Nach über 60 Jahren muss das Globusprovisorium am Hauptbahnhof umfassend erneuert werden. Die Sanierung wird genutzt, um das Haus zu einem lebendigen, öffentlichen Haus zu transformieren, den Ort gut an die Umgebung anzubinden und den Bezug zur Limmat zu stärken. Das historische Gebäude bleibt erhalten und bietet öffentlich zugängliche Flächen für Stadtkultur, Information, Bildung, Veranstaltungen, Dialog und Gastronomie. Neu soll zudem das Dach als attraktiver Aufenthaltsraum begehbar werden. Das Detailhandelsangebot zieht ins Untergeschoss.
Grundlage für diese Weiterentwicklung und den vorliegenden Stadtratsbeschluss vom 15. April 2026 (ab 16. April online) sind das breit abgestützte Dialogverfahren «Forum Papierwerd» und die vom Stadtrat 2023 verabschiedete Entwicklungsrichtung einer sorgfältigen Transformation des Papierwerd-Areals.
Die Transformation hat mit der Umsetzung erster Sofortmassnahmen im 2024 bereits begonnen. Der Vorplatz des Globusprovisoriums wurde in eine temporäre Frei- und Grünfläche umgewandelt, ganz im Sinne der Öffentlichkeit und Hitzeminderung. Eine weitere Etappe mit Sofortmassnahmen kann im 2026 umgesetzt werden. Geplant sind weitere Sitzgelegenheiten und Bäume in Airpots sowie eine Sitzkante zur Limmat hin.
Bestehende Parkplätze wurden aufgehoben, der Boden entsiegelt und ein innovatives Grünkonzept etabliert. Temporär platzierte Bäume in sogenannten «Airpots» spenden heute bereits Schatten und Kühlung, lassen sich später aber auch wieder verpflanzen – was das neue Grün doppelt sinnvoll macht. Für noch mehr Aufenthaltsqualität, laden verschiedene Sitzelemente zur Begegnung mit Blick auf die Limmat ein.
Mit der Umsetzung der zweiten Etappe erhöht sich die Aufenthaltsqualität auf dem Papierwerd-Areal weiter.
Im Grün umrandeten Perimeter kommt der Presscontainer weg. Das schafft Platz für zusätzliche Bäume in Airpots und Sitzgelegenheiten. Zudem wird zur Uferböschung der Limmat eine Sitzkante erstellt, die es erlaubt, näher an der Limmat zu sitzen.
Im Gelb markierten Perimeter werden Schrägparkplätze aufgehoben. Der Boden wird in diesem Bereich entsiegelt und ebenfalls mit Bäumen in Airpots temporär begrünt. Hinzu kommen weitere Sitzelemente, die zum Verweilen einladen.
Für die Massnahmen im grünen Perimeter liegt die Baubewilligung seit Anfang 2026 vor. Nach Bereinigung der Auflagen ist die Umsetzung im Sommer 2026 geplant. Für die Massnahmen im gelben Perimeter ist eine Planauflage nach Strassengesetz notwendig. Diese wird voraussichtlich im Sommer 2026 publiziert.
Basierend auf den Ergebnissen des Dialogverfahrens «Forum Papierwerd» und unter Berücksichtigung wichtiger Grundlagen und Rahmenbedingungen hat der Stadtrat 2023 (STRB Nr. 2722/2023) die weitere Entwicklungsrichtung verabschiedet: eine sorgfältige Transformation des Papierwerd-Areals. Dabei werden insbesondere eine Aufwertung dieses zentralen Orts sowie eine Vergrösserung des Freiraumangebots angestrebt. Das Papierwerd-Areal soll ein öffentlicher Ort werden, der gut an den angrenzenden Stadtraum angebunden ist und zu Aufenthalt und Begegnung sowie zum Austausch einlädt.
In einer Vertiefungsphase wurden zwischen 2023 und 2026 verschiedene bautechnische Fragen geklärt und der Umgang mit der Schutzwürdigkeit des Globusprovisoriums sowie mit dem Gewässerschutz weiter geklärt.
Mit dem Strategieprozess Papierwerd-Areal wurden Grundlagen erarbeitet, um einen breit abgestützten Entscheid über die Zukunft des Areals zu ermöglichen. Kern dieses Prozesses bildete das im Jahr 2022 durchgeführte Dialogverfahren «Forum Papierwerd», an dem sich Fachleute aus verschiedenen Disziplinen, Vertretungen aus Politik, Vereinen und anderen Organisationen sowie der Bevölkerung beteiligten. Festgehalten sind die Ergebnisse in elf zentralen Aussagen, die wichtige Aspekte für die Zukunft des Orts beinhalten.
Das Papierwerd-Areal mit dem heutigen Globusprovisorium befindet sich zwischen Hauptbahnhof und Limmatquai, auf einer ehemaligen Insel in der Limmat. Der Name der einstigen Insel leitet sich von der Papiermühle ab, die sich dort 500 Jahre lang befand. Seit 1961 steht auf dem Papierwerd-Areal das Globusprovisorium. Es wurde als Übergangslösung während der Bauzeit des Neubaus des Warenhauses an der Pestalozziwiese erstellt. In den 50er Jahren wurde im Zuge der Zürichsee-Regulierung die Ufermauer beim Bahnhofquai mit neuer Strassenführung umgestaltet und damit die heute noch bestehende Bahnhofquai-Unterführung einschliesslich zwei Untergeschosse realisiert.
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Das Weissbuch Stadtraum Hauptbahnhof 2050 ist die Grundlage für weitere Planungen sowie die verkehrliche und stadträumliche Entwicklung des öffentlichen Raums um den Hauptbahnhof bis 2050. Die vom Stadtrat beschlossene Entwicklungsrichtung für das Papierwerd‑Areal erfolgt in enger Abstimmung mit diesem Planungsprozess. Gleichzeitig werden übereinstimmende Erkenntnisse beider Planungen wie die Vergrösserung des Freiraums, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität oder der Zugang zur Limmat weiterverfolgt.
Amtshaus IV,
8001 Zürich