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Jahresprogramm

Jahresprogramm 2017

Du!
Ich?
Nein, Du!
Nicht ums Ich geht es dieses Jahr im Helmhaus Zürich. Sondern ums Du. Nicht um mich. Sondern um Dich. Wer ist Du? Wer bist Du? Die Betrachterin, der Betrachter. Die Künstlerin, der Künstler. Das Kunstwerk. Die Gegenwart. Die Sammlung. Die Malerei. Zürich. Das Buch. Das Gegenüber. Das Fremde. Das Eigene. Das Ewige. Ein Risiko. Der Philosoph Martin Buber fragt:
«– Was weiss man also vom Du? – Nur alles.»

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EWIGE GEGENWART * Zeitgenössische Kunst aus der Graphischen Sammlung ETH Zürich
24. Februar bis 17. April 2017
Vernissage: Donnerstag, 23. Februar 2017
Kuratorium: Linda Schädler und Simon Maurer
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Du hast die Möglichkeit, in 160’000 Kunstwerke aus Papier einzutauchen. Auf Voranmeldung. Dann sitzt Du über einem graphischen Blatt, ganz nah. Und tauchst ein in die Welt, die der Künstler geschaffen hat. Im Helmhaus und in der Graphischen Sammlung ETH Zürich zeigen sich Dir zu deren 150-Jahre-Jubiläum rund 300 ausgewählte Arbeiten. Du erkennst: Die meisten von ihnen sind in den letzten zwanzig Jahren entstanden. In jedem Raum reisst ein Werk einen Zeitraum auf, der sich ausnimmt wie eine ganze Ewigkeit – und doch hängt das Blatt in unmittelbarster Gegenwart vor Dir: Dürer, Callot, Piranesi. Das Wunder ihrer Invention entfaltet sich vor Deinen Augen. Drehst Du Dich um, begegnet Dir, was jetzt, in unserer Gegenwart, geschaffen wird. Du staunst, wie nah sich 500 Jahre kommen können. Du staunst über die Gegenwart des Vergangenen. Und überlegst Dir: Was wird man in 500 Jahren darüber denken, was heute entsteht?
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THINGS ARE GETTING BETTER ALL THE TIME... * David Chieppo, Anne-Lise Coste, Dieter Hall 
5. Mai bis 25. Juni 2017

Vernissage: Donnerstag, 4. Mai 2017
Kurator: Simon Maurer
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Du versetzt Dich in Künstler, Künstlerinnen und fragst Dich, wie sie sich entwickeln. Wie sie sich, ihren Weg, einmal gefunden haben. Um sich dann wieder zu verlieren. Zum Vergessen, die Kunst, die Du gerade gemacht hast. Wie kannst Du Dich als Künstler selbst lieben? Und Du musst Dich ja selbst lieben, wenn Du Dich anderen zeigen möchtest. Du wäschst Dein Hirn, bevor Du anfängst. Und beginnst dann: primal, Du malst wie der erste Mensch. Du malst afrikanische Sklaven und Präsidenten, die Rhinozerosse killen. Und Stillleben. Du rufst aus der Tiefe zu Dir hoch: «Warum wollte ich springen?» Jetzt ist es zu spät. Oder doch nicht? Steht die «Frage nach dem Sinn» erst bevor? Hört das nie auf? Geht es immer weiter? Wird es – am Ende – immer besser?
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WERK- UND ATELIERSTIPENDIEN DER STADT ZÜRICH 2017 
15. Juli bis 27. August 2017
Vernissage: Freitag, 14. Juli 2017
Organisation: Kultur Stadt Zürich, Ressort Bildende Kunst, Kommission für Bildende Kunst der Stadt Zürich und Helmhaus Zürich
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Du reichst Deine Werkdokumentation ein. Du jurierst sie. Du kuratierst die Ausstellung der Werk- und Atelierstipendien der Stadt Zürich 2017. Du zeigst Deine Arbeit. Du siehst diese Arbeit. Du gehst nach Genua oder Paris. Dir wird ein Geldstipendium zugesprochen. In dieser Schau exponieren sich nicht nur die Zürcher Künstlerinnen und Künstler und werden in ihren neuen Werken zu Dus – denen Du begegnest und die sich auch untereinander begegnen. Auch die städtischen KunstfördererInnen – des Ressorts Bildende Kunst, der Kommission für Bildende Kunst der Stadt Zürich und des Helmhaus Zürich – werden in ihren Beurteilungen und in Gesprächsveranstaltungen zum ansprechbaren Du.
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DIE SCHÖNSTEN SCHWEIZER BÜCHER 2016
31. August bis 3. September 2017
Vernissage: Donnerstag, 31. August 2017
Organisation: Nicole Udry, Bundesamt für Kultur (BAK), und Helmhaus Zürich
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Duch?
Nein, Buch!
Aber mit Du. Gestalterinnen und Gestalter verewigen Kunstausstellungen in Publikationen zu hautnahen Dus. DruckerInnen und BuchbinderInnen machen, dass Dich Bücher beim Berühren berühren. Und Verlage multiplizieren AutorInnen zu Mehrfach-Dus, die Du immer dabeihaben kannst. Den schönsten Schweizer Buch-Dus von 2016 begegnest Du im Helmhaus. Also doch Duch?
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EINE AUSSTELLUNG FÜR DICH
Nicole Bachmann, Stefanie Knobel, Ceylan Öztürk, Yeliz Palak, RELAX und andere
22. September bis 19. November 2017

Vernissage: Donnerstag, 21. September 2017
Kurator: Daniel Morgenthaler
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Jetzt bist Du wirklich dran. Jetzt ist Du dran. Man – man? – sagt, dass uns die Social Media eher zum Ich zusammenklumpen lassen, als dass sie ein neues Du entstehen lassen. Und dass ich bei Google nur noch sehe, was ich sehen will – oder immer mehr nur noch mein eigenes Ich sehe –, will ich nicht sehen. Mann – meistens Mann, ja – sagt, dass Nationalismus die einzige Antwort auf das Risiko Du ist. Und ein Risiko ist das Du immer. Künstlerinnen und Künstler gehen dieses Risiko ein, sobald sie ein Werk veröffentlichen und sich gegenüber einem Du exponieren. Sie – sie! – sind ExpertInnen über Du, über Dich. Das Ich und seine Selbstbilder war schon Thema vieler Ausstellungen. In der «Ausstellung für Dich» werden dagegen Du-AGs gegründet, wird über Dutopien fantasiert – und ein Youturn angedacht. Eine Hinwendung, eine Kehrtwendung zum Du – ohne das es das Ich nicht gibt. Ohne Du geht es nicht. Ohne Dich geht es nicht.
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KEINE ZEIT * Kunst aus Zürich
8. Dezember 2017 bis 28. Januar 2018 

