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Remo Blumenthal und Michael Bischof, Integrationsförderung

Remo Blumenthal (l.) und Michael Bischof (r.), Projektleiter in der Integrationsförderung, neben der Installation «imagine» von Andreas Helbling und Zelijka Marusic. «Ich habe festgestellt, dass ‹imagine› gut zu uns passt. Die Fragilität finde ich in ‹imagine› genauso wie in unserer Arbeit», sagt Michael Bischof.

Künstler: Andreas Helbling und Zelijka Marusic

Werk: imagine, 2004, Holzsockel, DVD (Ton und Farbe), Flachmonitor, 2 Teelichter (2/6),
104,5 x 42,5 x 25 cm (nur Holzgestell mit Karton); Loop 3.14 min.

Foto: Andreas Helbling

«imagine» an seinem Standort im Stadthaus:
Hier geht’s zum Video, gedreht von Andreas Helbling.

Warum haben Sie ausgerechnet dieses Werk ausgewählt?

Remo Blumenthal: Wir suchten nach einer Installation, die im beschränkt vorhandenen Raum eine Wirkung erzielt. Zuerst sahen wir nur die Fotografie der Installation, die auf uns sehr feingliedrig wirkte. Als ich die Installation dann selbst gesehen hatte, irritierte mich die scheinbar instabile Bauweise schon ein bisschen, gleichzeitig wirkte genau diese Instabilität faszinierend auf mich. Auch fand ich Gefallen am Wechselspiel der kombinierten Materialien, wobei das «Neue» (DVD und Flachmonitor) auf dem «Alten» (Holzsockel und Kerze) aufbaut bzw. das Video nur mit Verwendung von Kerzen zu sehen ist.

Michael Bischof: Das war eigentlich keine bestimmte Wahl. Die Installation ist mir einfach aufgefallen. Erst später habe ich mich mit dem Werk auseinandergesetzt und dabei festgestellt, dass «imagine» gut zu uns passt. Die Begegnung und Stimmung zwischen Menschen, die Bilder, die dabei eine Rolle spielen, sowie die Fragilität finde ich in «imagine» genauso wie in unserer Arbeit. An der Installation gefällt mir besonders, dass diese an verschiedenen Orten dieser Welt Station gemacht hat und damit – wie unsere Arbeit – internationale Bezüge hat.

An was für ein Kunstwerk haben Sie ursprünglich gedacht?

Michael Bischof: Seit ich bei der Stadt arbeite, begleitet mich die Arbeit «Birmingham Istanbul Zürich» von Linda Herzog. Eine Arbeit, die mir von Beginn weg sehr stark ans Herz gewachsen ist. Ich konnte mir nur etwas vorstellen, das die Fotos von Linda Herzog nicht in Frage stellt, sondern ergänzt.

Remo Blumenthal: Trotz 2000-Watt-Gesellschafts-Vorgaben hatte ich an eine Videoinstallation gedacht. Zumindest sollte es etwas Zeitgenössisches sein.

Was bedeutet Ihnen das ausgewählte Werk in Ihrem Arbeitsalltag?

Michael Bischof: Der wohl offensichtlichste Zweck ist, dass ich «imagine» jeweils Personen vorstelle, die zum ersten Mal in unser Büro kommen. Manchmal führen ich und Remo das Werk auch vor. Daraus entwickeln sich fruchtbare Diskussionen über das Zusammenleben und damit über unsere Arbeit.

Remo Blumenthal: Meistens steht es still und leise im Durchgang. Eingeschaltet erzielt es, mit dem Kerzenlicht und dem repetitiven Soundtrack («Satellite of Love» von Lou Reed), eine sehr beruhigende Wirkung. Dies ganz im Gegensatz zu den ebenfalls in unserem Büro aufgehängten Schildern von Hansruedi Fricker (Ort der Gier, Ort der Angst und Ort der Wut), welche meist als Provokation wahrgenommen werden.

Gibt es Momente, in denen Sie das Kunstwerk stört?

Remo Blumenthal: Aufgrund seiner Lage und schlichten Art hat es mich bisher noch nicht gestört.

Michael Bischof: Eigentlich nicht. Manchmal nehme ich es gar nicht wahr, denn meist ist «imagine» ja nicht in Betrieb.

Welche Art von Kunst können Sie sich in Ihrem Büro keinesfalls vorstellen?

Michael Bischof: Sag niemals nie, doch eine Performance wäre wohl ein zu irritierender Eingriff in meinen Arbeitsalltag.

Remo Blumenthal: Wer weiss, auch eine Performance könnte ihren Reiz ausüben und sich inspirierend auf unsere Arbeit auswirken.

Interview: Irene Schildknecht, Leiterin Kunstsammlung der Stadt Zürich

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