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Seeufer Wollishofen

Im Rahmen einer Testplanung unter der Federführung des Amts für Städtebau werden Möglichkeiten für die stadträumliche Entwicklung des Seeufergebiets zwischen der Landiwiese und bis und mit der Roten Fabrik entworfen.

Seeufer_Wollishofen_Perimeter
Die Testplanung «Seeufer Wollishofen» umfasst den Bereich des Seeufers zwischen der Landiwiese und dem Cassiopeiasteg, bzw. zwischen dem Mythenquai und dem Zürichsee.

Das Seeufer in Wollishofen ist heute ein beliebter Treffpunk, Kultur- und Gewerbestandort. Mit der Testplanung «Seeufer Wollishofen» entwickelt die Stadt Zürich freiräumliche und städtebauliche Szenarien für einen Teil des linken Zürichseeufers. Grundlage dafür ist die vom Zürcher Gemeinderat am 26. Juni 2019 überwiesene dringliche Motion (GR Nr. 2019/44). Sie beauftragt den Stadtrat mit einer neuen Gebietsplanung im Perimeter zwischen Seeufer und Mythenquai – in der Höhe zwischen Werft Pier 7 bis und mit der Roten Fabrik, wobei die Bedürfnisse der Stadtbevölkerung nach Erholung, Freiraum und preisgünstigem Wohnraum zu berücksichtigen sind.

Aktuell

Ausgangslage

Das «Städtebauliche Quartierentwicklungsleitbild Wollishofen», und das «Leitbild Seebecken» bezeichnen die städtebaulichen und freiräumlichen Entwicklungsziele für das Seeufer Wollishofen: Im Zentrum stehen die Klärung der öffentlichen Zugänglichkeit zum See und den quartierinternen Freiflächen, städtebauliche Fragen und eine Prüfung von zusätzlicher Gastronomie (Vgl. Leitbild Seebecken, S. 33). Die bestehenden Begegnungs- und Aufenthaltsorte sollen erhalten, erschlossen und ausgebaut werden.

In der Bau- und Zonenordnung der Stadt Zürich (BZO) ist das Wollishofer Seeufer verschiedenen Freihaltezonen, der Wohnzone und der Zone für öffentliche Bauten zugewiesen. Für das KIBAG-Areal gelten Sonderbauvorschriften. Die Zonenzuweisung wurde mit der BZO 1999 festgelegt. Die Sonderbauvorschriften «KIBAG-Areal Mythenquai» wurden im Zusammenhang mit der Umzonung erarbeitet und traten 2009 in Kraft.

Seither hat die Siedlungsentwicklung nach innen an Bedeutung gewonnen und die wachsende städtische Bevölkerung nutzt die vorhandenen Erholungsanlagen am See intensiver. In den Richtplänen, im Leitbild Seebecken und in den städtischen Fachplanungen sind die Ziele und Vorgaben für die Nutzungsplanung definiert. Zudem schreibt der neue § 67a des Planungs- und Baugesetzes über die Uferbereichsplanung vor, dass die Seeuferbereiche aufgrund ihrer sensiblen Lage überprüft werden müssen.

Aufgabenstellung Testplanung

In der Testplanung «Seeufer Wollishofen» werden mittels unterschiedlicher Szenarien die Möglichkeiten in Bezug auf Stadt- und Freiraum aufgezeigt.

Die Szenarien zeigen Chancen und Herausforderungen eines möglichen Nebeneinanders von Arbeiten, Kultur, Wohnen, Erholung und Freizeit. Dabei sollen die vielfältigen Bedürfnisse der Nutzergruppen vor Ort, die Entwicklungsabsichten der Grundeigentümerinnen, kommunale raumwirksame Bedürfnisse, die landschaftlich sensible Lage am Zürichsee sowie die raumplanerischen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.

Auch werden, im Sinne einer Auslegeordnung, teilweise gegensätzlichen Anliegen thematisiert. Aufgrund der heutigen Zonierung und der Motion – die auch preisgünstigen Wohnraum fordert – müssen die Chancen und Risiken eines Wohnanteils planerisch geprüft werden. Demnach werden auch Szenarien mit einem Wohnanteil erarbeitet.

