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Kunststipendien der Stadt Zürich 2019

Kunststipendien der Stadt Zürich 2019

Foto: Lorenzo Pusterla
Foto: Lorenzo Pusterla

Mit: Alex Herzog und Ana Hofmann und Ana Strika und Andrea Good und Andreas Heusser und Anissa Nussbaumer und Bettina Maurer und Boris Billaud und Chingsum Jessye Luk und Christoph Brünggel und Claudia Kübler und Claudia Stöckli und Colin Guillemet und Corinna Holbein und Daniela Müller und Gregory Polony und Johanna Kotlaris und Jules Spinatsch und Julia Bodamer und Karen Geyer und Katja Schenker und Lawrence Grimm und Lisa Schiess und Małgorzata Stankiewicz und Marco Fedele di Catrano und Martina-Sofie Wildberger und Michael Günzburger und Michael Meier & Christoph Franz und Monica Ursina Jäger und Nicola Genovese und Pascal Häusermann und Pascal Sidler und Raphael Perret und Riikka Tauriainen und Roman Blumenthal und Selina Zürrer und Søren Berner und Urban Zellweger und Veli & Amos und Vincent Kriste

Stipendienjury

Externe Jurymitglieder:
Lorenzo Benedetti, Kurator, Kunstmuseum St. Gallen, und Claudia Spinelli, Kuratorin und Leiterin Kunstraum Baden

Mitglieder Kommission für Bildende Kunst:
Katharina Ammann, Abteilungsleiterin Kunstgeschichte SIK-ISEA, und Roland Roos, Künstler, und Navid Tschopp, Künstler

Ausstellungskonzept: Esther Kempf, Künstlerin, und Sabine Rusterholz Petko, Kunsthistorikerin und Kuratorin (beide Mitglieder Kommission für Bildende Kunst der Stadt Zürich)

Foto: Lorenzo Pusterla
Foto: Lorenzo Pusterla

Von Mitte Juli bis Anfang September findet im Helmhaus Zürich alljährlich die Stipendienausstellung für Kunst statt. Die Kunststipendien sind eine besonders begehrte Form der Kulturförderung der Stadt Zürich. Die Ausschreibung erfolgt jeweils im Januar. In der Stipendienausstellung präsentieren die Künstler*innen, die von der Stipendienjury für die zweite Runde vorgeschlagen wurden, ihre Werke. Die Stipendien werden anlässlich der Vernissage dieser Ausstellung am 12. Juli vergeben. 

Die Stipendienausstellung bietet einen weit über professionelle Kreise hinaus beachteten, für Besucher*innen gratis zugänglichen Querschnitt durch das aktuelle Kunstschaffen in der Stadt Zürich. Alle Bewerber*innen, die von der fünfköpfigen Stipendienjury für die zweite Runde vorgeschlagen wurden, erhalten hier die Möglichkeit, ihr Schaffen einem breiteren Publikum vorzustellen. 

Jüngeren Kunstschaffenden bietet die Stipendienschau oft eine erste Ge-legenheit, ihr Werk in einer professionell eingerichteten Ausstellung und in einer etablierten Institution zeigen zu können. Gerade für aufstrebende Kunst-schaffende ist daher schon die Möglichkeit zur Teilnahme, erst recht aber die Förderung durch ein Stipendium ein wichtiges Zeichen der Anerkennung. Da für die Kunststipendien keine Altersgrenze besteht, stellen sich aber regelmässig auch erfahrene Kunstschaffende dem Urteil einer professionellen Jury. Für alle Kunstschaffenden bringt ein Stipendium in der Regel vor allem zusätzlichen Frei-raum für ihre künstlerische Tätigkeit und die Möglichkeit, unabhängig vom un-mittelbaren Verwertungsdruck neue Wege zu schaffen und zu experimentieren. 

