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Urs Spinner, Departementssekretär Hochbaudepartement

Urs Spinner, Departementssekretär im Hochbaudepartement: «Ich wollte unbedingt eine Petersburger Hängung.»

Künstler des Gemäldes unten links, im Blickfeld von Urs Spinner: Albert Welti (1862–1912)

Werk: «Nessus und Dejanira», 1894, Öl auf Leinwand, 34 x 42 cm

Foto: Juliet Haller

Warum haben Sie ausgerechnet das Werk von Albert Welti für Ihre Bilderwand ausgewählt?

Um meine Sinne zu schärfen. Das Bild gefällt mir nämlich nicht. Aber nur wenn ich mir selber auf die Schliche komme, warum ich etwas gut oder schlecht finde, lerne ich mich besser kennen.

Was für Kunst haben Sie sich ursprünglich für Ihr Büro vorgestellt?

Ich wollte unbedingt eine Petersburger Hängung. So kann ich mein Auge über die guten und schlechten Werke gleiten lassen und mir jeden Tag beim Telefonieren ein anderes Bild aussuchen.

Was bedeutet Ihnen das ausgewählte Werk in Ihrem Arbeitsalltag?

Albert Welti hat den heimtückischen Kentaur Nessos auf die Leinwand gepinselt, wie er gerade die schöne Dejanira zu entführen versucht. In dieser Story geht's um Giftpfeile, Untreue, Eifersucht, Mörderblut, Selbstverbrennung und weitere herkulische Themen, die uns jeden Tag bei der Arbeit begegnen.

Gibt es Momente, in denen Sie ein Kunstwerk an Ihrer Bilderwand stört, und warum?

Das Landschaftsbild mit Chalet von Ernst Hodel irritiert mich immer wieder von Neuem. Der Lauf des Wassers, das übers Mühlrad strömt, ist so kreuzfalsch gemalt, dass ich an meiner Wahrnehmung zweifle.

Welche Art von Kunst können Sie sich keinesfalls in Ihrem Büro vorstellen?

Eine Performance von Milo Moiré fände ich schwierig: Vor allem wegen all der zerschlagenen Eier auf dem Fussboden.

Interview: Ramona Brückner, Fachspezialistin Kunstsammlung der Stadt Zürich

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