Die Aufgaben umfassen unter anderem:

  • die Verortung und die Zusammensetzung von unterschiedlichen Nutzungen unter Berücksichtigung der vorhandenen Qualitäten
  • unterschiedliche Wohnanteile: Von keinen zusätzlichen Wohnungen bis zu einem moderaten Anteil an zusätzlichen Wohnungen
  • die Anordnung und Ausdehnung von Freiräumen, dem Seezugang sowie die Zugänge aus dem Quartier
  • die Verbesserung der Fuss- und Velowege

Dabei wird auf die bestehenden Kultur-, Gewerbe- und Freizeitnutzungen, das Ortsbild und schutzwürdige Objekte Rücksicht genommen. Die freiräumlichen und städtebaulichen Szenarien sollen die Chancen und die Zielkonflikte aufzeigen, die je nach Gewichtung der verschiedenen Bedürfnisse und Interessen entstehen. Die geltenden planungsrechtlichen Vorgaben, können und sollen dabei in Frage gestellt werden, wenn klar erkennbare und überzeugende Vorteile aufgezeigt werden. Die Szenarien der Testplanung bilden nach Abschluss eine Entscheidungsgrundlage für den Stadtrat und die Stadtverwaltung für die Gebietsentwicklung.

Ablauf Testplanung

Folgende drei interdisziplinären Bearbeitungsteams, bestehend aus Architektur-,Landschaftsarchitektur- und Sozialraumbüros bearbeiten die Aufgabe der Testplanung gemäss Programm in zwei Phasen:

  • Ammann Albers StadtWerke, LINEA landscape architecture, Zeugin Gölker Immobilienstrategien
  •  Bryum, Van de Wetering, Cabane Partner
  • Hosoya Schaefer Architects, S2L Landschaftsarchitekten, Denkstatt Sàrl

In der ersten Bearbeitungsphase von Dezember 2021 bis März 2022 haben die drei Bearbeitungsteams je zwei Szenarien erarbeitet. Die zweite Phase läuft aktuell.

In zwei Workshops im März und Juni 2022, wurden und werden die verschiedenen Entwicklungsszenarien besprochen. Sie dienen dem intensiven und offenen Austausch zwischen den Bearbeitungsteams, dem Begleitgremium, den privaten GrundeigentümerInnen und den Vertretenden aus den Anspruchsgruppen.

Erster Workshop

Der erste Workshop fand am 22. März 2022 statt. Die ersten Ideen der Bearbeitungsteams (zwei bis drei Szenarien pro Team) wurden mit rund 60 Teilnehmenden diskutiert und Empfehlungen für die Weiterbearbeitung formuliert. Jedes Bearbeitungsteam hat nun einen konkreten Auftrag für die Weiterbearbeitung mit einem thematischen Schwerpunkt bekommen. Der zweite Workshop findet im Juni 2022 statt.

Einblick in die ersten Entwürfe der Bearbeitungsteams sowie Diskussionspunkte des ersten Testplanungsworkshops finden Sie beim «Dialog Seeufer Wollishofen».

Politischer Prozess

Die Arbeiten und Diskussionen der Testplanung werden bis Herbst 2022 in einem Schlussbericht dokumentiert. Dieser bildet die Grundlage für die nachfolgenden Abklärungen und Verhandlungen in der Masterplanphase, wo die breit diskutierten Ergebnisse der Testplanung konsolidiert werden.

Der Masterplan bildet wiederum die Basis für die nachfolgende Überprüfung und Überarbeitung der behördenverbindlichen Richtplanung, der grundeigentümerverbindlichen Planungsinstrumente und für allfällige weitere Umsetzungsmassnahmen. Der Masterplan wird dem Stadtrat zur zustimmenden Kenntnisnahme vorgelegt. Mit dieser soll schliesslich die Abschreibung der Motion GR Nr. 2019/44 beantragt werden. Dies bedeutet auch: Aus der Testplanung werden keine Bauvorhaben resultieren. Sie dient insbesondere als Grundlage für die kommenden politischen Prozesse.

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Mitwirkung

Vertreterinnen und Vertreter diverser Anspruchsgruppen im «Echoraum» fortlaufend in den Planungsprozess miteinbezogen. Im «Dialog Seeufer Wollishofen» werden die Quartierbevölkerung und die Personen vor Ort informiert und involviert.

Kontakt

Amt für Städtebau
Lindenhofstrasse 19
Amtshaus IV
8001 Zürich
Telefon Zentrale +41 44 412 11 11

Ansprechpersonen

 

Denise Janes      
Co-Projektleiterin
Amt für Städtebau

Gabriela Arpagaus        
Co-Projektleiterin
Amt für Städtebau

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