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Aktuelle Ausstellung

Salon der Gegenwart und Found in Translation

29. April–19. Juni 2022, Vernissage: Donnerstag, 28. April 2022, 18 Uhr

Grafik: Weicher Umbruch
Grafik: Weicher Umbruch

Salon der Gegenwart
mit
Renate Bodmer, Florian Bühler, Bendicht Fivian, Corinne Güdemann, Anna Krammig, Rosina Kuhn, Jill Winnie Moser, Andrea Muheim, Ercan Richter, Giampaolo Russo, Lukas Salzmann, Karoline Schreiber, Pascal Sidler, Manuel Stehli, Martina von Schulthess

Kuratiert von Medea Hoch, Nathalie Killias, Fanny Frey und Simon Maurer

Found in Translation
mit
Jalashree Shrikhandeoo Moreno Tuttobene
Cristina Salcido oo Ana Figuerola
Walid Jalal Khalifa Kareem oo Nana Pernod
Alejandra Serantes oo Giampaolo Russo
Olga Veprek oo Maurizio Igor Meta
Miguel Soto oo Sandra Hofacker
Khatere Heidari oo Theres Berka
Cathlene Bell oo Isabella Bieri
Milován España oo Eleonora Stassi
Haidar Zreka oo Hanga Séra
Irfan Yildiz oo Lukas Salzmann

Kuratiert von Alba Chantico Ledesma, Nora von Bergen und Sarah Basyouny

Giampaolo Russo, Landschaft Südstrasse, Winter, 2021, 42.5 x 46 cm, Öl auf Leinwand
Giampaolo Russo, Landschaft Südstrasse, Winter, 2021, 42.5 x 46 cm, Öl auf Leinwand

Zwei Initiativen aus der freien Kulturszene haben zur neuen Ausstellung im Helmhaus Zürich geführt. Auf der einen Seite der «Salon der Gegenwart», eine unabhängige, offene Gemeinschaft von figurativen Maler:innen aus dem Raum Zürich. Auf der anderen Seite der Verein ExpoTranskultur, der sich dem interkulturellen Dialog zwischen Zugezogenen und Einheimischen widmet.

«Vertrauen» ist das Jahresthema 2022 des Helmhaus. «In der Unterschiedlichkeit voneinander sind wir alle gleich», steht im Jahresprogramm, und: «Die Differenz ist unsere Gemeinsamkeit, sie verbindet uns und eröffnet Einsichten.» Kunst ist eine gute Übung in der Anerkennung von Anderem, auf Augenhöhe. Dafür braucht es Vertrauen. Vertrauen von jenen, die ihre künstlerische Arbeit ausstellen. Und Vertrauen von jenen, die sich darauf einlassen. Vertrauen braucht es somit von allen drei am kreativen Prozess beteiligten Seiten: von den Kunstschaffenden, dem Publikum und von der vermittelnden Kulturinstitution.

Gemeinsamkeit und Unterschiede standen auch am Anfang des «Salon der Gegenwart», einer offenen Gruppierung von figurativen Maler:innen. Vor der Ausgangslage, dass jede:r für sich allein im Atelier vor sich hinarbeitete, begannen sich die Maler:innen im Bistro «Les Arcades» im Zürcher Hauptbahnhof zu treffen: um über ihre Arbeit zu sprechen und um gemeinsame Ausstellungen ins Auge zu fassen. Sie suchten dabei auch den Kontakt mit denen, die ihre Bilder sehen sollten: mit den Besucher:innen der Ausstellungen. Suchten also auch Resonanz – in ihrer stark auf Individualisierung ausgerichteten Tätigkeit des Malens. Aus diesen Begegnungen sind bisher fünf Ausstellungen in bekannten und weniger bekannten Häusern der Deutschschweiz entstanden. Die Ausstellung im Helmhaus ist nun die sechste – die erste in Zürich.