Vernissage: Donnerstag, 7. Dezember 2017
Kuratoren: Simon Maurer und Daniel Morgenthaler
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Du hast keine Zeit, keine Zeit fürs Du. Du musst weiter. Wohin? Zu was anderem. Zu jemand anderem. Nicht zu uns. Warum willst Du nicht bleiben? «Es ist super hier!» Hier sind etwa 13 Dus aus Zürich. Sie haben fast alle Hüllen fallengelassen und stehen quasi nackt vor Dir. Sie zeigen Dir, was sie gemacht haben in all der Zeit. Sie haben sich dafür Zeit genommen, weil es ihnen wichtig ist. Weil es ihnen das Wichtigste ist von allem. Weil es um sie geht. Und um Dich. Sie zeigen Dir etwas, was Du noch nie gesehen hast. Manche von ihnen haben viel Zeit ihres Lebens schon hinter sich. Andere eine Menge vor sich. Die meisten kennen sich nicht untereinander. Wie Du auch die meisten nicht kennst. Du hast keine Zeit? Weil es die Zeit ist, in der niemand Zeit hat – in der keine Zeit ist?
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VERANSTALTUNGEN

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17 Uhr ist doch keine Zeit! Doch, Zeit für Dich. Zeit für die 5-Uhr-Thesen. In denen Du eine Behauptung zur Ausstellung mitverhandelst, in der Du sitzt. Oder Du fühlst Dich «Willkommen in der Problemzone!». Hier machen Dir Ausstellungen auch weh, und Du bist Technikerin, Kurator, Empfangsmitarbeiterin oder Hauswart. Oder Du siehst – «VorSicht!» –, wie eine Ausstellung aufgebaut wird. Oder hörst, wie sie – «Musik in der Ausstellung» – tönt. Oder reagierst darauf, wie sie – in Führungen für Dich und Dich, für Kinder und Erwachsene – verstanden wird.
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Und was hat das mit Du zu tun? Was hat dasmit Dir zu tun?
Nur alles...

Jahresprogramm 2016

11. März bis 8. Mai 2016
Vernissage: Donnerstag, 10. März 2016, 18 Uhr
Elodie Pong 

Augen kann man schliessen – die Nase aber lässt sich nicht ausschalten. Atmen heisst riechen. Und während visuelle Reize nur über ein komplexes Übertragungsverfahren in unser Gehirn gelangen, wirken sich Geruchsstimuli unmittelbarer – und oft ohne unser Wissen – auf uns aus. Die Video- und Installationskünstlerin Elodie Pong nimmt diese unsichtbare Architektur, die uns umgibt, zum Ausgangspunkt für ihre Einzelausstellung im Helmhaus Zürich. Sie untersucht Düfte als essenzielle Signifikanten und Metaphern für unsere flüssige Moderne – und als unausgesprochene Verbindung zwischen Menschen, Objekten und Orten, als eine Art unsichtbares Kommunikationsmittel. Werden wir von der Parfümindustrie an der Nase herumgeführt? Oder birgt das Olfaktorische vielmehr das Potenzial für positiven Wandel?

12. bis 16. Mai 2016
Vernissage Donnerstag 12. Mai 2016, 18 Uhr
Die schönsten Schweizer Bücher   

Im Jahre 1943 vom Typografen Jan Tschichold initiiert, um die Schweizer Buchgestaltung- und Produktion zu höherer Qualität anzuspornen, dient dieser Wettbewerb des Bundesamtes für Kultur (BAK) auch heute noch als einzigartige Plattform, um aktuelle Fragen rund um Gestaltung, Materialität und verlegerische Haltung zu verhandeln. Die schönsten Schweizer Bücher des Jahrgangs 2015 sowie sämtliche zum Wettbewerb eingereichten Titel werden ausgestellt. Das Helmhaus Zürich wird während vier Tagen zu einem Treffpunkt für buchaffine Menschen. Punktuelle Veranstaltungen greifen Themen rund um das Buch auf. 
Ein Wettbewerb des Bundesamtes für Kultur. 

12. Juni bis 18. September 2016
Vernissage: Freitag 10. Juni 2016
What People Do For Money

Gastkurator Christian Jankowski zeigt im Helmhaus Zürich während der Manifesta 11 nebst neu produzierten Werken auch einen Teil der «Historischen Ausstellung»  (co-kuratiert von Francesca Gavin). Sie rückt die vielfältige künstlerische Darstellung der Arbeit und Berufe in den Blickpunkt: Untersucht werden Möglichkeiten, wie KünstlerInnen sich mit Berufstätigen ausserhalb der Kunstwelt zusammengeschlossen haben. Machtverhältnisse, ob in der Politik, der Medien oder gar der Armee, werden durch die gezeigten Arbeiten spielerisch thematisiert und laden das Publikum dazu ein, solche Organisationen und deren Aufbau neu zu betrachten. So können Momente des Widerstandes und der Subversion, der Empathie und des Humors entstehen.

Gastkurator: Christian Jankowski
www.manifesta11.org

8. Oktober bis 20. November 2016
Vernissage: Freitag, 7. Oktober 2016, 18 Uhr
Werk- und Atelierstipendien der Stadt Zürich 2016

9. Dezember 2016 bis 5. Februar 2017 
Vernissage: Donnerstag, 8. Dezember 2016, 18 Uhr
Eine Begegnung von Kunst aus China und der Schweiz


Die Ausstellung regt einen Austausch zwischen Gegenwartskunst aus China und der Schweiz an. Kulturelle Traditionen, Missverständnisse und Entwicklungen lassen sich anhand von exemplarischen Positionen aus verschiedenen Generationen diskutieren, basierend auf einer Gegenüberstellung der beiden Maler Tan Ping und Luciano Castelli. Das Projekt greift über die Bildende Kunst hinaus in die Medien Film und Musik und ist als Kooperation zwischen Kulturinstitutionen in China und der Schweiz angelegt, unter ihnen das Nationalmuseum in Peking und das Zürcher Filmpodium.
Kuratoren: Simon Maurer, Huang Mei, Daniel Morgenthaler, Michael Vonplon, Primo Mazzoni, Zhenhua Lee 

Jahresprogramm 2015

13. Februar bis 12. April 2015
Vernissage: Donnerstag, 12. Februar 2014, 18 Uhr
Geschichte in Geschichten

1. Mai bis 21. Juni 2015
Vernissage: Donnerstag, 30. April 2015
De La Fuente Oscar De Franco
Asia Andrzejka Naveen

25. Juni bis 28. Juni
Vernissage: Donnerstag, 25. Juni 2015, 18 Uhr
Die schönsten Schweizer Bücher

18. Juli bis 6. September 2015
Vernissage: Freitag, 17. Juli 2015, 18 Uhr
Werk- und Atelierstipendien der Stadt Zürich 2015

