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Visualisierung der Bauminsel auf dem Münsterhof nach der Pflanzung (© raumgleiter AG)

Seit der Sanierung und der Neugestaltung des Münsterhofs im Frühjahr 2016 wurde mehrfach der Wunsch nach Grün und Schatten geäussert. Das Tiefbauamt der Stadt Zürich prüfte Varianten. Unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien ergab sich ein Platzstück zwischen Zunfthaus zur Meisen und Leder Locher als geeigneten Standort für eine Gruppe von drei Winterlinden und einer Rundbank. Damit wird dem Wunsch nach Grün und Schatten auf dem Münsterhof entsprochen.

Wunsch nach mehr Schatten und Grün

Nicht erst seit der mehrheitlich positiven Erfahrung mit der Kunstinstallation der Sonnensegel von Claudia Comte auf dem Münsterhof im August 2017 besteht der Wunsch nach mehr Schatten auf dem Platz. Auch die Befragung im Sommer 2017 zur Erhebung der Qualität des aufgewerteten Stadtraums spiegelte dieses Anliegen wider. 

Daraufhin prüfte das Tiefbauamt diverse Möglichkeiten für Sonnensegel oder Sonnenschirme auf dem Münsterhof. Es zeigte sich, dass der finanzielle und betriebliche Aufwand in Bezug auf Sturmfestigkeit und Bewirtschaftung für eine solche dauerhafte Installation unverhältnismässig sind. Deshalb griff das Tiefbauamt das Thema Bäume wieder auf.

Beobachtung der Nutzung

Leute halten sich im Schatten der Turmspitze auf

Aus Beobachtungen geht hervor, dass mit steigenden Temperaturen die Aufenthalte auf dem Platz kürzer waren und überwiegend im Schatten stattfanden. Zusätzlich fiel auf, dass die Besuchenden nicht nur den Schatten, sondern besonders auch die Nähe zu Pflanzen suchten. Die Abklärungen ergaben weiter, dass mobile Bäume kaum Schatten spenden, im Unterhalt aufwendig sind und gute Verankerungen gegen Wind und Sturm brauchen. 

Standort der Bauminsel

Für den richtigen Standort gibt es mehrere Ausschlusskriterien: Werkleitungen im Boden, die Befahrbarkeit für Anlieferungen und Rettungsfahrzeuge, die Nutzung für Anlässe, die Sicht auf das Fraumünster und das Zunfthaus zur Meisen sowie die Beleuchtungsinstallation und die gesamte Platzgestaltung. Auf dem Platz gibt es nur einen Ort von genügender Grösse, der diesen Rahmenbedingungen entspricht und im Sommer den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt ist. Es handelt sich um ein Platzstück zwischen Zunfthaus zur Meisen und Leder Locher.

Weiteres Vorgehen

Der Münsterhof liegt in der archäologischen Schutzzone Altstadt. Die ältesten Funde reichen ins Neolithikum zurück (um 4000 v.Chr.). Hauptsächlich liegen bauliche Reste sowie Grabfunde aus römischer Zeit, dem Mittelalter und der Neuzeit vor. Daher werden als nächstes archäologische Untersuchungen durchgeführt. Geplant ist die Pflanzung der drei Winterlinden ab Herbst 2020.

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