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Nach Zürich

nach Zürich

6.12.2019–26.1.2020

mit Shahto Ali, Ferdinand Arnold, Paloma Ayala, Carolina Cerbaro, Julia Geröcs & Gabriel Studerus, Gustavo Hansson, Tatjana Hartmann, Marcel Reuschmann, STILL UND DUNKEL, Pakkiyanathan Vijayashanthan, Antshi von Moos, Anne Käthi Wehrli, Yang Kwang-Ja, @allesfleisch

Grafik: Carolina Cerbaro
Grafik: Carolina Cerbaro
Gustavo Hanssons Installation: ein Haus im Helmhaus. Foto: Zoe Tempest
Gustavo Hanssons Installation: ein Haus im Helmhaus. Foto: Zoe Tempest

In 45 Mittagsgesprächen haben wir von 45 Zürcher*innen über ihre Suche erfahren: Das tägliche Gesprächsformat search.zh in der Ausstellung Auf der Suche im Helmhaus Zürich hat eindrücklich gezeigt, dass auch in dieser gesättigten Stadt fast alle irgendwie auf der Suche sind. nach Zürich ist der zweite Teil der Doppelausstellung Auf der Suche nach Zürich. Wir suchen nach einem Zürich, das sonst wenig sichtbar ist. Das vielleicht auch verdrängt wird – das sich aber umso mehr aufdrängt, wenn wir in der Kultur «Teilhabe» grossschreiben.

Wer kommt nach Zürich? Was kommt nach Zürich? Uns beschäftigt in dieser Ausstellung beides. Die geografische Richtung – nach, in Richtung Zürich. Oder die zeitliche Bedeutung – nach Zürich, also Post-Zürich, wie in Postmoderne. Wir suchen nach einer Stadt – dem, was eine Stadt ausmacht: die Vielfalt ihrer Menschen. Was hat diese Menschen nach Zürich gezogen? Was bringen sie mit in diese Stadt? Wo gehen sie hin, nachdem sie Zürich hinter sich gelassen haben – oder hinter sich lassen mussten? Wie wirkt sich die Stadt auf ihren Alltag und ihre Kunst aus? Und was kommt nach dem Zürich, wie wir es heute kennen?

Paloma Ayala, Moment of exchange Memorial (Ausschnitt), 2019, Foto: Zoe Tempest
Paloma Ayala, Moment of exchange Memorial (Ausschnitt), 2019, Foto: Zoe Tempest

nach Zürich bringt einen ehemaligen Gewichtheber, der nun in jahrelanger Arbeit detaillierteste Aquarelle schafft (Marcel Reuschmann) zusammen mit einem sudanesischen Anwalt, der in seiner Kunst gegensätzliche Symbolik genüsslich vermengt (Shahto Ali). Eine Künstlerin kam aus Küttigen nach Zürich – und wirbelt hier prompt Staub auf (Anne Käthi Wehrli); eine Künstlerin kam aus Korea nach Zürich – und entstaubt die Vergangenheit (Yang Kwang-Ja). nach Zürich führt in zerfallende Häuser (das musikalisch-künstlerische Trio STILL UND DUNKEL) und in Kunst als neues Zuhause, als «Shelter», als Schutz (Gustavo Hansson). Im Helmhaus, das früher Gemüse schützte. nach Zürich zeigt Menschen, die sich neu erfinden (Antshi von Moos) oder Menschen, über die brachial befunden wird (Pakkiyanathan Vijayashanthan, bereits in Auf der Suche mit einer erschreckenden Arbeit vertreten). Carolina Cerbaro, auch für den grafischen Auftritt der Ausstellungen Auf der Suche und nach Zürich zuständig, findet Zürich in geometrischen Linien – Ferdinand Arnold in frei gesetzten Farbflecken. Für nach Zürich orientieren sich Künstler*innen an feministischen Texten aus Lateinamerika (Paloma Ayala) oder an den Erzählungen von Gastarbeiter*innen im Nachtzug nach Budapest (Julia Geröcs & Gabriel Studerus). Und während das Werk von Tatjana Hartmann sich in den Aussenraum zieht, agiert @allesfleisch vor allem auf Instagram. nach Zürich kommt das Internet.

Julia Geröcs & Gabriel Studerus, du woher, 2019, Foto: Zoe Tempest
Julia Geröcs & Gabriel Studerus, du woher, 2019, Foto: Zoe Tempest

Wir haben viel gelernt Auf der Suche nach Zürich. Auch über das Helmhaus als Institution und über uns selbst: über unsere Art, Kunst zu beurteilen zum Beispiel. Mit jeder*m beteiligten Künstler*in öffnet sich eine Welt. Und all diese Welten kommen in Zürich zusammen. Wir versuchen, das Helmhaus für die Beteiligten und für die Besucher*innen zu einem Ort zu machen, an dem sie sich wohl und sicher fühlen. Zu einem «Safe Space», der verschiedene Haltungen erträgt und respektiert. Wir haben erfahren, dass wir uns verständigen, annähern, voneinander lernen können – und dass uns Toleranz und Gerechtigkeit, Solidarität und Mitgefühl wichtig sind. Eine kulturpolitische Zielsetzung wie die «Teilhabe» erhält Bedeutung, wenn sie gelebt wird. Das werden wir weiter versuchen. Auch nach nach Zürich.

Ausstellungsansicht der Arbeiten von Ferdinand Arnold, Foto: Zoe Tempest
Ausstellungsansicht der Arbeiten von Ferdinand Arnold, Foto: Zoe Tempest

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