25. September bis 22. November 2015
Vernissage: Donnerstag, 24. September 2015, 18 Uhr
Das Dreieck der Liebe - Körperlichkeit und Abstraktion in der Zürcher Kunst

11. Dezember 2015 bis 21. Februar 2016
Vernissage: Donnerstag, 10. Dezember 2015, 18 Uhr
WELT - BILDER 6

Jahresprogramm 2014

14. Februar bis 6. April 2014
Vernissage: Donnerstag 13. Februar 2014
!Mediengruppe Bitnik - "Delivery for Mr. Assange"
Christian Waldvogel - "unknown"

Freie Sicht auf das Arbeitszimmer von Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London;  Oberfläche eines fernen, urzeitlichen Planeten. Die beiden Einzelausstellungen nehmen Räume ins Visier, die wir sonst nur aus unserer medial gespeisten Vorstellung kennen: !Mediengruppe Bitnik wertet die unbemannte Fotografie aus, die ihre selbst gebaute "Postdrohne" auf dem Weg ins Domizil des Wikileaks-Gründers registriert hat - und bewertet so auch unsere überwachte Realität. Christian Waldvogel bringt Planeten in eine Umlaufbahn und uns in einer Laborsituation ganz nahe heran an die Ursuppe an ihrer Oberfläche - in der sich während der Ausstellungsdauer erstes Leben regen wird.
Kurator: Daniel Morgenthaler

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25. April bis 22. Juni 2014
Vernissage: Donnerstag, 24. April 2014
Alex Sadkowsky
Mickry 3

Hier eine lebende Legende, ein Unikum, ein kreatives Kraftwerk; da ein junges Triumphirat, das bereits Geschichte geschrieben hat, eine materialintensive Ideenwerkstatt: Alex Sadkowsky und Mickry 3. Ihr gemeinsamer Werkstoff ist nichts weniger als die Welt, die sie erfindungsreich und bunt konterkarieren: assoziations- und kombinationslustig, menschen- und tierverliebt. Alex Sadkowsky ist ein polymedialer Enzyklopädist, seine immense Produktion ebenso atem- wie schamlos. Mickry 3 erzählen Geschichten in drei Dimensionen, mit Personal Styrofoam, Acrystal und Fiberglas. Zwei Generationen unzeitgemäss Fabulierfreudiger, Figurativer begegnen sich in einer Ausstellung, die in ihrem spielerischen Ernst lebendiger nicht sein könnte.
Kurator: Simon Maurer

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19. Juli bis 7. September 2014
Vernissage: Freitag, 18. Juli 2014
Werk- und Atelierstipendien der Stadt Zürich 2014

Die künstlerische Produktion einer vielschichtigen Kunststadt wie Zürich lässt sich – zum Glück! – kaum auf einen Nenner bringen. Wer diesen dennoch finden möchte, den erwartet in der Ausstellung zu den «Werk- und Atelierstipendien» eine ideale Versuchsanordnung: KünstlerInnen – jeder Generation, jeder Kunstszene – mit abgeschlossener Ausbildung und Wohnsitz Zürich können sich per Dossier bewerben. Die Jury wählt dann rund 40 Kunstschaffende aus, die ihre Werke im Helmhaus zeigen. Was wiederum – bei aller Unberechenbarkeit – Rückschlüsse darauf zulässt, welche Stoffe und Probleme die KünstlerInnenschaft in Zürich im Auge hat.

Organisation: Kultur Stadt Zürich - Kommission für Bildende Kunst der Stadt Zürich, Ressort Bildende Kunst, Helmhaus Zürich

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26. September bis 16. November 2014
Vernissage: Donnerstag, 25. September 2014

Albrecht Schnider
Giacomo Santiago Rogado
Die Ausstellung der beiden Maler Albrecht Schnider und Giacomo Santiago Rogado könnte der Schönheit gewidmet sein – einer eigenwilligen, atemberaubenden Schönheit. Für beide bilden sowohl die Kunstgeschichte als auch die Natur entscheidende Referenzsysteme, auf die ihre Arbeit kunstvoll bezogen ist. Körperlichkeit ist für beide bedeutend, und doch entwickeln sie artifizielle, hochindividualisierte Sprachen und Techniken, die ihre Bilder unverkennbar machen. Ihre Neugier treibt sie an, unerforschte Wege auf dem unerschöpflichen Terrain der Malerei zu beschreiten und zu erschliessen. Beide leben in Berlin, vertreten je eine Generation und werden im Helmhaus Zürich ganz neue Arbeiten zeigen.

Kurator: Simon Maurer

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5. Dezember 2014 bis 25. Januar 2015
Vernissage: Donnerstag, 4. Dezember 2014

Nie jetzt
Kunst aus Zürich
Das Jetzt wird in der Kunst – und nicht nur dort – vergöttert: Nur schon im Begriff «Gegenwartskunst» ist das Präsens permanent eingeschrieben. Aber: Jede Gegenwart speist sich aus ihren Vergangenheiten – und eröffnet sofort neue Zukünfte. Gerade in der Kunst, wo einzelne Traditionen aufrechterhalten werden, während andere sich erst in Zukunft als solche zu erkennen geben. Kunst ist immer ein Ereignis. Sie ereignet sich zwischen Nie und Jetzt. Nach «Wenn die Nacht am dunkelsten ist, kommt der Tag» 2010 und «Nach dem Spiel ist vor dem Spiel» 2012 setzt sich das Helmhaus Ende 2014 wieder in einer Gruppenausstellung mit der lokalen Szene auseinander. Ein Jetzt der Zürcher Kunst, das nie nur ein Jetzt bleiben kann.

