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Ausschreibung: Neue Trägerschaft für Festival für zeitgenössische Musik

Stadt Zürich Kultur sucht eine neue private Trägerschaft und künstlerische Leitung für ein Festival für zeitgenössische Musik. Im Rahmen eines dreijährigen Pilotprojekts soll das bisherige Festival «Tage für Neue Musik» eine inhaltliche Neuausrichtung erfahren.

A. Allgemeine Informationen und Rahmenbedingungen

1. Auftraggeberin

Die Stadt Zürich sucht für einen dreijährigen Pilotbetrieb für die Jahre 2021–2023 eine Trägerschaft für das Festival «Tage für Neue Musik» (bisheriger Name des Festivals), das ab 2021 jährlich in der Stadt Zürich durchgeführt werden soll. Potentielle Trägerschaften erhalten die Möglichkeit, ein Konzept für die Ausrichtung und Programmierung sowie den organisatorischen Betrieb des Festivals für drei Jahre (2021–2023) einzureichen.

Ein von der Dienstabteilung Kultur der Stadt Zürich gebildetes Gremium mit externen Fachpersonen unter dem Vorsitz des Direktors Kultur der Stadt Zürich hat die Aufgabe, die Auswahl eines geeigneten Betriebs- und Programmkonzepts zu treffen.

2. Ausschreibende Stelle

Stadt Zürich
Kultur
Stadthausquai 17
Postfach 
8022 Zürich

3. Teilnehmende

Zur Einreichung eines Konzepts sind alle einschlägigen oder neu zu bildenden Trägerschaften eingeladen. Die Trägerschaften dürfen nicht gewinnorientiert arbeiten. Das heisst, sie dürfen keinen wirtschaftlichen Zweck verfolgen und dürfen nicht wirtschaftlich selbsttragend sein.

4. Verfahren und Termine

Das Verfahren besteht aus den folgenden Schritten:

  • Mit Medienmitteilung vom 10. März 2020 wurde öffentlich über die Ausschreibung der Stadt Zürich informiert.
  • Die Aufschaltung der Ausschreibung auf der Internetseite der Dienstabteilung Kultur erfolgt ebenfalls ab 10. März 2020 und läuft bis 10. April 2020. Der Versand der Ausschreibung an Interessierte und Zielgruppen erfolgt zwischen 10. und 17. März 2020.
  • Konzepte in elektronischer Form können bis 31. Mai 2020 eingereicht werden. Die Ressortleitung E-Musik prüft alle Dossiers auf deren Vollständigkeit.
  • Eine Vorauswahl der eingegangenen Konzepte erfolgt in der ersten Juni-Hälfte 2020. Das Auswahlgremium wählt max. fünf potentielle Trägerschaften für die Präsentation aus. Der Versand der Einladung zur Präsentation erfolgt voraussichtlich am 18. Juni 2020.
  • Die Präsentationen der ausgewählten Konzepte finden am 6. Juli 2020 statt. Die Jurierung durch das Auswahlgremium erfolgt im Anschluss.
  • Die Mitteilung über die Auswahl der Trägerschaft erfolgt bis 10. Juli 2020 durch den Direktor Kultur.

Anschliessend erteilt das Präsidialdepartement, Dienstabteilung Kultur, den Auftrag für die Umsetzung.

5. Auswahlgremium

  • Peter Haerle, Direktor Kultur Stadt Zürich, Vorsitz
  • Björn Gottstein, Künstlerischer Leiter Donaueschinger Musiktage / SWR
  • Cathy van Eck, Komponistin, Performerin, Dozentin Hochschule der Künste Bern
  • Catherine Milliken, Oboistin, Komponistin, Creative Director, Musikvermittlerin
  • Die vierte Fachperson steht zum Zeitpunkt der Ausschreibung noch nicht fest.

6. Honorare

Für die Einreichung und Präsentation der Konzepte wird kein Honorar ausbezahlt.

7. Auskunft

Schriftliche Rückfragen sind möglich bis 30. April 2020. Es werden keine mündlichen Auskünfte erteilt.

8. Anforderungen Konzept

Das Konzept für die Ausrichtung und Programmierung sowie den organisatorischen Betrieb des Festivals für den dreijährigen Pilotbetrieb von 2021–2023 orientiert sich an den Anforderungen und Leistungen der Stadt Zürich (siehe Teil B).

Der Umfang des Konzepts darf 20 Seiten (plus Anhänge) nicht überschreiten. Das Konzept soll in elektronischer Form und in deutscher Sprache eingereicht werden.

