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refaire le monde * POSITION

9. März bis 6. Mai 2018

Vernissage: Donnerstag, 8. März 2018, 18 Uhr // Einführung durch die Kuratoren Simon Maurer und Daniel Morgenthaler um 19 Uhr

Filmstill aus dem Film "The Human Crater" der KünstlerInnengruppe U5.
Filmstill aus dem Film "The Human Crater" der KünstlerInnengruppe U5.

Politik und Kultur begegnen sich in der Ausstellungstrilogie «refaire le monde» im Helmhaus Zürich 2018 unmittelbar. Die Ausstellungen konfrontieren mit den unausweichlichen Themen unserer Zeit: Migration und Klimawandel, Nachhaltigkeit und Verantwortung, Vereinzelung und Ohnmacht. Das Gesellschaftliche, Öffentliche steht neben dem Privaten, Persönlichen, das Globale neben dem Lokalen, das Intellektuelle neben dem Emotionalen. Politik, Bildende Kunst, Film und Musik begegnen sich. Und der Fokus liegt auf dem «Machen»: «refaire». Das heisst auch: die Dinge neu denken, vorurteilslos. In der ersten Ausstellung geht es um Barockmusik und neuste Kompositionen, um Entscheidungen, um Intimität, um ein digitales Generationenspiel, um Bürgerkrieg und um Asylsuchende.

Nicht nur die beteiligten KünstlerInnen, FilmregisseurInnen und MusikerInnen beziehen in ihren Werken explizit Position – auch das Publikum soll Position beziehen: sich informieren, sich berühren lassen, entscheiden – und handeln. Die Ausstellungen sind eine Gegenthese dazu, unterzutauchen im Konsummeer, sich auszuklinken aus politischen Entscheidungsprozessen, sich zu bequemen in der Orientierungslosigkeit. Der Titel der Trilogie, «refaire le monde», kommt vom Genfer Künstler Gianni Motti. Er wird im Mai die zweite, gewagte Ausstellung ganz allein bestreiten: «refaire le monde * EX-POSITION». Die dritte Ausstellung mündet dann im Herbst in eine Reihe von Vorschlägen: «refaire le monde * PROPOSITION». «refaire le monde»: Beginnen wir damit.

Teil I: POSITION

Filmstill aus dem Dokumentarfilm "cahier africain" von Heidi Specogna.
Filmstill aus dem Dokumentarfilm "cahier africain" von Heidi Specogna.

POSITION eröffnet die Ausstellungstrilogie "refaire le monde". Position heisst: Die beteiligten KünstlerInnen beziehen explizit Position. Und das Publikum im Idealfall auch: Es informiert sich, lässt sich berühren - und es handelt. "refaire" ist der Aufruf zum Handeln: es nochmals machen, es besser machen. Vorbereitet darauf werden wir mit Barockmusik und neusten Kompositionen. Sie machen schon etwas mit uns: und wie! Dann treten wir einen Raum der Entscheidungen, dann in einen der Intimität. Geraten in ein Generationenspiel und in einen Film über vergewaltigte Frauen in Zentralafrika und deren Sühne. Und enden bei Asylsuchenden, die — gemeinsam mit uns? — ihr Leben neu gründen.

Die KünstlerInnen: Pascale Birchler, Vincent Glanzmann, Fabrice Gygi, Maya Homburger & Barry Guy, A.C. Kupper, Raphael Perret, Heidi Specogna, Bertold Stallmach.

Kuratoren: Simon Maurer und Daniel Morgenthaler

Veranstaltungen

Donnerstag, 15. Februar 2018, 18.30 Uhr
Dénètem Touam Bona:  «Lyannaj – eine pflanzische Politik»
Durch die Wälder, via Martinique, Guadeloupe, Mayotte, via Guyana und Brasilien – eine Weisheit der Rhizome und Fraktale. Das interdisziplinäre Forschungsformat Trans:plant Y lädt den Denker Dénètem Touam Bona ein (in Französisch und Deutsch).

Freitag, 9. März 2018, 18 Uhr: «Participate Now! Challenge the Arts!»
Vortrag (in Englisch) von Max Glauner, Kunstwissenschaftler, Autor und Kulturjournalist
Im Rahmen der Vortragsreihe des Studiengangs CAS/MAS Curating der ZHdK (www.curating.org)

Donnerstag, 15. März 2018, 20 Uhr: «The Human Crater»
Filmscreening mit anschliessendem KünstlerInnengespräch.
Zum temperamentvollen Merapi, zum sanften Galunggung, zum weisen, alten Ungaran, zum Superstar Bromo oder zum leicht neurotischen Sindoro. Der Film «The Human Crater» führt zu den Persönlichkeiten der Vulkane auf der indonesischen Insel Java.