Kuratoren: Simon Maurer und Daniel Morgenthaler

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Jahresprogramm 2013

15. Februar bis 14. April 2013
serge stauffer - kunst als forschung
Erstmals gibt eine Ausstellung Einblick in Leben und Werk des bedeutenden Schweizer Kunsttheoretikers und Duchamp-Kenners Serge Stauffer (1929-1989). Als Mitbegründer der Zürcher Kunstschule F + F hat Stauffer eine ganze Generation von Studierenden geprägt. Die Ausstellung erlaubt einen neuen Blick auf künstlerische Experimente der 1950er bis 1970er Jahre. Die unkonventionelle Zürcher Kunstparxis mit internationaler Ausstrahlung machen zahlreiche Arbeiten aus Serge Stauffers Umfeld erfahrbar: von Marcel Duchamp, Klaudia Schifferle, Doris Stauffer und anderen Zeitgenossen. Als Ausblick auf die Weiterentwicklung von Kunst als Forschung werden zudem aktuelle Forschungen vorgestellt.
Kurator: Michael Hiltbrunner

3. Mai bis 23. Juni 2013
Talk to the Hand
Sprechende Fäuste, Patentierte Gesten
Mit Beni Bischof, Thomas Hirschhorn, Huber.Huber, Ernestyna Orlowska, Levent Pinarci, Roland Roos, Katja Schenker, Karin Schwarzbek u.a.
Gesten lassen sich vereinnahmen, branden, ja sogar patentieren. Unsere Hände verkümmern zu Prothesen, gesteuert von Technologien und Ideologien. Es ist deshalb kein Zufall, dass die Occupy-Bewegung mit ihrer Handzeichensprache auch die Gestik besetzt hat. Auch Künstler/innen reizen gerade in jüngster Zeit die Handlungsfreiheit ihrer Hände wieder vermehrt aus. Die Austellung versammelt rund 20 Positionen, die in die Welt ausgreifen - und sie so besser begreifen lassen.
Kurator: Daniel Morgenthaler

20. Juli bis 8. September 2013
Werk- und Atelierstipendien der Stadt Zürich 2013
Welche Themen interessieren die Zürcher Künstlerschaft? Und welche Arbeiten hält die Jury, bestehend aus drei Mitgliedern der Kommission für Bildende Kunst der Stadt Zürich und zwei Gastjuroren, für fördernswert - mit einem Werkstipendium oder einem Aufenthalt in Genua, Kunming, Paris oder New York? Wie jedes Jahr wirkt die Ausstellung zu den Werk- und Atelierstipendien der Stadt Zürich wieder als Gradmesser für die Kunststadt Zürich und ermöglicht Einblicke in die Arbeit des Ressorts Bildende Kunst der Stadt Zürich. Das Eröffnungsfest ist zudem der Ort für direkt Begegnungen mit den unterschiedlichsten Zürcher Kunstszenen.
Organisation: Eva Wagner und Mitglieder der Kommission für Bildende Kunst der Stadt Zürich

27. September bis 17. November 2013
Black Magic
A.C. Kupper, Cat Tuong Nguyen, Christian Vetter

Seit der Erfindung des White Cube reagieren Künstlerinnen und Künstler mit schwarzem Humor auf den weissen Würfel der Kunstwelt. Oder mit schwarzer Magie. Die Ausstellung «Black Magic» bringt drei Zürcher Künstler in die hochweissen Räume des Helmhaus Zürich, die mit dem Zauber des Dunkeln arbeiten. Christian Vetter konterkariert seine düstere Farbpalette mit hellen Schriftelementen. In Cat Tuong Nguyens Arbeit sind Krieg und Tod Referenzen zu unserem lokalen, meist verhältnismässig unbeschwerten Alltag. Und A.C. Kupper konfrontiert uns mit obskuren, obsessiven Seiten menschlicher Idinividualität, zwischen Fantasy und Realität.
Kuratoren; Simon Maurer und Daniel Morgenthaler

6. Dezember 2013 bis 26. Januar 2014
WELT - BILDER 5
Welche Weltbilder kommen in den Bildwelten von Künstlerinnen und Künstlern zum Ausdruck? Wie entstehen im Medium Fotografie individuelle Weltbilder, und was macht ihre Eigenart aus? Mit dieser Fragestellung setzt sich die im Jahr 2005 begonnene Ausstellungs- und Publikationsreihe «Welt - Bilder/World Images» auseinander. Auch die fünfte Ausstellung präsentiert eine konzise Konstellation exemplarischer Künstlerpositionen mit neuen Arbeiten. Fotografie wird hier als «Weltbildung» verstanden. Künstlerische Bilder ergänzen, vertiefen und verändern unser Weltwissen. Und sie eröffnen Horizonte: auf die verwirrende, faszinierende Gleichzeitigkeit dessen, was uns nah und fern umgibt.
Kuratoren: Andreas Fiedler und Simon Maurer 

Jahresprogramm 2012

24. Februar bis 22. April 2012
GRÖSSER ALS ZÜRICH
Kunst in Aussersihl
Rund 300 Positionen aus Kunst, aber auch aus Literatur, Design, Film und Musik kommen für diese Ausstellung im Helmhaus Zürich zusammen. Sie verbindet Zürich-Aussersihl, der Kreis 4, wo die Künstlerinnen und Künstler gewohnt, gearbeitet oder eine Abeit realisiert haben.
Weil hier auf kleinstem Raum so viele Kulturschaffende tätig sind, weil hier das kreative Potential von Zürich wohnt und arbeitet, ist der Kreis 4 ideell - und praktisch - grösser als Zürich: Er ist das kreative Zentrum der Stadt und ein soziokulturelles Biotop, das in der Schweiz einzigartig ist - und auch international Modellcharakter beanspruchen darf.
Kuratoren: Silvio R. Baviera, Michael Hiltbrunner, Guido Magnaguagno

11. Mai bis 1. Juli 2012
San Keller
Spoken Work

«Kunst ist ein Menschenrecht!» «Nein, Kunst ist absoluter Luxus!» Wenn San Keller seine Berufskollegen zum Berufsbild des Künstlers befragt, sind die Antworten erwartungsgemäss vielstimmig. Ebenso vielstimmig gestaltet sich die Ausstellung «Spoken Work», die erste Einzelschau des Zürcher Künstlers in einer Zürcher Institution: Während Audioinstallationen Elemente früherer Arbeiten integrieren und Videos Aktionen dokumentieren, aktiviert Keller das gesamte Haus - innen wie aussen - mit seinem performativen und kollektiven Ansatz. Auch mit diser Schau macht San Keller das Künstlerbild wieder um einige Facetten reicher - und vergisst dabei nicht, auszutesten, wie dieses Bild von der Gesellschaft wahrgenommen wird.
Kurator: Daniel Morgenthaler

5. bis 8. Juli 2012
Die schönsten Schweizer Bücher 2011
Vernissage: Donnerstag, 5. Juli ab 18 Uhr
Seit 1943 existiert der Wettbewerb «Die schönsten Schweizer Bücher», seit 1999 wird er durch das Bundesamt für Kultur (BAK) im Auftrag des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) durchgeführt. Eine fünfköpfige Jury prämierte diesen Januar insgesamt 27 Bücher des Buchjahrgangs 2011. Der Jan-Tschichold-Preis, der hervorragende Leistungen im Bereich der Buchgestaltung würdigt, wird dieses Jahr an Erich Keiser der Druckerei Odermatt in Dallenwil (NW) verliehen.
Die Ausstellung im Helmhaus Zürich wird durch das Bundesamt für Kultur organisiert.
Koordination: Anisha Imhasly

