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Mein Kitakind – der Papablog

Der Geschäftsbereich Kinderbetreuung der Stadt Zürich lancierte im August 2018 einen Papablog. Monatlich berichtet darin der junge Familienvater Morris Vock, was ihn im ersten Kita-Jahr seines im Februar 2018 geborenen Sohnes so beschäftigt. Untermalt wurde der Blog jeweils mit einem Puzzleteil. So ergibt sich den Leserinnen und Lesern im Verlauf eines Jahres ein Bild: vom Puzzle und vom städtischen Kita-Alltag.

Über Morris Vock, unseren Papablogger

Morris Vock mit Sohn

Ich bin Morris, Jahrgang 1990, Ehemann einer wunderbaren Frau und stolzer Vater vom im Februar 2018 geborenen Pablo. Nach drei Jahren Ausbildung zum Fachmann Betreuung im städtischen Kinderhaus Entlisberg habe ich noch weitere vier Jahre dort gearbeitet. Im Sommer 2019 werde ich mein Studium der Sozialen Arbeit abschliessen. Die Praxisausbildung dafür absolviere ich ebenfalls im Sozialdepartement der Stadt Zürich, und zwar im Begleiteten Wohnen.

Angefangen hat meine «Stadtkarriere» jedoch schon viel früher: Als Dreikäsehoch habe ich bereits selber die Kita im Kinderhaus Artergut besucht. Rund 15 Jahre später bin ich als Praktikant dorthin zurückgekehrt und habe im Anschluss beschlossen, die Berufsausbildung in diesem Bereich zu machen. Und nun darf rund ein Vierteljahrhundert später auch unser Sohn in eine Kita der Stadt Zürich eintreten: Ab August 2018 besucht er an zwei Tagen in der Woche die Kita Selnau. Da ich auch in der Stadt Zürich aufgewachsen bin, bezeichne ich mich als richtiges «Stadtkind». In diesem Blog schreibe ich einmal im Monat über das erste Kita-Jahr meines Kindes – mit all seinen spannenden, lustigen und stolzen Momenten, die manchmal von Herausforderungen, Ängsten und Sorgen begleitet werden.

Kind in die Kita – nicht ohne Vorbereitung

Für uns war von Anfang an klar: Pablo wird in die Kita gehen. Doch was bedeutet das genau? Ich sage oft: «Eine Familie ist ein Kleinunternehmen.» Es ist eine organisatorische Meisterleistung, alles unter einen Hut zu bringen! Nachdem wir diverse Szenarien durchgespielt hatten, wie die Betreuung unseres Sohnes aussehen könnte, sind wir auf folgende Lösung gekommen: Meine Mutter macht den Wochenstart. Nachdem der Kleine am Montag nach Strich und Faden verwöhnt wird, folgt am Dienstag der Papa-Tag, am Mittwoch der Mama-Tag, und am Donnerstag und Freitag geht er in die Kita. Am Wochenende haben wir glücklicherweise meistens beide frei. Neben dem Kinderalltag muss natürlich auch noch das Privatleben geplant werden. Kompromiss da, Kompromiss dort… Wer kennt das nicht?

Die Eingewöhnung – Freude, Unsicherheit und Stolz

Die Eingewöhnung verläuft individuell nach den Bedürfnissen des Kindes. Wir planen acht Tage auf zwei Wochen verteilt mit stetig steigenden Präsenzzeiten ein – sofern Pablo mitspielt. Schon vor dem offiziellen Eingewöhnungsstart habe ich das erste Mal in der Kita angerufen: Etwas unsicher habe ich Serena, der Bezugsperson von Pablo, erklärt, dass sich der Schlafrhythmus von Pablo einmal mehr geändert hat und wir daher lieber eine Stunde später kommen würden.

Achtung, fertig – Virus!