Die Ausstellung der Kunststipendien der Stadt Zürich wird jeweils von zwei Mitgliedern der städtischen Kommission für Bildende Kunst eingerichtet. Die Fachjury setzt sich aus wechselnden Mitgliedern der Kommission für Bildende Kunst der Stadt Zürich sowie zwei jeweils durch die Kommission ausge-wählten, zusätzlichen Gastjuroren zusammen. 

Die Jury folgt bei ihrer Tätigkeit den übergeordneten Kriterien der Kulturförderung, wie sie im öffentlichen Kulturleitbild der Stadt Zürich (online, www.stadt-zuerich.ch/kultur) formuliert sind. Die alljährlich wechselnde Zusam-mensetzung der Jury, in der neben Kritiker*innen, Kurator*innen und Theore-tiker*innen immer auch Kunstschaffende vertreten sind, garantiert, dass innerhalb dieses Rahmens unterschiedliche Perspektiven eingenommen und wechselnde Akzente gesetzt werden. Manchmal sind die Urteile, die so entste-hen, dezidiert und einhellig, manchmal sind die Mehrheiten knapp. Darin spiegelt sich die Reaktion auf die Vielfalt und Bandbreite der heute möglichen künstlerischen Haltungen. 

Die Zahl der gültigen Gesuche – 189 Dossiers – hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht und bewegt sich nach wie vor auf hohem Niveau. Für die zweite Runde wurden 40 Positionen ausgewählt, davon 20 Frauen und 22 Männer (zwei Künstlerduos). Die Jahrgänge der Kunstschaffenden, die zur Ausstellung zugelassen wurden, reichen von 1947 bis 1992.

JURYBERICHT

Foto: Lorenzo Pusterla
Foto: Lorenzo Pusterla

Auf Vorschlag der Stipendienjury verlieh die Stadt Zürich am Freitag, 12. Juli 2019, insgesamt 13 Werk- oder Auslandatelierstipendien. Aus den 189 gültigen Eingaben um ein Stipendium werden dieses Jahr die Werke von 40 Kunstschaffenden und Künstler*innenduos in der Ausstellung «Kunststipendien der Stadt Zürich 2019» im Helmhaus gezeigt. Das Stipendium für Kunstvermittlung 2019 erhält die Redaktion Kunstbulletin.

Auf Antrag der Stipendienjury spricht die Stadt Zürich den folgenden Künstler*innen ein Werkstipendium von je 18'000 Franken zu: Roman Blumenthal, Julia Bodamer, Nicola Genovese, Alex Herzog, Andreas Heusser, Raphael Perret, Pascal Sidler, Ana Strika und Martina-Sofie Wildberger.

Atelier-Aufenthalte in Paris und Genua gehen an: Chingsum Jessye Luk, Daniela Müller, Veli & Amos und Selina Zürrer. Das Atelierstipendium Kunming wurde dieses Jahr nicht vergeben.

Jurybericht
Die Jury hat in einer ersten Runde die 189 gültigen Gesuche gesichtet. Dabei ist ihr zunächst die Breite und Vielfalt der Eingaben aufgefallen, sowohl was die beteiligten Jahrgänge wie auch die verwendeten Medien und Materialien betrifft. Einen Schwerpunkt gab es bei Installationen, die zum Teil performativ angelegt waren, Malerei und Video. Die Fotografie hingegen war als künstlerisches Medium kaum vertreten.

Zum ersten Mal wurden Projektskizzen der Künstler*innen für die zweite Runde verlangt. Dies hat zu einer Schärfung der Dossiers geführt. Die Jury empfiehlt daher, den eingeschlagenen Weg präziser Vorgaben für die Dossiers weiter zu verfolgen.

Bei der Auswahl in der ersten Runde richtete die Jury ihr Augenmerk zunächst auf die allgemeine Qualität der Eingaben. Ihre besondere Neugierde erweckten jüngere, experimentelle Positionen. Daneben war sie aber auch daran interessiert, einen neuen Blick aufs Schaffen bereits etablierter Künstler*innen zu werfen.

