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Themen der räumlichen Stadtentwicklung

Das Wachstum der Wohn- und Arbeitsbevölkerung ist Rahmenbedingung und Chance. Die dadurch entstehenden Handlungsmöglichkeiten sollen zum Vorteil für die räumliche Stadtentwicklung genutzt werden. Die folgenden Themen nehmen dabei einen besonders wichtigen Stellenwert ein.

Bauliche Verdichtung am richtigen Ort und mit Qualität

Siedlung

Im Stadtgebiet sollen die planerischen Voraussetzungen geschaffen werden, um durch bauliche Verdichtung Flächen für rund 100'000 zusätzliche EinwohnerInnen bis 2040 zu ermöglichen. Durch Vorgaben zur Nutzungsmischung entsteht gleichzeitig Raum für zusätzliche Arbeitsplätze.

Die bauliche Verdichtung soll mit Blick auf die bestehenden und künftigen Qualitäten erfolgen und die Identität der Zürcher Stadtteile berücksichtigen. Nicht alle Gebiete sind für zusätzliche Verdichtung geeignet. Die Eignung hängt zum Beispiel von der Verkehrserschliessung, den bestehenden Siedlungsstrukturen und dem Ortsbildschutz, der Parzellenstruktur und den Eigentümerverhältnissen sowie den landschaftlichen Gegebenheiten ab.

Der kommunale Richtplan Siedlung, Landschaft, öffentliche Bauten und Anlagen soll zeigen, welche Gebiete für zusätzliche bauliche Verdichtung geeignet sind. Es wird angestrebt, Richtwerte für die Bandbreite des Dichtemasses festzuhalten. Da der Richtplan für die Behörden, nicht aber für GrundeigentümerInnen verbindlich ist, werden Vorgaben festgehalten, die dann im Rahmen der grundeigentümerverbindlichen Planung konkretisiert und berücksichtigt werden müssen.
 

Zentren als Orte vielfältiger Nutzungen

Zentrum

Die städtischen Funktionen Versorgung, Begegnung, Arbeit, Erholung, Aufenthalt und Fortbewegung konzentrieren sich in den vielfältigen grossen und kleineren Zentren der Stadt Zürich.

Diese «polyzentrische» räumliche Organisation und die Funktion der einzelnen Zentren als attraktive, identitätsstiftende und gut erreichbare Orte für Aufenthalt und Verkehr, insbesondere den Fussverkehr, soll vor dem Hintergrund des Bevölkerungswachstums gestärkt und weiterentwickelt werden.

Dazu sind in den Quartierzentren, vor allem in den Erdgeschoss-Bereichen, gemischte Nutzungen zu konzentrieren. Die umgebenden Plätze und Strassen sind zudem so zu gestalten, dass sie auf diese gemischten Nutzungen Bezug nehmen und eine hohe Aufenthaltsqualität bieten.

Der kommunale Richtplan Siedlung, Landschaft, öffentliche Bauten und Anlagen soll die relevanten Zentren auf kommunaler Stufe bezeichnen. Da der Richtplan für die Behörden, nicht aber für GrundeigentümerInnen verbindlich ist, werden Vorgaben festgehalten, die dann im Rahmen der grundeigentümerverbindlichen Planung konkretisiert und berücksichtigt werden müssen.

Versorgung mit öffentlichen Freiräumen und Stadtnatur

Freiraum

Mit der baulichen Verdichtung steigt die Anforderung an die ausreichende und effektive Versorgung mit Freiräumen für unterschiedliche Bedürfnisse – Aufenthalt, Begegnung, Erholung, Freizeit, Ruhe, Bewegung, Spiel und Sport.

Diese Freiräume haben eine grosse, identitätsstiftende Wirkung in den Quartieren und sind wichtige Treffpunkte mit hoher Aufenthaltsqualität für die Bevölkerung. Sie leisten aber – gut vernetzt – auch einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Vielfalt der einheimischen Pflanzen- und Tierwelt und sind dem Stadtklima dienlich.

Je nach Charakter der Zürcher Stadtteile und ihrer Ausstattung mit privaten Freiflächen, öffentlichen Parks und Plätzen, sind neue öffentliche Freiräume zu schaffen und ist die Erreichbarkeit bestehender Freiräume zu verbessern. 

Der kommunale Richtplan Siedlung, Landschaft, öffentliche Bauten und Anlagen soll dazu dienen, die notwendigen Flächen für die Versorgung mit öffentlichen Freiräumen zu reservieren.

