.

Von Caroline Kesser

Im Idealfall hat das hinterlassene Werk einen hohen Marktwert, dann wird es eine Galerie, eine Stiftung oder gar ein Museum gerne betreuen. Meist gelangt der Nachlass aber in die Hände von in jeder Hinsicht überforderten Erben. Ist die geerbte Kunst nun kostbar (was das Steueramt anzunehmen pflegt) oder entsorgt man sie am besten so schnell als möglich?

Erbinnen und Erben werden die Erfahrung machen, dass sich diese Bilder und Plastiken, Installationen und Erzeugnisse der Neuen Medien kaum noch an Kunstsammlungen verschenken lassen, da deren Depots schon randvoll sind.

Der Ruf nach Lagerräumen und Subventionen für die Betreuung von Nachlässen wird immer lauter. Die öffentliche Hand hat dafür (noch) kein Gehör. In den letzten Jahren hat es in der Schweiz aber verschiedene Privatinitiativen zur Linderung des wohl unlösbaren Nachlassproblems gegeben.

Einen Verein wie das «Forum für Nachlässe von Künstlerinnen und Künstlern» in Hamburg gibt es hierzulande noch nicht. Das 2005 von Inga Vater-Jensen gegründete ArchivArte Schweiz konzentriert sich auf Nachlässe von Frauen. Auf die Verwaltung und Aufarbeitung von ganzen Künstlernachlässen hat sich die im vergangenen Jahr eröffnete Galleria il Tesoro von Ex-Auktionator Ueli Eberhart in Altendorf spezialisiert. Neu ist auch die Kresau-4-Stiftung in Aathal-Seegräben, die sich für Künstler einsetzt, die nie im Rampenlicht standen, und auch Inventare oder Publikationen nachgelassener Werke unterstützt.

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