In der zweiten Jurierungsrunde wurden die eingereichten Arbeiten vor Ort in der Ausstellung bewertet. Die Jury sah sich mit vielen unmittelbar zugänglichen Kunstwerken konfrontiert, von denen etliche auf einer konzeptionellen Metaebene operierten: Nicht immer steht ein bestimmter Inhalt im Vordergrund, sondern die Reflexion formaler Mittel und Materialeigenschaften. Auch wird allmählich der mediale Wandel durch die Digitalisierung sichtbar, wenn auch häufig in impliziter Form. In zahlreichen Arbeiten wird das von diesen Medien geprägte ästhetische Empfinden einer neuen Generation spürbar. Auch die aktuellen ökologischen Themen machen sich vielerorts bemerkbar.

Nach einem ersten Rundgang stand für die Jury relativ schnell fest, welche Positionen sie nicht mehr weiterverfolgen wollte. Hingegen wurde in der Schlussrunde umso intensiver diskutiert über das Verhältnis von Medium und Aussage, über die Materialwahl sowie den konkreten Umgang mit diesem Material, über die konzeptionelle und formale Machart, vor allem aber auch über die inhaltliche Relevanz. Zudem flossen Aspekte wie die aus den Dossiers ersichtliche allgemeine künstlerische Entwicklung und die Förderbiografie der Künstler*innen ein. Durchwegs wurde die Frage erörtert, warum gerade jetzt das Schaffen mit einem Werkstipendium gefördert werden soll. Die Jury hat daher sowohl Arbeiten gewürdigt, die ein Risiko eingegangen sind, als auch solche, die einem präzisen, konzentrierten, fokussierten Ansatz vertrauten.

Die Jury hat mangels geeigneter Kandidaturen das Atelier Kunming dieses Jahr nicht vergeben.

Stipendium für Kunstvermittlung im Bereich Bildende Kunst: Redaktion Kunstbulletin

Das Stipendium für Kunstvermittlung im Bereich Bildende Kunst ist Ausdruck der Bedeutung, die qualifizierten Formen der Vermittlung von Gegenwartskunst im Rahmen der Kunstförderung zugemessen wird. Dieses Stipendium in der Höhe von 10'000 Franken wird der Redaktion Kunstbulletin für ihre Aktivitäten im Bereich der Nachwuchsförderung zugesprochen.

Jurybegründung
Die Jury würdigt die Redaktion des Kunstbulletin für ihre kontinuierliche und innovative Förderung des kunstkritischen Nachwuchses.

Die vom Schweizer Kunstverein getragene Kunstzeitschrift trägt seit 1968 zur Rezeption und Verbreitung des aktuellen Schweizer Kunstgeschehens bei und ist damit eine Referenz für Kunstschaffende und Kunstvermittelnde wie auch für Institutionen. Zudem informiert das Kunstbulletin kontinuierlich über nationale und internationale Ausschreibungen, Stipendienmöglichkeiten und Wettbewerbe und bietet dadurch eine für den Kunstbetrieb wichtige Dienstleistung an. Durch Beiträge auf Französisch und Italienisch fördert die Zeitschrift den Austausch und die Verbindung zwischen den verschiedenen Landesteilen.

Die Kunstkritik hat in den letzten Jahren angesichts der Umwälzungen in der Medienlandschaft in den traditionellen Medien kontinuierlich an Terrain verloren. Damit schwinden auch die Ausbildungsmöglichkeiten für den Nachwuchs. Durch die gezielte Zusammenarbeit mit jungen Autor*innen bietet das Kunstbulletin angehenden Kunstvermittler*innen eine professionelle redaktionelle Betreuung, thematisch ausgerichtete Workshops, spezielle Kooperationen mit Institutionen und Projektpartnern. Die Schreibprojekte beschränken sich keineswegs auf das klassische Printformat, sondern beschreiten mit der Website artlog.net auch neue Wege im zukunftsträchtigen digitalen Raum. 

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