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Gian Dönier, Dienstabteilung Verkehr

Gian Dönier, Chef Verkehrssteuerung und stellvertretender Leiter Verkehrsmanagement bei der Dienstabteilung Verkehr im Polizeidepartement, zum Werk von Ingo Giezendanner: «Es braucht ein wenig Glück, um ein Highlight der Kunstsammlung zu erwischen.»

Künstler: Ingo Giezendanner (*1975)

Werk: «GRRRR: Luege», 2011, LCD-Screen mit SD-Speicherkarte, eingefasst in PVC-Hartschaum mit Laserprint auf Papier bezogen, 15 x 21 x 1 cm / 2:43 Min, Loop

Foto: Martin Stollenwerk / Pro Litteris

Das Video von Ingo Giezendanner kann hier abgerufen werden.

Warum haben Sie ausgerechnet dieses Werk ausgewählt?

Videoinstallationen haben mich in den letzten Jahren verstärkt angesprochen. Dabei bin ich davon ausgegangen, dass es kaum einmal möglich sein wird, diese Kunstform auch in eigenen Räumen zu platzieren und Videos dem Museum vorbehalten bleiben. Das Werk «GRRRR: Luege» stellt gewissermassen eine Videoinstallation im Büroformat dar. Ein Teil des Filmloops zeigt Autos, die eigensinnig umherfahren und selbst eine Ampel kommt in einer Sequenz vor. Somit wurde mir schnell klar, dass das Werk wie geschaffen ist für mein Büro.

Was für Kunst haben Sie sich ursprünglich für Ihr Büro vorgestellt?

Ich wollte mir nichts ausleihen, da bereits schon vorher genügend tolle Werke mein Büro geschmückt haben. Ich habe einen Arbeitskollegen begleitet, der nach Bildern für sein Büro suchte. Im Wissen, dass es ein wenig Glück braucht, ein Highlight der Kunstsammlung zu erwischen, sind wir auf der Suche nach einem Werk für ihn von Zeit zu Zeit in der Kunstsammlung vorbeigegangen. Bei unserem letzten Besuch hat mir Ramona Brückner, die mittlerweile recht gut weiss, mit welcher Kunst sie mein Interesse wecken kann, die Arbeit von Ingo Giezendanner gezeigt und ich konnte nicht widerstehen.

Was bedeutet Ihnen das ausgewählte Werk in Ihrem Arbeitsalltag?

Das ist sehr unterschiedlich. Es gibt Tage, an denen ich dem Werk keine besondere Aufmerksamkeit schenke. Manchmal verhilft mir das Gesicht mit den lebendigen Augen jedoch zu einem Moment der Zerstreuung und Ablenkung. Oder es ist in seiner Skurrilität ein Aufsteller. Wenn ich mir ab und an etwas mehr Zeit nehme und den Film ein wenig verfolge, verleiht mir dieser einen Blick in eine Welt, in der Verschiedenes aufeinandertrifft: Bauarbeiten, Verkehr, Natur. Das Werk stellt insofern kunstvoll die Arbeit verschiedener Verwaltungseinheiten dar.

Gibt es Momente, in denen das Kunstwerk Sie stört, und warum?

Anfänglich war ich etwas in Sorge, dass bewegte Kunst im Büro zu stark ablenken würde. Aus diesem Grund habe ich das Objekt bewusst hinter meinem Rücken platziert. Meine Befürchtung hat sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil. Ich freue mich immer wieder, wenn ich in meinem Büro zur Türe hereinkomme und das Werk erblicke.

Welche Art von Kunst können Sie sich keinesfalls in Ihrem Büro vorstellen?

Ich fühle mich von ganz unterschiedlicher Kunst angesprochen. Ein Bild aus der Epoche des Realismus würde mir jedoch kaum entsprechen und wird vermutlich kaum einmal meine Wände zieren.

Interview: Ramona Brückner, Fachspezialistin Kunstsammlung der Stadt Zürich

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