28. Juli bis 9. September 2012
Werk- und Atelierstipendien der Stadt Zürich 2012
In dieser Ausstellung geht es nicht nur darum, zu zeigen, welche Künstlerin, welcher Künstler ein Werkstipendium der Stadt Zürich zugesprochen bekommt. Oder welche Arbeit ihre Autorin, ihren Autor in ein Atelier in Genua, Kairo, Kunming, Paris oder New York bringt. Vielmehr lässt sich hier jeweils auch beobachten, welche Themen den jungen Zürcher Kunstbetrieb beschäftigen. Und welche Schwerpunkte die Expertenjury, bestehend aus drei Mitgliedern der Kommission für Bildende Kunst und zwei Gastjuroren, mit ihrer Selektion und ihrer kuratierten Präsentation in der aktuellen städtischen Kunstproduktion setzt.
Organisation udn Kuratoren: Eva Wagner und Mitglieder der Kommission für Bildende Kunst der Stadt Zürich

28. September bis 18. November 2012
X - Malerei in Zürich
Mit Tina Braegger, Florian Bühler, Prafull Davé, El Frauenfelder, Clare Goodwin, Bettina Graf, Dieter Hall , Christoph Hänsli, Valentin Hauri, Jahanguir, Vera Ida Müller, Ann Nelson, Giampaolo Russo
In Zürich wird viel gemalt - und wenig Malerei ausgestellt. Zeit, das zu ändern. Figurativ oder ungegenständlich elaboriert oder hingeworfen, romantisch oder kühl berechnend: Diese Ausstellung vermisst das Feld vielfältiger Zürcher Malerei. Neue und erfahrene, bekannte und vergessende Positionen kreuzen sich. Das X im Titel steht für eine mal-ende Potenz, die mit der Multiplikation differenter Haltungen entsteht: Ein Fest, aber auch ein Test für die Augen der Besucherinnen und Besucher ist diese selektive Bestandesaufnahme in einem Medium, das die Aufmerksamkeit verdient, die ihm lang gefehlt hat und die es jetzt geniesst.
Kuratoren: Simon Maurer und Daniel Morgenthaler

8. Dezember 2012 bis 27. Januar 2013
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel
Kunst aus Zürich
Zum Jahresende widmet sich das Helmhaus wie bereits Ende 2010 der Kunst aus diversen Zürcher Szenen. «Wenn die Nacht am dunkelsten ist, kommt der Tag» beschäftigte sich vor zwei Jahren mit Künstlerinnen und Künstlern, die sich zwischen der Dunkelheit der Anonymität und den Schlaglichtern des Kunstbetriebs bewegen. «Nach dem Spiel ist vor dem Spiel» behandelt eine andere künstlerische Grenzerfahrung: Das bisweilen mystifizierte, bisweilen überraschend unspektakuläre Überschreiten der Linie, die das «Work in Progress« zum abgeschlossenen künstlerischen Werk macht. Und die Möglichkeit, dass eine Arbeit schon bei der Vernissage veraltet ist - weil nach der Vollendung immer zugleich auch vor der Konzeption ist.
Kuratoren: Simon Maurer und Daniel Morgenthaler

 

Jahresprogramm 2011

bis 23. Januar 2011
Wenn die Nacht am dunkelsten ist, kommt der Tag
Michael Blättler, Karine Clairsinvil, Cédric Eisenring & Thomas Julier, Esther Gisler, Florin Granwehr, grünkern, Bleta Jahaj, A.C. Kupper, Jso Maeder, Medium, Francisca Silva, Die Welttraumforscher, Ruth Zürcher
Die Ausstellung lädt ein zu einer Entdeckungsreise: Noch nicht oder nicht mehr bekannt sind die Arbeiten der 13 ausgestellten künstlerischen Positionen. Eine abenteuerliche, überraschungsreiche Präsentation, die den berechenbaren Zuordnungen des Zürcher Kunstsystems Impulse geben wird.
Kuratoren: Michael Hiltbrunner und Simon Maurer

11. Februar - 10. April 2011
Zwischenlager
Ankäufe der Stadt Zürich 06 - 10
Der Ausstellungstitel ist Programm: „Zwischenlager“ versammelt in einer Gesamt­schau auf Zeit alle durch die Kommission Bildende Kunst angeregten Ankäufe der Stadt Zürich seit Herbst 2006. Der Titel versteht sich als Grundidee einer zusammen­führenden Übersicht, der nicht inhaltliche Konzeptionen zugrunde liegen und die entsprechend mit musealer Präsentation bewusst bricht, um dieses Zwischenlager einzurichten. Mit Werken der 72 vertretenen Zürcher KünstlerInnen soll die Ausstel­lung die Vielfalt einer nach wie vor produktiven Kunststadt aufzeigen, als die Zürich sich zu Recht etabliert hat und nicht den Anspruch eines repräsentativen Querschnitts einlösen.
Kuratoren: Ian Anüll und Andreas Vogel

29. April - 19. Juni 2011
Café des Rêves
Eine Videoausstellung
Die Ausstellung CAFÉ DES RÊVES im Helmhaus Zürich zeigt Arbeiten von 22 Schweizer Videokünstler/innen aus den Jahren 1999 bis 2011. Video begegnet dem Publikum als vielseitig einsetzbares Medium zwischen Recherche und Fiktion. An der informativen, ästhetisch überraschenden und unterhaltsamen Ausstellung sind auch sieben Schweizer Kunstschulen beteiligt. Wer verweilen möchte zwischen so viel Sehenswertem, geniesst in einem eigens eingerichteten Café einmaligen Limmatblick.
Kuratoren: Aufdi Auf der Maur und Simon Maurer

16. Juli - 4. September 2011
Werk- und Atelierstipendien der Stadt Zürich 2011
Das Helmhaus Zürich präsentiert jährlich Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die sich um Werk- und Atelierstipendien der Stadt Zürich bewerben. Die Jurierung erfolgt vor den Originalwerken derjenigen Künstlerinnen und Künstler, die sich für eine zweite Juryrunde qualifizieren konnten. Das Präsidialdepartement vergibt dieses Jahr Ateliers in Genua, Kunming, New York, Paris und San Francisco und wiederum ein Stipendium für Kunstvermittlung. Die Jury besteht aus drei Mitgliedern der Kommission für Bildende Kunst und zwei Gastjuroren.
Organisation: Eva Wagner und Mitglieder der Kommission für Bildende Kunst der Stadt Zürich