B. Spezifische Rahmenbedingungen, Leistungen der Stadt Zürich, Ziele und Anforderungen

Vorgeschichte

Das Festival «Tage für Neue Musik» ist ein Zürcher Festival für zeitgenössische Musik, das 1986 von den Komponisten Gérard Zinsstag und Thomas Kessler gegründet wurde. 1994 folgte ein Wechsel und fortan organisierte die Stadt Zürich zusammen mit externen Kuratorenteams das Festival. Bis 2016 fand jeweils im November ein vier- bis fünftägiges Festival statt, 2018 wurde die bis anhin letzte Ausgabe des Festivals durchgeführt. Die Kuratorenteams wirkten jeweils über mehrere Jahre und prägten die «Tage für Neue Musik» mit ihrer jeweiligen Handschrift. Seit 2012 wechselte das Kuratorium jährlich. Das Ressort E-Musik der Stadt Zürich war für die Öffentlichkeitsarbeit und Organisation der Veranstaltungen zuständig.

Das Tonhalle Orchester Zürich und Collegium Novum Zürich wirkten als regelmässige Partner beim Festival mit. Alle weiteren Ensembles aus dem In- und Ausland wurden je nach Festivalschwerpunkt verpflichtet. Das Programm war ein reines Konzertprogramm, in den letzten Ausgaben ergänzt um partizipative Angebote für Kinder und Erwachsene.

1. Ziel

Das Festival «Tage für Neue Musik» soll sowohl inhaltlich wie formal eine Neuausrichtung und Neupositionierung erfahren. Dabei kann auch der bisherige Name angepasst werden. Das neue Festival soll ein sichtbarer Bestandteil des Zürcher Kulturlebens sein und von einer breiten Bevölkerungsschicht sowie auch national und international wahrgenommen werden. Mit einer zeitgemässen, frischen und dramaturgisch schlüssigen Programmierung, die sich an unterschiedlichste altersgemischte Publika richtet, soll Musik unserer Zeit in ihrer vielfältigsten Ausprägung erlebbar gemacht werden. Die Auswahl der Veranstaltungsorte und -formate ist dabei völlig offen. Das Publikum soll durch partizipative oder vermittelnde Formate Gelegenheit erhalten, nah am Geschehen teilzuhaben oder mitzuwirken.

Das Festival ist wieder vermehrt ein Fenster nach aussen: die Programmierung sollte zu etwa 70% Ensembles und Künstler/innen aus der gesamten Schweiz und dem Ausland berücksichtigen und dabei aktuelle Strömungen aufgreifen und recherchieren. Es grenzt sich durch ein klares Profil von anderen Festivals mit zeitgenössischer Musik ab.

Eine barrierefreie Kommunikation sorgt dafür, dass sich breite Bevölkerungskreise angesprochen fühlen. Dem inklusiven Gedanken wird Rechnung getragen.

Es ist vorgesehen, dass das Festival für zeitgenössische Musik ab 2021 wieder im jährlichen Turnus in Zürich stattfinden soll. Für eine Neuausrichtung des Festivals soll vorerst ein dreijähriger Pilot für die Jahre 2021–2023 betrieben werden.

2. Spezielle Rahmenbedingungen der ersten Festivalausgabe

Für die erste Festivalausgabe sind aufgrund der Kürze der Planungszeit bzw. bereits bestehender langfristiger Planungen bereits zwei Rahmenpunkte gesetzt. Für die weiteren Ausgaben in 2022 und 2023 gelten diese Bedingungen nicht.

Folgender Rahmen ist für 2021 gegeben und muss bei der Einreichung des Konzepts berücksichtigt werden:

  • Festival-Termin: Zeitraum 1. bis 5. Dezember 2021. Die genaue Anzahl Tage kann innerhalb dieses Zeitraums definiert werden.
  • Programmpunkt am 3. Dezember 2021: Konzert mit dem Tonhalle Orchester Zürich (Leitung Pierre-André Valade), Programm bislang noch offen, Tonhalle am See.

Dieses Konzert wird von der Tonhalle Gesellschaft Zürich und nicht aus dem Budget des Festivals finanziert.

Das Tonhalle Orchester Zürich ist daran interessiert, das Festival künftig durch ein Orchesterkonzert zu bereichern. Die Grundkosten wie Löhne der Musikerinnen und Musiker und Miete des Konzertortes Tonhalle würden dabei durch die Tonhalle Gesellschaft gedeckt werden.