Öffentliche Bauten und Anlagen

Schule

Mit zusätzlichen EinwohnerInnen steigt auch die Nachfrage nach öffentlichen Einrichtungen. Für die grossen öffentlichen Nutzungen wie Spitäler, Theater, Hochschulen und Kantonsschulen sind die Standorte im kantonalen Richtplan gesichert.

Ein Hauptaugenmerk der kommunalen Planung liegt auf der Sicherung von Flächen für die Volksschule. Zudem ist das Angebot an Sportanlagen und an Flächen für Aufgaben der Sicherheit zu prüfen. Dies insbesondere auch deshalb, weil diese Nutzungen teilweise standortgebunden sind und oft ein sehr spezifisches Raumangebot benötigen. Ein solches ist auf dem Immobilienmarkt in der Regel nicht erhältlich und nur schwierig in bestehenden Strukturen zu realisieren.

Mit dieser räumlichen Vorsorge soll das gute Angebot an öffentlichen Dienstleistungen und die vielfältige funktionale Durchmischung in der Stadt erhalten werden.

Der kommunale Richtplan Siedlung, Landschaft, öffentliche Bauten und Anlagen soll dazu dienen, die notwendigen Flächen für die Versorgung mit öffentlichen Bauten und Anlagen zu reservieren.

Weitere Themen

Umweltschutz in der dichter werdenden Stadt

Die Umsetzung der übergeordneten raumplanerischen Vorgabe der Innenentwicklung wirkt sich im Stadtgebiet «per se» herausfordernd auf die Situation des Umweltschutzes aus.

Die kommunale Richtplanung muss mit den Anforderungen an ein gesundes Stadtklima und den Schutz vor Lärm abgestimmt sein. Bei der Umsetzung konkreter Projekte sind in der Folge gebietsspezifische Lösungen, zum Beispiel für den Lärmschutz oder das Stadtklima, zu realisieren.

Der entsprechende «Masterplan Stadtklima» befindet sich gegenwärtig in Bearbeitung. Er wird die «Klimaanalyse Stadt Zürich» ersetzen.

Sozialverträgliche räumliche Entwicklung

Mit der baulichen Verdichtung und der Zunahme der Bevölkerung verändern sich das soziale Gefüge und das Zusammenleben in den Stadtgebieten. Diese Prozesse müssen von der öffentlichen Hand und unter Einbezug der privaten Eigentümerschaften frühzeitig vorbereitet, begleitet und abgefedert werden.

Dazu beobachtet die Stadt Veränderungsprozesse aus einer sozialräumlichen Perspektive und entwickelt gebietsspezifische Massnahmen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Gebieten, in denen die Wahrscheinlichkeit eines künftigen sozioökonomischen Wandels hoch ist.

Die Entwicklung der Quartierzentren und der öffentlichen Stadt- und Freiräume ist neben der Erhaltung eines vielfältigen Wohnraumangebots mit einem substanziellen Anteil preisgünstiger Wohnungen eine wichtige Voraussetzung dafür, dem Zusammenleben und den Grundbedürfnissen des täglichen Lebens Rechnung zu tragen.

Abstimmung mit der Energieplanung

Eine zu 80 % fossilfreie Wärmeversorgung, wie es das Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft erfordert, ist in einigen Stadtgebieten nur schwierig umzusetzen. Eine zusätzliche Verdichtung könnte diese Ausgangslage noch verschärfen. 

Die bauliche Verdichtung soll deshalb in Abstimmung mit der Energieplanung erfolgen. Das heisst, dass die Verdichtung nach innen primär dort erfolgen soll, wo ein ausreichendes Angebot für die Versorgung mit Abwärme und erneuerbaren Energien besteht. Zudem soll die bauliche Verdichtung dazu genutzt werden, die Solarstromproduktion auf dem Stadtgebiet zu erhöhen.

Abstimmung mit der Verkehrsplanung

Ein effizienter und gut ausgebauter öffentlicher Verkehr sowie die Weiterentwicklung von funktionsfähigen Stadt- und Strassenräumen für den Fuss- und Veloverkehr sind zentral für eine urbane Mobilität.

Nutzungen wie Arbeitsplätze, Detailhandel, öffentliche Einrichtungen sind weiterhin so zu organisieren, dass möglichst kurze Wege entstehen.

Während die Hauptweichen für die Koordination der Siedlungs- und Verkehrsplanung in den regionalen und kantonalen Richtplänen Verkehr gestellt werden, macht der kommunale Richtplan Verkehr (derzeit in Erarbeitung) Festlegungen zum kommunalen Strassennetz und zu Fussgängerbereichen, zum Fussverkehr, Ergänzungen zum regional festgelegten Veloroutennetz und zur Parkierung.

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