Hilfsnavigation

Global Navigation

!Mediengruppe Bitnik - Christian Waldvogel

14. Februar bis 6. April 2014

Wikileaks-Gründer Julian Assange steht im Zentrum der Ausstellung von !Mediengruppe Bitnik
Wikileaks-Gründer Julian Assange steht im Zentrum der Ausstellung von !Mediengruppe Bitnik.
Antecendents (Cyanobakterienkultur), 2014, von Christian Waldvogel.
Christian Waldvogels "Antecendents": Die Cyanobakterien haben ihre Wirkung entfaltet - Das Wasser im grossen Saal hat sich grün gefärbt.

Überwachungskunst und Lebenskunst

!Mediengruppe Bitnik – «Delivery for Mr. Assange»
Christian Waldvogel – «unknown»

Die eine Ausstellung setzt einen Saal unter Wasser, die andere verschafft Zutritt zu
einem der bestüberwachten Räume der Welt: Das Helmhaus Zürich zeigt zwei Einzelschauen, die sich spektakulär mit unserer Lebensrealität befassen. Christian
Waldvogel verteilt auf 150 Quadratmetern Nährflüssigkeit, in der sich während der Ausstellung – wie damals auf der jungen Erde – erstes Leben regt. !Mediengruppe
Bitnik baut das Arbeitszimmer von Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London nach, die der Wikileaks-Gründer seit Juni 2012 nicht verlassen kann. Das Kollektiv straft Vorwürfe Lügen, dass sich die Kunst nicht mit der NSA-Affäre
beschäftige.

Mit !Mediengruppe Bitnik und Christian Waldvogel zeigt das Helmhaus Zürich parallel ein Zürcher Künstlerkollektiv und einen Zürcher Künstler, die ihre Kunst aus kunstfremden Disziplinen herleiten: Christian Waldvogel (*1971) ist bekannt als Künstler, der keine Berührungsängste mit der Wissenschaft kennt. Vor allem unser Blick ins Universum und die
Möglichkeit der Existenz von Planeten, die ähnlich bewohnbar sind wie die Erde, interessieren Waldvogel. Seit 2011 waltet er auch als Co-Chair des «Topical Team Arts & Science» der europäischen Weltraumagentur ESA.

Wie Waldvogel nutzen auch Carmen Weisskopf (*1976) und Domagoj Smoljo (*1979) von der !Mediengruppe Bitnik die heutigen technologischen Möglichkeiten – und üben gleichzeitig Kritik daran. Als Internet-Künstler haben sie lange mit dem utopischen und demokratischen Potenzial des Web gearbeitet, sich aber auch mit dem Thema Überwachung auseinandergesetzt.

Die beiden Ausstellungen «Delivery for Mr. Assange» und «unknown» verbindet die künstlerische Strategie: Das Verwenden – und Missbrauchen – von Technologie und der Einbezug von Erkenntnissen aus andern Fachgebieten. Noch etwas ist den beiden Ausstellungen gleich: Beide ermöglichen uns Zugang zu Lebens-Räumen. Christian Waldvogel, indem er uns in einer neuen Installation auf einen noch jungen Planeten transportiert – zum Beispiel auf die Erde vor drei Milliarden Jahren. Sie ist bedeckt von einer dünnflüssigen Ursuppe, in der während der Ausstellung algenartige Cyanobakterien wachsen und anderes Leben vorbereiten, indem sie Kohlendioxid in Sauerstoff umwandeln.

!Mediengruppe Bitnik hingegen behandelt einen Raum, der für eine Person das ganze Leben bedeutet: Das Arbeitszimmer von Wikileaks-Gründer Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London. !Mediengruppe Bitnik hat Assange mehrmals in London besucht und baut im Helmhaus aus der Erinnerung – Fotografieren ist in der Botschaft verboten – seinen Lebens-Raum nach. Dieser ist zu einer Schaltzentrale von Wikileaks und zu einem weltbekannten Symbol geworden für den Einfluss, den die totale Überwachung auf unser Leben hat. !Mediengruppe Bitnik hat zudem eine selbst gebaute «Postdrohne» an Julian
Assange versandt: ein mit einer Kamera bestücktes Paket, das die Reise mit der Post aufzeichnete und live zugänglich machte. Dieses altgediente Medium erwies sich in einer Zeit allgegenwärtiger Überwachung als ausgesprochen verlässliches Kommunikationsmittel.

Eröffnung der Ausstellung: Donnerstag, 13. Februar 2014, ab 18 Uhr.

Blicke in die Austellung

Christian Waldvogel setzt Cyanobakterien frei in seiner Installation Antecedents.
Christian Waldvogel setzt Cyanobakterien frei in seiner Installation Antecedents - sie färben das Wasser mit der Zeit grün.

Blick auf die Installation Delivery for Mr. Assange, mit einem Video und gegen 10'000 Fotos der Postdrohne.
Blick auf die Installation Delivery for Mr. Assange, mit einem Video und gegen 10'000 Fotos der Postdrohne.

Blick in den Nachbau des Zimmers von Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London.
Blick in den Nachbau des Zimmers von Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London.

FEin Paket auf Reisen: Was die Kamera im Paket gesehen hat. Aktion von !Mediengruppe Bitnik.
Ein Paket auf Reisen: Was die Kamera im Paket gesehen hat. Aktion von !Mediengruppe Bitnik.

Die Random Planet Production Machine RPPM von Christian Waldvogel produziert Planeten, die anschliessend auf eine Umlaufbahn gebracht werden.
Die Random Planet Production Machine RPPM von Christian Waldvogel produziert Planeten, die anschliessend auf eine Umlaufbahn gebracht werden.

Christian Waldvogel: Über den anschaulichen Inhalt der quantentheoretischen Kinematik und Mechanik, 2013, Leuchtkasten.
Christian Waldvogel: Über den anschaulichen Inhalt der quantentheoretischen Kinematik und Mechanik, 2013, Leuchtkasten.

Weitere Informationen