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Modernisierung Pfauen

Nach fast 100 Jahren Bestand muss das Stammhaus des Schauspielhauses, der Pfauen, umfassend modernisiert werden. Dies ist eine Chance, das klassische Sprechtheater für die Zukunft zu rüsten. Rund um die Modernisierung stellen sich aber anspruchsvolle denkmalpflegerische Fragen. In Machbarkeitsstudien werden nun die verschiedenen Varianten geklärt.

Das Schauspielhaus Zürich ist eines der führenden Sprechtheater Europas und bietet heute in zwei Häusern klassische Inszenierungen wie auch innovative neue Formen. 

Das Stammhaus, der «Pfauen», blickt auf eine lange Entstehungsgeschichte zurück. Schon 1880 wurde am Heimplatz Theater geboten; 1926 bekam die Anlage ungefähr die heutige Prägung; 1938 wurde die wirtschaftliche Struktur geschaffen, die noch heute funktioniert und 1976 fand die letzte Modernisierung statt.

Heute, rund 40 Jahre später, ist eine umfassende Instandsetzung der städtischen Liegenschaft dringend notwendig. Eine solche Instandsetzung bietet zusammen mit einer Modernisierung die grosse Chance, das Haus für Publikum, Kunst und Betrieb zeitgemäss auszustatten.

Neue Bedürfnisse, neue Erwartungen

Über die Jahrzehnte hat sich das Sprechtheater stark weiterentwickelt. Zudem sind die Erwartungen an heutige Theatererlebnisse nicht mehr dieselben: Das heutige Theater geht anders mit dem Raum um, will neue technische Möglichkeiten einsetzen und sucht eine grössere Nähe zum Publikum. 

Der Umstand, dass im «Pfauen» auf vielen Plätzen die Sicht und die Akustik ungenügend sind, wirkt sich in der Folge heute viel negativer aus als vor 100 Jahren. Rund um die Bühne herrschen enge Platzverhältnisse und limitieren die künstlerischen Möglichkeiten. Zudem ist das Foyer viel zu klein, um als Ort der Begegnung befriedigend zu funktionieren. 

Mit der Modernisierung zeitgemässe Bedingungen schaffen 

Mit der geplanten Modernisierung sollen auch im Stammhaus «Pfauen» zeitgemässe Bedingungen geschaffen werden. Machbarkeitsstudien der letzten Jahre haben gezeigt, wie der «Pfauen» hinsichtlich Kunst, Publikum und Betrieb optimal weiterentwickelt werden kann. Nicht gerüttelt wird dabei am grundsätzlichen Format einer «Guckkasten-Bühne», die klassisches Ensembletheater und den gewohnten Repertoirebetrieb gewährleistet. Für andere Formate stehen die modularen Raumbühnen im Schiffbau zur Verfügung. 

Weil der historische Zuschauersaal im Inventar der schützenswerten Bauten von kommunaler Bedeutung eingetragen ist, hat der Stadtrat aufgrund einer sorgfältigen Güterabwägung im Frühling 2018 beschlossen, das Gebäude aus diesem Inventar zu entlassen. Gegen diese Inventarentlassung legte der Heimatschutz daraufhin Rekurs ein; im Gemeinderat wurde im Januar 2019 eine Motion überwiesen, die den Stadtrat verpflichtet, verschiedene Varianten zur Modernisierung des Saals darzulegen. Dabei soll insbesondere geklärt werden, ob es Alternativen zu einem vollständigen Rückbau des geschützten Saals gibt. Allen Vorschlägen wird gemein sein, dass der denkmalgeschützte Blockrand auf jeden Fall in seiner äusseren Erscheinung erhalten bleibt.

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