23. September - 13. November 2011
WELT - BILDER 4
Darren Almond, Edward Burtynsky, Georg Gatsas, Aglaia Konrad, Uriel Orlow, Beat Streuli, Mette Tronvoll, Ester Vonplon
Aus Bildern, die wir sehen, entsteht unser Weltbild. Welche Bildwelten zeigen uns fotografierende Künstler und Künstlerinnen, welche Weltbilder vermitteln sie uns? Im Helmhaus Zürich ist der vierte Teil der Reihe Welt – Bilder zu sehen: ein lebendiges Spektrum aktueller, internationaler Fotografie. Die Ausstellung ist ein engagiertes und engagierendes Wechselbad: Schönheit und Schrecken liegen nah beieinander, von magischen Vollmondnächten gerät man in mensch-gemachte Naturkatastrophen, von der Mongolei in Megacitys, von einem Schweizer Bergtal in australische Bergbaugebiete
Kuratoren: Andreas Fiedler und Simon Maurer 

 

2. Dezember 2011 - 22./29. Januar 2012
Marc-Antoine Fehr
Andrea Heller
Kuratorin: Caroline Kesser

 

 

Jahresprogramm 2010

bis 17. Januar 2010
WELT - BILDER 3 / WORLD IMAGES 3
Peter Bialobrzeski, Andrea Gohl, Maia Gusberti, Jitka Hanzlová, Arno Hassler, Alfredo Jaar, Andreas Seibert, Guy Tillim

Welche Weltbilder kommen in den Bildwelten von Künstlerinnen und Künstlern zum Ausdruck? Wie entstehen im Medium der Fotografie individuelle Weltbilder, und was macht ihre Eigenart aus? Mit dieser Fragestellung setzt sich die Ausstellungs- und Publikationsreihe Welt – Bilder / World Images auseinander. Nach 2005 und 2007 präsentiert nun auch die dritte Ausstellung eine vielfältige Konstellation exemplarischer Künstlerpositionen mit neuen Arbeiten. Die ausgestellten Bilder sind Übersetzungen von der Welt in die Welt der Fotografie. Als Sehhilfen dienen sie der Rückübersetzung von der Welt der Fotografie in die Welt, die uns täglich umgibt, in ihrer verwirrenden Gleichzeitigkeit von Ungleichem. Fotografie wird hier als «Weltbildung» verstanden: Künstlerische Bilder ergänzen, vertiefen und verändern unser Weltwissen.
Kuratoren: Andreas Fiedler und Simon Maurer

5. Februar - 5. April 2010
Ian Anüll
RIEN NE VA PLUS

Der weit gereiste Künstler Ian Anüll (*1948) reagiert mit Leichtigkeit und wachem Verstand auf materielle und geistige Fundstücke. Mit den für ihn typischen Umdrehungen, Rückführungen und Bedeutungswechseln hinterfragt der Künstler festgefügte Werte unserer Gesellschaft. Er hat für seine Ausstellung im Helmhaus Zürich Videos, Fotografien, Installationen, Objekte, Collagen, Ma-lereien und Schallplatten aus den letzten 25 Jahren zusammengestellt und neu komponiert. Zu sehen sind auch neue und ältere, noch nie gezeigte Arbeiten. Ian Anüll präsentiert damit wichtige Grundpfeiler seines Kosmos. Zur Ausstel-lung erscheint in der edition fink, Verlag für zeitgenössische Kunst, Zürich, ein Buch mit zahlreichen Abbildungen und vier verschiedenen Textbeiträgen.
Kuratorin: Eva Wagner

30. April - 27. Juni 2010
AZB for ever
Die Arbeitsgemeinschaft Zürcher Bildhauer als Organismus

Sozusagen vor der Haustür Zürichs hat sich auf dem Gaswerkareal in Schlieren vor über 25 Jahren die Arbeitsgemeinschaft Zürcher Bildhauer niedergelassen und sich inzwischen bedeutend erweitert. Der Verein zählt heute 31 Mitglieder; zur Gründergeneration sind ausgewählte junge Bildhauerinnen und Bildhauer hinzugekommen. Die in ihrer Art schweizweit einmalige, selbstorganisierte Künstlergemeinschaft ist mit nichts weniger als der Kultur der Bildhauerei be-fasst und bringt diesen traditionsreichen Begriff in Bewegung. Ausserdem widmet sie sich dem Umbau der denkmalgeschützten Gebäude in Ateliers. In der Ausstellung AZB for ever ist jedes Mitglied mit einem Hauptwerk oder einer Werkgruppe vertreten. Die Skulpturen, Plastiken, Installationen und Zeichnungen stehen exemplarisch für die jeweilige künstlerische Eigenständigkeit. Zwischen den Werken entstehen Dialoge über Themen, Materialien, Raumauf-fassungen, Arbeits- und Denkweisen. In den vielfältigen Querbezügen zeigen sich Gemeinsamkeiten und Widersprüche. Skulptur manifestiert sich als dyna-mische Gattung. Und der Verein als vitaler Organismus.
Kuratoren: Jürg Altherr, Kathrin Frauenfelder, Simon Maurer

24. Juli - 5. September 2010
Werk- und Atelierstipendien der Stadt Zürich 2010

Das Helmhaus Zürich präsentiert jährlich Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die sich um Werk- und Atelierstipendien der Stadt Zürich bewerben. Die Jurierung erfolgt vor den Originalwerken derjenigen Künstlerinnen und Künstler, die sich für eine zweite Juryrunde qualifizieren konnten. Das Präsidi-aldepartement vergibt dieses Jahr Ateliers in Genua, Kunming, New York, Paris, San Francisco und Varanasi und zum zweiten Mal nach 2009 ein Stipendium für Kunstvermittlung. Die Jury besteht aus drei Mitgliedern der Kommission für Bildende Kunst und zwei Gastjuroren.
Organisation: Eva Wagner und Mitglieder der Kommission für Bildende Kunst der Stadt Zürich

24. September - 14. November 2010
Klaudia Schifferle
Tatjana Gerhard

Klaudia Schifferle (* 1955 in Zürich) malt und zeichnet, plastiziert und dichtet in einem Atelier in der Roten Fabrik an der Seestrasse in Zürich. Es entstehen parallel Familien von Werken: kopfüber im Raum schwebende Figuren, deren Inneres sich explosiv in Lineamenten veräussert. Stille, nahezu unge-genständliche Landschaften. Heftige Markerzeichnungen vor Ölhintergrund. Realistische Fabeltiere. Vorzeitlich vielköpfige Zementskulpturen, mal roh, dann mit greller Farbe überschüttet. Von innen ferngesteuerte Einlinienzeichnungen.