3. Angebot der Stadt Zürich 

Die Stadt unterstützt das Festival für eine Pilotphase von drei Jahren (2021–2023) mit einem einmaligen Beitrag von insgesamt 850 000 Franken, der sich wie folgt unterteilt:

  • einmaliger Startbeitrag von 100 000 Franken im Jahr 2020
  • einmaliger Betriebsbeitrag von insgesamt 750 000 Franken für die Jahre 2021–2023. Der Betriebsbeitrag wird in den Jahren 2021–2023 in drei Jahrestranchen von je 250 000 Franken ausbezahlt und steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Gemeinderats zu den Budgets 2021 bis 2023.

Die Stadt unterstützt das Festival in der Pilotphase ausserdem mit folgenden Leistungen:

  • kostenlose Benutzung des städtischen Kulturversands
  • einmal jährlich kostenlose Benutzung der städtischen Kulturplakatstellen (zeitnah zum Festival)

Das Festival wird während der dreijährigen Pilotphase (nach zwei Festival-Ausgaben) evaluiert. Bei erfolgreicher Evaluation kann die weitere Unterstützung durch die Stadt durch jährliche Betriebsbeiträge geprüft werden. Die Weiterführung des Festivals über die Pilotphase hinaus steht unter dem Vorbehalt einer erfolgreichen Evaluation sowie der Genehmigung des erforderlichen Kredits und Budgets durch die zuständigen Stellen.

4. Anforderungen an das Konzept für den Pilotbetrieb

  • Beschreibung des inhaltlichen Profils des Festivals
  • Programmentwurf/-skizze für 3 Jahre
  • Grundlegende Zielsetzungen der ersten drei Jahre und darüber hinaus
  • Zielgruppen/-publika
  • Vermittlungskonzept
  • Formen der Zusammenarbeit und/oder Vernetzung mit anderen Institutionen
  • Überlegungen zur Öffentlichkeitsarbeit und zur generellen Verankerung und Sichtbarmachung des Festivals in der Stadt Zürich
  • Art und juristische Form der Trägerschaft
  • Organigramm, Benennung der verantwortlichen Personen für Künstlerische Leitung/Gesamtleitung sowie organisatorische Verantwortung (inkl. CVs)
  • Finanzplan für 3 Betriebsjahre
  • Konzept für ergänzendes Sponsoring bzw. Fremdfinanzierung (allenfalls Nachweis)
  • Betriebskonzept: Personalbedarf, Arbeitszeiten/-orte
  • Büroinfrastruktur
  • Zeitplan

5. Eignungskriterien

  • Vollständigkeit der eingereichten Unterlagen
  • Erfüllung der speziellen Rahmenbedingungen für die erste Festivalausgabe (siehe Teil B, Ziffer 2)

Die Eignungskriterien müssen kumulativ erfüllt sein. Ist ein Kriterium nicht erfüllt, wird das Angebot vom Verfahren ausgeschlossen.

6. Auswahlkriterien

  • Qualität des inhaltlichen Konzepts (stringent, zeitgemäss, innovativ), bezogen auf die Beschreibung des inhaltlichen Profils des Festivals, den Programmentwurf/-skizze für 3 Jahre, die grundlegenden Zielsetzungen der ersten drei Jahre und darüber hinaus, die Zielgruppen/-publika und das Vermittlungskonzept 
  • Attraktivität der Programmideen
  • Ausstrahlungspotenzial und Resonanzpotenzial (Publikum, Öffentlichkeit)
  • Synergien mit weiteren Institutionen (in der Stadt Zürich)  
  • Fachwissen und Erfahrung der potentiellen künstlerischen Leitung im Bereich zeitgenössische/neue Musik
  • Vernetzung der potentiellen Trägerschaft innerhalb der Musikszene
  • Verortung des Festivals innerhalb der (Festival-)Szene
  • Kommunikationsstärke mündlich und schriftlich (Konzept, Zielgruppen)
  • Organisatorische Kompetenz (Umsetzung des inhaltlichen Konzepts)      
  • Geeignete juristische Form der Trägerschaft
  • Betriebswirtschaftliche Kompetenz: Realisierbarkeit des Finanzplans, Potenzial zur Beibringung von Fremdmitteln, Umsetzbarkeit des Betriebskonzepts

Ansprechperson

Diana Lehnert

Stadt Zürich
Kultur
Stadthausquai 17
8022 Zürich
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