Samstag, 17. März 2018, 12, 14, 16, 18 Uhr: Vincent Glanzmann
«—<°>^.°-s-^»
Elektroakustisches Stück für Perkussion

Mittwoch, 21. März 2018, 17 Uhr: 5-Uhr-These
«Es braucht Sozialdienst für alle»
Hans Ruh, Sozialethiker, im Gespräch mit Daniel Morgenthaler

Dienstag, 27. März 2018, 19.30 Uhr: Maya Homburger & Barry Guy
Maya Homburger (Barockvioline) und Barry Guy (Kontrabass) spielen Werke von H.I.F. Biber, J.S. Bach, György Kurtag, Barry Guy und Improvisationen.

Donnerstag, 5. April 2018, 18.30 Uhr: Halle 9 im Helmhaus: «Kommen – Bleiben – Bauen: Welche Räume braucht die Zukunft?»
Thomas Kunz, Direktor Asyl Organisation Zürich, Lore Mühlbauer, Architektin und Herausgeberin von «Flüchtlingsbauten, Handbuch und Planungshilfe», Christoph Oeschger, Fotograf und Künstler, und Bruno Vogel, Architekt, im Gespräch mit Nadja Baldini

Donnerstag, 12. April 2018, 18.30 Uhr: Halle 9 im Helmhaus: «Partizipation im Museum: Wie, für wen, warum?»
Marcel Grissmer, Vermittlung, Gessnerallee Zürich, und Carolin Rothmund, Leitung Kunstvermittlung, MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, im Gespräch mit Nadja Baldini.
Anschliessend: YouTubeSpeechDisco (wie YouTube-Disco, hier schlägst Du statt Musikstücken einfach Videos bewegender politischer Reden vor).

Dienstag, 17. April 2018, 19.30–23 Uhr: Maya Homburger & Barry Guy
BACH MEDITATION
Ein Experiment mit Tönen, Farben und Transparenzen mit Maya Homburger (Barockvioline), Barry Guy (Kontrabass) und dem Publikum, kommend und gehend, fliessend, meditativ

Mittwoch, 18. April 2018, 17 Uhr: 5-Uhr-These: «Refaire le monde is only a click away»
Maud Châtelet, Künstlerin, Architektin und Initiantin von howtopedia.org, im Gespräch mit Daniel Morgenthaler (in Englisch)

Donnerstag, 19. April 2018, 18.30 Uhr: Halle 9 im Helmhaus: «Realitäten erforschen: Perspektivenwechsel mit der Eritrean Diaspora Academy» (www.eritrean-diaspora-academy.org)
Moderation: Nadja Baldini.
Anschliessend: YouTube-Disco (diesmal wie Du sie kennst …)

Donnerstag, 26. April 2018, 18.30 Uhr: Sind wir jetzt im Menschenzoo oder was?
Willkommen in der Problemzone! Ausstellungen machen – weh
Nadja Baldini, Kuratorin, Raphael Perret, Künstler, und weitere Gäste im Gespräch mit Juliette Rosset.
Anschliessend: YouTubeSpeechDisco (wie YouTube-Disco, hier schlägst Du statt Musikstücken einfach Videos bewegender politischer Reden vor).

Sonntag, 29. April 2018, 11 Uhr: «cahier africain»
Heidi Specogna, Filmemacherin, im Gespräch mit Simon Maurer
Im Rahmen der Ausstellung wird der Film «cahier africain» der Schweizer Regisseurin Heidi Specogna als Loop gezeigt. Der mit dem Schweizer und dem Deutschen Filmpreis 2017 ausgezeichnete Dokumentarfilm handelt von Kriegsverbrechen an Mädchen und Frauen in der Zentralafrikanischen Republik.

Führungen

Sonntag, 11. März 2018, 11 Uhr, mit Daniel Morgenthaler
Donnerstag, 15. März 2018, 18.30 Uhr, mit Kristina Gersbach
Sonntag, 25. März 2018, 11 Uhr, Parallelführung für Kinder ab 5 Jahren und ihre Eltern, mit Kristina Gersbach und Andrea Huber
Sonntag, 8. April 2018, 11 Uhr, mit Kristina Gersbach
Sonntag, 22. April 2018, 11 Uhr, mit Simon Maurer

Kinder in der Ausstellung

Sonntag, 25. März 2018, 11 Uhr, Parallelführung für Kinder ab 5 Jahren und ihre Eltern, mit Andrea Huber und Kristina Gersbach
Samstag, 7. April 2018, 14 Uhr, Kinderführung, Ateliertisch für Kinder ab 5 Jahren, mit Andrea Huber

  

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