Lange, seit 2004, hat man nicht mehr viel von dieser fragilen Künstlerin gese-hen. Nach unruhigen Jahren in der Zürcher Bewegung und internationalem künstlerischem Ruhm zog sich Klaudia Schifferle 1988 nach Mailand aus dem Verkehr, kehrte darauf im Tessin in die Stille ein − und erfindet sich seit ihrer Rückkehr nach Zürich im Jahr 2002 neu und erneut. Weit aus- und eingegriffen ins Leben hat sie. Was ist aus ihr geworden, aus ihren vielen Leben?

Klaudia Schifferles koboldartige, mehräugige Gestalten konterkarieren Gnomen, geister- und hexenartige Geschöpfe der um eine Generation jüngeren Malerin Tatjana Gerhard (* 1974 in Zürich). Zwischen Tagtraum und Albtraum changierende Dramen gerinnen in Gerhards Ölmalerei zu zweideutigen Schlüsselmomenten. Maskiert und entblösst zugleich, finden sich ihre Figuren auf bühnenhaftem Gelände exponiert wieder. Kindhaftes und Greises verschmelzen, Macht kippt in Ohnmacht und wieder zurück. Die archaische Emotionalität, die Abgründigkeit von Gerhards Bildern berühren uns alle an wunden Punkten.

Die Künstlerin mit kroatischen Wurzeln ist im Wallis aufgewachsen, lebt in Dübendorf und ist dabei, nach Gent (Belgien) umzuziehen. Die Präsentation im Helmhaus Zürich ist ihr erster grösserer Auftritt im institutionellen Rahmen. Die Ausstellungen von Klaudia Schifferle und von Tatjana Gerhard sind zwei sich ergänzende Einzelausstellungen.
Kurator: Simon Maurer

3. Dezember 2010 - 23. Januar 2011
Wenn die Nacht am dunkelsten ist, kommt der Tag
Michael Blättler, Karine Clairsinvil, Cédric Eisenring & Thomas Julier, Esther Gisler, Florin Granwehr, grünkern, Bleta Jahaj, A.C. Kupper, Jso Maeder, Medium, Francisca Silva, Die Welttraumforscher, Ruth Zürcher

Die Ausstellung lädt ein zu einer Entdeckungsreise: Noch nicht oder nicht mehr bekannt sind die Arbeiten der 13 ausgestellten künstlerischen Positionen. Eine abenteuerliche, überraschungsreiche Präsentation, die den berechenbaren Zuordnungen des Zürcher Kunstsystems Impulse geben wird.

Jahresprogramm 2009

24. Oktober 2008 bis 18. Januar 2009
Roman Signer – Projektionen
 
16 Jahre nach Roman Signers erstem Auftritt 1992 mit einer Installation in einem Stockwerk des Helmhaus Zürich kehrt der mittlerweile weltweit gefragte Künstler im Jahr seines 70. Geburtstags mit einem Kernthema seines Werks und mit Arbeiten aus dem Jahr 1993 bis heute ins Helmhaus zurück: zeigt erstmals an die dreissig Videofilme (und voraussichtlich zwei Super-8 Filme) zeitgleich in allen verdunkelten Sälen des Helmhaus Zürich. Sinnfällig wird dabei Signers Umgang mit Zeit, mit Bewegung und Stillstand, mit Materie, mit Verdichtung und Zerstreuung, mit Philosophie, mit Werden und Vergehen. Der Titel steht für den visionären, prospektiven Charakter seiner Arbeit, die sich schliesslich - und meist recht plangemäss - nach seinen Vorstellungen realisiert. Die bewegten Bilderfindungen, die Roman Signer in seinen Arbeiten antizipiert und realisiert, kommen im parallel erscheinenden Buch zum Stillstand, das vom Zürcher Graphiker Peter Zimmermann gestaltet und im Steidl Verlag, Göttingen, und im Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich, erscheint.
Kurator: Simon Maurer  
  
6. Februar bis 29. März 2009
Boden und Wand   Wand und Fenster   Zeit
Polly Apfelbaum, Katharina Grosse, Bruno Jakob, Adrian Schiess, Christine Streuli, Niele Toroni, Duane Zaloudek 

Der Titel beschreibt das Programm der Ausstellung und zugleich Eigenschaften der ausgestellten Werke. Boden und Wand, Wand und Fenster sind die konkreten Orte künstlerischer Intervention, werden von den Arbeiten angesprochen und bilden im Zusammenspiel einen spezifischen Erfahrungsraum abstrakter Malerei. Zu entdecken sind Gemälde, aber auch Installationen, Videos und Objekte, neue und ältere Arbeiten, die in der Ausstellung räumlich verschränkt präsentiert werden. Beteiligt sind europäische und amerikanische Künstlerinnen und Künstler verschiedener Generationen, gemeinsam ist ihnen das Interesse an einer entgrenzten, transmedialen Malerei. Die Erkundung und künstlerische Entfaltung der inneren Komplexität des Mediums Malerei, zu der auch die Suche nach Bezugspunkten mit anderen Medien gehört, verbindet die Künstlerinnen und Künstler. Kurator: Roman Kurzmeyer


17. April bis 14. Juni 2009
Daniel Schwartz
TRAVELLING THROUGH THE EYE OF HISTORY

Ansichten aus dem Hinterland der Kriege
Im Westen Chinas folgte Daniel Schwartz 1987/1988 der Grossen Mauer in ihrer gesamten Länge und ihr Ende in Xinjiang wurde nun zum Ausgangspunkt einer neuen fotografischen Arbeit in Zentralasien. Im Jahr 2007 abgeschlossen, weist diese über Afghanistan hinaus in den Iran, aber auch nach Kashmir hinüber; umfasst demnach das Terrain, das nach dem 11. September 2001 plötzlich als Krisenbogen wahrgenommen wurde. Kulturelle oder politische Kontexte liegen indessen auch den Siebdruck-Wortbildern zugrunde, die Schwartz ausgewählten Fotografien beistellt oder als eigenständige Werke zeigt. Zur Ausstellung erscheint beim Londoner Verlag Thames and Hudson das Künstlerbuch “Travelling through the Eye of History”.
Kurator: Simon Maurer   

4. Juli bis 16. August 2009
Werk- und Atelierstipendien der Stadt Zürich    

Das Helmhaus Zürich präsentiert jährlich Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die sich um Werk- und Atelierstipendien der Stadt Zürich bewerben. Die Jurierung erfolgt vor den Originalwerken derjenigen Künstlerinnen und Künstler, die sich für eine zweite Juryrunde qualifizieren konnten. Das Präsidialdepartement vergibt dieses Jahr Ateliers in Genua, Kairo, Kunming, New York, Paris und San Francisco. Die Jury besteht aus drei Mitgliedern der Kommission für Bildende Kunst und zwei Gastjuroren.
Organisation: Eva Wagner und Mitglieder der Kommission für Bildende Kunst der Stadt Zürich