Eine Woche nach der Eingewöhnung: Pablo hat einen heftigen Schnupfen. Ganz normal, denn in den Kitas laufen die Nasen zwischen September und Mai permanent. Man witzelt ja auch, dass in den Kitas nebst den herkömmlichen auch die unentdeckten Bakterien und mutierte Viren kursieren, die nur schwer wieder loszubringen sind. Dann trifft es am Sonntagabend zuerst mich, sodass ich am Montagmorgen kaum aus dem Bett kriechen kann. Zum Glück ist heute Grossmuttertag. Dienstag 7 Uhr, Pablo glüht vor sich hin. Beim Arzt erhalten wir die Diagnose Mittelohrenentzündung. Das heisst: Antibiotika!

Langweilig: Was jetzt?

Kennt ihr das Gefühl von Langeweile? Ich kenne das noch gut aus Vorträgen in der Schule, wenn der Chemielehrer wieder mal einen Monolog über das Periodensystem führte und wir in der hintersten Reihe anfingen «Stadt, Land, Fluss» zu spielen. In der Kita wird zum Glück noch kein Periodensystem gelehrt. Da dürfen Kinder noch Kinder sein. Eine Zeit, die meiner Meinung nach viel zu kurz ist.

Ich hole Pablo in der Kita ab und die Fachfrauen/-männer Betreuung erzählen mir jeweils, wie sein Tag war. Wenn er nicht gerade an einer Mittelohrenentzündung leidet, liebt er es, andere Kinder zu beobachten. Beim Freispiel ist Pablo immer dort, wo viele Kinder spielen und legt sich mittig in sie hinein. Dabei sein ist alles, denkt er sich wohl.

Mit dem Schnellzug durch die ersten drei Monate Kita

Pablo ist nun seit gut drei Monaten in der Kita. Zeit für das Dreimonatsgespräch, das den Abschluss der Eingewöhnung bildet. Dabei geht es um einen Rückblick, wie wir als Eltern die Eingewöhnung erlebt haben, wie sich Pablo in der Kita eingelebt hat, wie er sich verhält und entwickelt. Ich muss gestehen, zuerst fand ich es nicht wirklich nötig, dass ich zum Gespräch antraben musste, weil ich den Kitaalltag ja bereits aus eigener Arbeitserfahrung nur zu gut kenne und ich mich wöchentlich bereits beim Bringen und Abholen mit den Erzieherinnen und Erziehern austausche. Zum Glück hat Serena das Gespräch super auf uns abgestimmt. Mit meiner Frau unterhielt sie sich über ihr Gefühlschaos bei der Eingewöhnung und darüber, was ihr bei den ersten Trennungen geholfen hat. Ich konnte mit ihr über entwicklungspsychologische Aspekte diskutieren und unsere Fragen zum Essverhalten von Pablo klären. Das Gespräch war sehr professionell, wir haben uns als Eltern ernst genommen, eingebunden und auf Augenhöhe behandelt gefühlt.

Alle Jahre wieder und unsere ersten Weihnachten in der Kita

Am letzten Kita-Tag im 2018 wurde mir bewusst, wie schnell die Zeit vergeht. Eigentlich war ich ganz gespannt, wie die Kita den «Samichlaus» mit den Kleinsten feiert. Aber irgendwie flog dieser Tag an mir und vermutlich auch an Pablo vorbei. Auf jeden Fall packte ihn Schmutzli nicht in den Samichlaussack. Glück gehabt…

Sechs Monate Kita und der erste Geburtstag

Ich weiss noch – als wäre es gestern gewesen – wie ich einen Tag vor der Geburt unseres Sohnes den Bauch meiner Frau fotografierte. Und jetzt ist er bereits sechs Monate in der Kita und hat seit Kurzem eine Eins auf dem Rücken. Das heisst, auch ich bin wieder ein Jahr älter. Früher ging das irgendwie nicht so schnell.

Alles zu seiner Zeit

Mit dem ersten Geburtstag von Pablo sind gleich zwei grosse Themen aktuell geworden. Zum einen die Essenssituation und das Essverhalten, die sich bei uns wie auch in der Kita markant verändert haben, und zum anderen Pablos Mobilität. Pablo steht nun auf eigenen Beinen. Beide Entwicklungsschritte verlaufen je nach Kind individuell und erfordern von uns als Eltern, aber auch von der Kita eine einfühlsame und aufs Kind abgestimmte Begleitung und Betreuung.

