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«Die Stadt Zürich baut nicht teurer als andere Bauherren. Allerdings leistet man sich aus Kosten-Nutzen/Ertragsüberlegungen oft mehr.»


Verantwortungsbewusst mit Steuergeldern umzugehen, ist eine Selbstverständlichkeit und auch beim Bauen oberstes Gebot. Auch ich staune manchmal, wenn ich ein Baugeschäft auf dem Tisch habe und ein Kiosk 5 Millionen, ein Schulhaus 70 Millionen und die Sanierung eines Verwaltungsgebäudes 50 Millionen kostet. «Scho tüür», denke ich – also will ich auch wissen, was denn genau wie viel kostet. Und es lohnt sich, genauer hinzuschauen.

Nachhaltig bauen

Wenn wir über Kosten reden, dürfen wir nicht einfach die Anfangsinvestition anschauen, wir müssen ein Gebäude über seine ganze Lebenszeit betrachten – denn die so genannten Lebenszykluskosten sind eine entscheidende Grösse. Ich will von meinen Fachleuten wissen, ob sich eine Investition längerfristig lohnt. Manchmal ist es besser, am Anfang mehr in qualitativ gute Materialien zu investieren, als bereits nach ein paar Jahren wieder reparieren zu müssen.

Wenn wir über Kosten reden, müssen wir auch genau hinschauen, was wir bestellen. In meinem Auftrag hat das Hochbaudepartement die Kosten von Gesundheitsbauten, von Schulhäusern und von Wohnsiedlungen unter die Lupe genommen und mit anderen, nicht städtischen Bauten verglichen. Das Resultat: Die Stadt baut nicht teurer als andere. Aber wir setzen aus Überlegungen zum Kosten-Nutzen/Ertragsverhältnis oft auf höhere Standards. Der Stadtrat, der Gemeinderat, und auch die Bevölkerung beschliessen zuweilen eine Erhöhung eines Standards, weil dies ein Bedürfnis ist.

Bedürfnisgerecht bauen

Alte Menschen sollen z.B. in den Altersheimen Balkone haben und sich in Gemeinschaftsräumen aufhalten können. Die Schülerinnen und Schüler brauchen mit den neuen pädagogischen Konzepten mehr Platz als früher – nicht nur in Zürich. Wir wollen bei unseren Bauten die aktuellsten Minergie-Standards erfüllen, schliesslich ist das ein Beitrag an die 2000-Watt-Gesellschaft, zu der die Stimmberechtigten deutlich ja gesagt haben. Mehr Platz, Balkone, ökologisches Bauen – all das kostet Geld. Aber wenn wir überzeugt sind, dass die Steuergelder dafür gut eingesetzt sind, dann stehen wir dafür ein. Selbstverständlich müssen wir gründlich prüfen, was wir bestellen. Die Frage, die wir uns zu stellen haben, lautet: Wann ist «gut» gut genug? Was vordergründig eine Kostendiskussion zu sein scheint, ist eine Wertediskussion – und die will ich führen. Darum bin ich Politiker geworden.

Verantwortungsvoll bauen

Auch in einer wohlhabenden Stadt wie Zürich sind die Mittel nicht unerschöpflich. Deshalb ist es mein erklärtes Ziel, die Planungen, die projektierten Bauten und die Bewirtschaftung all dieser Gebäude neben der sozialen und ökologischen Qualität sowie der Funktionalität immer auch unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit zu betrachten. Alles andere wäre unverantwortlich. Der heutigen, aber auch der nächsten Generation gegenüber.

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