Manuel Stehli, ohne Titel, 2022, 190 x 240 cm, Öl auf Leinwand
Manuel Stehli, ohne Titel, 2022, 190 x 240 cm, Öl auf Leinwand

Der «Salon der Gegenwart» bezieht sich ausdrücklich auf den berühmten Pariser «Salon des Refusés» von 1865: Da nahmen die Zurückgewiesenen mit einer «inoffiziellen» Ausstellung ihr Schicksal selbst in die Hand. Die «Refüsierten» sind nun sozusagen in einer «offiziellen» Zürcher Kunstinstitution angekommen: ein Zeichen dafür, dass Institutionen auf künstlerische Initiativen reagieren. Das Helmhaus präsentiert den «Salon der Gegenwart» als kuratierte Ausstellung mit ausgewählten Werkgruppen von 15 Maler:innen aus dem Kanton Zürich aus drei Generationen.

Found in Translation-Tandem:  Haidar Zreka und Hanga Séra
Found in Translation-Tandem: Haidar Zreka und Hanga Séra

Auch die Initiative des Projekts «Found in Translation» ist ans Helmhaus herangetragen worden: vom Verein ExpoTranskultur, der sich des interkulturellen Austauschs annimmt. Das Projekt führt im Helmhaus elf nach Zürich zugezogene Menschen mit elf hier ansässigen Kulturschaffenden zusammen. Die Initiant:innen bilden jeweils ein Tandem zwischen einer erzählenden, zugezogenen Person und einer kulturschaffenden, hier ansässigen Person. Das Projekt dient dem Dialog zwischen beiden Seiten, dem Verständnis, der Diskussion und der Horizonterweiterung zwischen den Kulturen. Auf einer Ebene von Empathie, Vertrauen und Freude soll Menschen das Andere nähergebracht werden, sollen Vorurteile abgebaut werden.

In einer ersten Phase erzählt die eine Seite des Tandems, Menschen mit Migrationserfahrung, Geschichten aus ihrem Leben und hält diese in einer Art Schreibwerkstatt fest. Dieser Text dient dann der anderen Seite des Tandems, den Kulturschaffenden, zur Inspiration für ein Werk, das in engem Austausch mit den «Erzähler:innen» entsteht. Die dritte Phase ist schliesslich der Verknüpfung mit dem Publikum gewidmet. In Veranstaltungen reflektieren die Teilnehmenden die Erfahrungen im Tandem und tauschen sich mit dem Publikum aus. Schliesslich geht es darum, sich «in der Übersetzung zu finden»: in einer gemeinsamen Sprache, der Sprache der Empathie und der Begegnung durch Kunst.

Jill Winnie Moser, Horsepower, 2021, 154 x 134 cm,  Öl auf Leinwand
Jill Winnie Moser, Horsepower, 2021, 154 x 134 cm, Öl auf Leinwand

Beide Ausstellungen werden begleitet von einem reichen Veranstaltungsprogramm. Sowohl die am Projekt «Found in Translation» Beteiligten werden im Helmhaus persönlich präsent sein und in Gesprächsveranstaltungen über ihre Erfahrungen in diesem Prozess diskutieren. Wie auch die Maler:innen des «Salon der Gegenwart» an zwei Künstler:innengesprächen über ihre Arbeitsprozesse und über die Vorteile des Austauschs darüber sprechen werden. Ergänzt werden diese Gesprächsveranstaltungen durch die im Helmhaus vertrauten Kunstvermittlungsformate: die Führungen und der Austausch von Eindrücken, dialogische Führungen für Kinder, Crash-Kurse zu Fachbegriffen der Gegenwartskunst und die «5-Uhr-These», diesmal mit der Übersetzerin Catherine Schelbert. Ihr Comeback gibt die «Rederei»: ein Gesprächsangebot, um über die Kunst und alles, was sie auslöst, zu reden.

Ausstellungsansichten:

Bild 1: Found in Translation

Bilder 2-7: Salon der Gegenwart

Bilder 8-10: Found in Translation

(Fotos: Zoe Tempest)

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