Der erste Elternabend

Einmal jährlich findet in den städtischen Kitas ein Elternabend zu einem pädagogischen Thema statt. Danach ist ein Apéro verbunden mit einem Osterbasteln angekündigt. Weil meine Frau und ich beschlossen, gemeinsam an den Elternabend zu gehen, springt einmal mehr unsere «Super-Fee», Pablitos Grossmutter, ein und bringt ihn zu Bett. Mit gebackenen Käseküchlein als Proviant machen wir uns auf den Weg in die Kita. Meine Motivation hält sich in Grenzen. Ich hatte heute den ganzen Tag Frontalunterricht an der ZHAW, mehr geht nicht, denke ich. Doch wie sagt man so schön: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Und für die lieben Kleinen geht immer noch so einiges. Also bin ich gespannt auf den Input und was mich beim Osterbasteln erwartet.

Ob Regen, Schnee oder Wind – ich will raus!

Bei Sonnenschein und angenehm warmen Temperaturen trifft man schnell und gerne ganz Zürich draussen an. Und bei «schlechtem» Wetter? Also wenn es regnet und schüttet?

Ich stehe am Fenster. Regentropfen prallen auf die Scheibe. Pablo steht auf dem Fenstersims, in einer Hand einen farbigen Bauklotz, mit der anderen hält er sich an meiner Schulter fest. Er schaut mich an, tippt mit der Hand ans Fenster – das schon total verschmiert ist – und sagt «Detä». Ich antworte ihm: «Vielleicht regnet es am Nachmittag etwas weniger. Komm, wir bauen einen Turm und schmeissen ihn dann um».

Schreien, Stampfen, Täubele: Überforderung im Alltag

Müde und hungrig kommen Pablo und ich vom Spielplatz nach Hause. Aber Pablo hat noch immer genug Energie die Treppe hoch zu steigen. Neuerdings krabbelt er nicht mehr, sondern geht aufrecht, wenn man ihn an der Hand nimmt. Ich habe jedoch einiges in den Händen und möchte schnell anfangen zu kochen, damit es nicht zu spät wird. Das ist Pablo natürlich egal. Als er sich doch überzeugen lässt zu krabbeln, will er nach dem ersten Stock, auf dem wir wohnen, gleich noch in den zweiten. Ich erkläre ihm kurz, dass wir jetzt in unsere Wohnung müssen und nicht noch «Treppenfangis» spielen können. Pablo setzt sich vor die Treppe und schreit laut los.

Ein Jahr Kita

Vor einem Jahr startete ich mit meinem Sohn und meiner Frau ins Abenteuer der familienergänzenden Kinderbetreuung – auch bekannt als Kita. Gleichzeitig begann ich hier im Blog monatlich von diesem ersten Kita-Jahr zu berichten. Das Jahr neigt sich nun dem Ende zu. Zum Abschluss des Papablogs lasse ich unser erstes Kita-Jahr deshalb nochmals Revue passieren.

Puzzle zum Papablog

Kids beim Puzzlen

Mit jedem Blogeintrag wurde ein Teil des 12-teiligen Puzzles der Illustratorin Kati Rickenbach veröffentlicht. Nun steht das ganze Puzzlebild zum Selberbasteln als Download zur Verfügung.

Puzzle selber basteln

Laden Sie die einzelnen Puzzleteile herunter oder das ganze Bild inklusive Schablone und basteln Sie das Papablog-Puzzle selbst.

Wir wünschen viel Vergnügen! 

Kennen Sie schon den Kita-Newsletter?

Der Kita-Newsletter erscheint zweimal jährlich und richtet sich an die Eltern von Kindern, die eine städtische Kita besuchen aber auch an Eltern, die gerne ihre Kinder in eine städtische Kita geben möchten. Der Kita-Newsletter informiert über Aktuelles aus den einzelnen Kitas und widmet sich jeweils einem Thema aus der Kinderbetreuung, das den städtischen Kitas besonders am Herzen liegt.

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