6. September bis 25. Oktober 2009
Lange Nacht der Museen: 5. September 2009
Ursula Biemann Hannes Rickli  

Ursula Biemann
Videogeografien
Die investigativen Videoessays von Ursula Biemann setzen sich mit Themen der Mobilität und der Migration auseinander. Bestehende und eigens generierte Wissensquellen organisiert die Zürcherin zu vielstimmigen ästhetischen Montagen. In einer Art künstlerischer Feldforschung untersucht sie umstrittene Territorien der Welt und formuliert komplexe humane Geografien, mit all ihren Nebenwirkungen und undokumentierten Bewegungen.
Kurator: Simon Maurer

Hannes Rickli
Videogramme
Der Zürcher Künstler Hannes Rickli untersucht in seiner Arbeit Bruchstellen der Alltagsästhetik. Der Ausstellung "Videogramme" liegt wissenschaftliches, audiovisuelles Material aus der Verhaltensforschung bei Insekten und Fischen zu Grunde. Der Transfer in den Kunstraum legt ein Potenzial möglicher Erzählungen frei: Naturwissenschaftliche und künstlerische Argumente überschneiden sich und geraten miteinander in ein produktives Spannungsverhältnis.
Kurator: Simon Maurer

13. November 2009 bis 17. Januar 2010
WELT – BILDER 3      
Wie sehen Künstlerinnen und Künstler, die mit den Mitteln der Fotografie arbeiten, die Welt? Welche Weltbilder kommen in ihren Bildwelten zum Ausdruck? Acht exemplarische Positionen stehen für individuelle WELT –  BILDER: individuell in ihrer künstlerischen Ausdrucksweise, spezifisch in ihrer Thematik und ihrer sozialen und geographischen Situierung. Die Ausstellungreihe der WELT –  BILDER, die wir 2005 begonnen haben, wird nun fortgesetzt. Die Bücher, die im Verlag für moderne Kunst Nürnberg zu Teil eins und zwei erschienen sind, werden ergänzt um einen dritten Band.
Kuratoren: Andreas Fiedler und Simon Maurer.

Änderungen vorbehalten    

Jahresprogramm 2008

23. Februar bis 20. April 2008
Manon - Eine Person

Mythen sind oft schlecht erforscht. Zum ersten Mal wird hier das Werk der Zürcher Performance-, Foto-, Objekt- und Installationskünstlerin Manon im Überblick präsentiert. Mit Arbeiten, die sie berühmt gemacht haben, aber auch mit bisher unveröffentlichten und neuen Werken. Manon, die sich selber inszeniert, in Rollen schlüpft und die Masken wieder abstreift: Anfangs rebellisch, später reflektiert, befragt sie in ihrer Kunst modellhaft eigene und fremde Identitäten im Dreieck zwischen Repräsentation, Projektion und Identifikation. Ihr Werk schillert in der Ambivalenz von Dominanz und Unterwerfung, von Stärke und Schwäche, von Schau und Scheu. Die Ausstellung und ein parallel dazu im Verlag Scheidegger& Spiess, Zürich, erscheinendes Buch weisen Manon auch für ein jüngeres Publikum als Pionierfigur aus. Die bisher umfangreichste Publikation über Manon enthält alle gültigen Arbeiten von 1973 bis heute, sowie Essays von fünf namhaften AutorInnen. Kuratiert von Brigitte Ulmer in Zusammenarbeit mit Simon Maurer. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit dem Swiss Institute, New York . Ausstellung: 28. April bis 13. Juni 2009, kuratiert von Gianni Jetzer.


16. Mai bis 13. Juli 2008
balls & brains
Anstösse zur Fussballkunst

Parallel zur UEFA EURO 2008 ist die Ausstellung vielschichtig orientiert: Von Sport-, Kultur- und Reportagejournalisten und von KünstlerInnen recherchierte Arbeiten über wenig ausgeleuchtete Themen des Fussballs (es gibt sie!) sind mit Arbeiten in traditionellen künstlerischen Medien kombiniert. Darüber hinaus sind die BesucherInnen eingeladen, sich aktiv auf dem Spielfeld der Ausstellung zu bewegen. Nachdenken, entdecken, schwitzen: Das alles ist drin in diesem Organismus einer Ausstellung, die überdies von Veranstaltungen theatralischer und hochprozentig ernster Art flankiert wird und in ihrem Unterbau, in der Halles des Helmhaus, das Public Viewing und eine vom Popkredit der Stadt Zürich programmierte Kleinbühne mit beherbergt.
Kuratoren: Simon Maurer in Zusammenarbeit mit Daniel Binggeli.


9. August bis 28. September
2008 Werk- und Atelierstipendien der Stadt Zürich 2008

Seit 1993 präsentiert das Helmhaus Zürich Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die sich um Werk und Atelierstipendien der Stadt Zürich bewerben. Die Jurierung erfolgt vor den Originalwerken derjenigen Künstlerinnen und Künstler, die sich für eine zweite Juryrunde qualifizieren konnten. Das Präsidialdepartement vergibt dieses Jahr Ateliers in Genua, Kunming (China), Paris, New York, San Francisco und Varanasi (Indien).
Organisation: Eva Wagner und Mitglieder der Kommission für Bildende Kunst der Stadt Zürich


24. Oktober 2008 bis 18. Januar 2009
Roman Signer: Projektionen

16 Jahre nach Roman Signers erstem Auftritt 1992 mit einer Installation in einem Stockwerk des Helmhaus Zürich kehrt der mittlerweile weltweit gefragte Künstler im Jahr seines 70. Geburtstags mit einem Kernthema seines Werks und mit Arbeiten aus dem Jahr 1993 bis heute ins Helmhaus zurück: zeigt erstmals an die dreissig Videofilme (und voraussichtlich zwei Super-8 Filme) zeitgleich in allen verdunkelten Sälen des Helmhaus Zürich. Sinnfällig wird dabei Signers Umgang mit Zeit, mit Bewegung und Stillstand, mit Materie, mit Verdichtung und Zerstreuung, mit Philosophie, mit Werden und Vergehen. Der Titel steht für den visionären, prospektiven Charakter seiner Arbeit, die sich schliesslich - und meist recht plangemäss - nach seinen Vorstellungen realisiert. Die bewegten Bilderfindungen, die Roman Signer in seinen Arbeiten antizipiert und realisiert, kommen im parallel erscheinenden Buch zum Stillstand, das vom Zürcher Graphiker Peter Zimmermann gestaltet und im Steidl Verlag, Göttingen, und im Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich, erscheint.
Kurator: Simon Maurer 

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