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Kasernenareal

Das Kasernenareal ist aufgrund seiner zentralen Lage und Grösse ein Schlüsselareal für die Entwicklung der Zürcher Innenstadt. Um Lösungen für frei werdende Flächen bereitzuhalten, wurde von Kanton und Stadt Zürich das Projekt «Zukunft Kasernenareal Zürich» ins Leben gerufen.

Aktueller Stand

Wenn die Kantonspolizei in das neue Polizei- und Justizzentrum zieht, wird ein Grossteil des Kasernenareals im Kreis 4 der Stadt Zürich frei. Im November 2016 hatten der Regierungsrat sowie der Stadtrat von Zürich dem Masterplan «Zukunft Kasernenareal Zürich» zugestimmt. Dieser sieht vor, dass die beiden Kasernengebäude weiterhin kantonalen hoheitlichen Aufgaben vorbehalten bleiben. Für die Zeughäuser stehen dagegen eher kleinflächige Nutzungen für Gewerbe, Kultur und soziale Einrichtungen im Vordergrund. Die Kasernenwiese soll als zentraler Grünraum genutzt werden. 

Die Zeughäuser und der Zeughaushof sollten im Baurecht an die Stadt Zürich abgeben werden. An den Gebäuden wurden in den vergangenen Jahrzehnten keine nennenswerten baulichen Unterhaltsmassnahmen vorgenommen, weshalb sie in einem schlechten Zustand sind. Für einen zweckmässigen Ausbau wurde mit einem Betrag von rund 55 Millionen Franken gerechnet. Ein Baurechtsvertrag sah vor, dass sich der Kanton Zürich mit maximal 30 Millionen Franken an den Kosten der Instandsetzung beteiligt. 

Kantonsratsbeschluss im Januar 2019

Der Regierungsrat hatte dem Baurechtsvertrag unter dem Vorbehalt zugestimmt, dass der Kantonsrat die entsprechenden finanziellen Mittel genehmigt. Der Kantonsrat lehnte jedoch den Baurechtsvertrag mit der Stadt Zürich bzw. den 30-Millionen-Kredit für die Sanierung der Zeughäuser im Januar 2019 ab. Die kantonale Baudirektion analysiert nun die neue Ausgangslage, um im Anschluss Lösungen erarbeiten zu können.

Entwicklung und Bedeutung

Abbildung Kasernenareal zur Veranschaulichung des Gesamtkomplexes
1. und 2. Zeughausareal | 3. und 5. Kasernengebäude | 4. Kasernenwiese

In den Jahren 1864 bis 1876 entstand auf dem ehemaligen Schanzengebiet an der Sihl die Zürcher Kasernenanlage. Sie gehört zu den bedeutendsten Leistungen des Historismus in der Schweiz. In der Tradition einer barocken Schlossanlage wurden die Stallungen (an der Gessnerallee), das Kasernen-Hauptgebäude, die von geschnittenen Kastanien umgebene Exerzierwiese (Kasernenwiese) und die Zeughäuser als gestaffelte parallele Baukörper angeordnet. 

Nutzung

Bis zum Ersten Weltkrieg war die Exerzierwiese ein wichtiger städtischer Freiraum als Sport-, Fest- und Versammlungsplatz. Ab dem Ersten Weltkrieg bis 1987, dem Umzug des Militärs ins Reppischtal, blieb die Anlage jedoch für die Zivilbevölkerung geschlossen.

Heute sind auf dem Kasernenareal die Hälfte der ehemaligen Exerzierwiese und der Zeughaushof frei zugänglich. Die andere Hälfte der Kasernenwiese ist eingezäunt. Sie beherbergt das provisorische Bezirksgefängnis, das 2021 in das neue Polizei- und Justizgebäude auf dem Areal des Güterbahnhofs verlegt werden soll. Der frei zugängliche Teil des Kasernenareals ist im Eigentum des Kantons, wird jedoch von der Stadt Zürich unterhalten und gepflegt. 

Inventarisierung

Die Bauten der Kasernenanlage wurden am 12. August 1981 mit dem Regierungsratsbeschluss Nr. 3048 ins «Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte und der archäologischen Denkmäler von überkommunaler Bedeutung» als Schutzobjekte von kantonaler Bedeutung aufgenommen. Zudem misst das Gutachten der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege aus dem Jahr 2001 dem Gesamtkomplex der Zürcher Kasernenanlage nationale Bedeutung zu.

Zukunft Kasernenareal Zürich

In der Vergangenheit wurden zahlreiche Studien und Planungen über das Gebiet der Kaserne, das Kasernenareal sowie für die einzelnen Bauten erarbeitet. All diese Studien stellen fest, dass zwar unzählige Partikularinteressen für mögliche Nutzungen auf dem Areal bestehen, eine übergeordnete Idee bzw. ein wirkliches Bedürfnis für eine identitätsstiftende Nutzung bisher aber nicht vorhanden war. Erschwerend hinzu kommt der bisher fehlende Konsens in der Politik und der Bevölkerung, was die gescheiterten Volksabstimmungen zeigen.

Masterplan «Zukunft Kasernenareal Zürich»

Das Kasernenareal ist ein Schlüsselareal für die Stadtentwicklung. Im Projekt «Zukunft Kasernenareal Zürich» wurde daher eine Gebietsplanung durchgeführt, bei der die Bedürfnisse des Quartiers, des Kantons und der Stadt berücksichtigt wurden. Das Resultat dieses Prozesses ist der Masterplan «Zukunft Kasernenareal Zürich». Dieser beschreibt die künftige Funktion und Bedeutung des Areals und formuliert, welche Nutzungen dort Raum finden sollen. Am 17. November 2016 gaben der Regierungsrat und der Stadtrat von Zürich bekannt, dass sie dem Masterplan zustimmen.

Phasen der Gebietsplanung

Der Gesamtprozess der Gebietsplanung gliederte sich in drei Phasen:

  • Erste Phase (Oktober 2012 – März 2013): Erstellen einer Auslegeordnung
  • Zweite Phase (April – September 2013): Öffentliches Beteiligungsverfahren
  • Dritte Phase (September 2013 – März 2014): Erarbeitung Masterplan

Öffentliches Beteiligungsverfahren

Kanton und Stadt Zürich haben ein öffentliches Beteiligungsverfahren durchgeführt. Die Bewohnerinnen und Bewohner aus Quartier, Stadt und Region, Arbeitende aus dem Kreis 4 und die Nutzenden der Zeughäuser und des Zeughaushofs entwickelten in diesem Zusammenhang Vorstellungen zur künftigen Funktion und Nutzung des Areals. Aus den unterschiedlichen Einzelpositionen wurden Stossrichtungen formuliert, die über die Einzelpositionen hinausgehen und zu denen eine gemeinsame Haltung besteht.

Grundlagen für den Masterplan

Die Erkenntnisse aus dem Beteiligungsverfahren bildeten eine wichtige Grundlage für die Machbarkeitsstudie Kasernenareal. Die Ergebnisse dieser wiederum bildeten zusammen mit den Resultaten aus dem Beteiligungsverfahren und den Rahmenbedingungen von Kanton und Stadt Zürich die Grundlagen für den Masterplan.

Veranstaltungen

Im Rahmen des öffentlichen Beteiligungsverfahrens fanden vier Veranstaltungen statt, an denen jeweils bis zu 200 Personen teilnahmen.

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