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Beatrice Grob, Juristin im TED

Beatrice Grob, Juristin im Tiefbau- und Entsorgungsdepartement, vor dem Werk von Urs Lüthi: «Das Unperfekte von Aufnahme und Vergrösserung übt auf mich einen grossen Reiz aus.»

Künstler: Urs Lüthi (*1947)

Werk: Selbstportrait mit Landschaft (zweiteilig), 1970, S/W-Fotografie auf Fotoleinwand

Foto: Juliet Haller

Warum haben Sie ausgerechnet dieses Werk ausgewählt?

Da es im Büro relativ viel Platz an der Wand hat, habe ich mich in der Kunstsammlung der Stadt Zürich nach einem grösseren Kunstwerk umgeschaut. Nachdem mich von den dortigen grösseren Kunstwerken keines auf den ersten Blick angesprochen hatte, blätterte ich in einem Katalog, in dem Werke der Aussenstelle der Sammlung präsentiert waren. Obwohl ich mir Grösse und Wirkung des Werkes nicht vorstellen konnte, war mir sofort klar, dass es das «Selbstportrait mit Landschaft» von Urs Lüthi sein sollte. Als sich herausstellte, dass das Bild tatsächlich ausgeliehen werden kann und mein Büro dafür als tauglich für die Hängung befunden wurde, freute ich mich sehr.

Mir gefällt insbesondere, dass das Bild so roh ist und extreme Tiefenwirkung hat. Das Unperfekte von Aufnahme und Vergrösserung übt auf mich einen grossen Reiz aus.

Was haben Sie sich ursprünglich gewünscht, ausleihen zu können, und warum?

Eigentlich hätte ich gerne eine kleinere Skulptur oder Installation ausgeliehen. Aber die Büroräumlichkeiten liessen nur etwas an der Wand zu. Darum wünschte ich mir eine Fotografie.

Was bedeutet Ihnen das ausgewählte Werk in Ihrem Arbeitsalltag?

Die Fotografie kann ich im Büro von überall her sehen. Der schlafende Künstler hat eine beruhigende Wirkung, wenn es hoch zu und her geht oder wenn ich mich aufgeregt habe. Die Landschaft gibt mir Weitsicht, einen Blick über den Bürotischrand hinaus. Und sie relativiert auch die kleineren Sorgen, bringt etwas Dauerndes in die Schnelllebigkeit.

Gibt es Momente, in denen das Kunstwerk Sie stört, und warum?

Manchmal denke ich, dass das Foto vielleicht etwas düster wirkt. Gerade dann, wenn es regnet und draussen grau ist. Aber dann schaue ich es mir an und bin sofort wieder überzeugt von der Wahl. Denn das Sonnenlicht auf dem Bild – so klein es auch ist – strahlt intensiv und seine Wirkung wird gerade durch die dunkle Berglandschaft verstärkt. Das Bild ist immer ein Lichtblick.

Welche Art von Kunst können Sie sich keinesfalls in ihrem Büro vorstellen?

Sofern ich mich angesprochen fühle, kann ich mir jede Art von Kunst vorstellen. Allerdings setzt die Umgebung schon auch gewisse Grenzen, wie ich gemerkt habe. Als mir in der Kunstsammlung zwei Werke mit relativ viel Haut gezeigt wurden, war mir sofort klar, dass diese in einem beruflichen Kontext eine ganz andere Wirkung entfalten als im privaten Umfeld.

Interview: Irene Schildknecht, Leiterin Kunstsammlung der Stadt Zürich

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