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Medienmitteilungen

Sicherheitsdepartement, Gesundheits- und Umweltdepartement

5. Juli 2019

Wahrnehmbar weniger Lärm durch Tempo 30 nachts

Versuch zeigt keinen negativen Einfluss auf den Verkehr

Ein Versuch auf vier überkommunalen Strassenabschnitten zeigt, dass «Tempo 30 nachts» zu einer wahrnehmbaren Lärmreduktion führt. Temporeduktionen in der Nacht tragen somit dazu bei, die Bevölkerung in den sensiblen Nachtstunden besser vor Lärm zu schützen. Weiter wurde eine deutliche Reduktion der gefahrenen Geschwindigkeiten nachts festgestellt.

Während dreier Monate (Juli bis September 2018) galt zwischen 22 und 6 Uhr Tempo 30 km/h auf der Albisstrasse (Mutschellenstrasse bis Dangelweg), der Hardstrasse (Hardplatz bis Albisriederplatz), der Dübendorf-/Winterthurerstrasse, (Tramhaltestelle «Probstei» bis Gasthof «Hirschen») und Am Wasser/Breitensteinstrasse (Europabrücke bis Wipkingerplatz). Auf allen Strecken konnte eine geringere Lärmbelastung um etwa 1 bis 3 Dezibel festgestellt werden, was als wahrnehmbar eingestuft wird. Noch deutlicher nahmen die Maximalpegel der Vorbeifahrten ab. Folglich ist eine solche Massnahme wirksam, um den Strassenlärm und besonders die störenden Lärmspitzen zu reduzieren.

Der Versuch führte an den vier Pilotstrecken in der Nacht zu einer deutlichen Verminderung der durchschnittlichen Fahrgeschwindigkeit zwischen 9 und 12 km/h. Die durchschnittliche Geschwindigkeit betrug zwischen 32 km/h und 36 km/h. Bei längeren Strecken wurde die Geschwindigkeit sehr konstant gehalten. Auf die gefahrene Geschwindigkeit am Tag hatte die Signalisation «Tempo 30 nachts» keinen Einfluss. Dies lässt die Annahme zu, dass die Signalisation verstanden wurde.

Auf den Verkehrsablauf hatte der Versuch keine negativen Auswirkungen. Es wurden keine Störungen festgestellt. Dies betrifft auch den öffentlichen Verkehr. Die Fahrzeiten verlängerten sich zwar um wenige Sekunden, doch dies hatte keinen Einfluss auf den Fahrplan oder auf allfällige Anschlüsse.

Grosse Akzeptanz bei den Anwohnenden 

Die Geschwindigkeitsreduktion und deren positive Auswirkung wurden auch von den Anwohnerinnen und Anwohnern wahrgenommen. Im Rahmen einer Befragung sprach sich eine Mehrheit der Anwohnenden für dauerhaft «Tempo 30 nachts» aus. Eine knappe Mehrheit sprach sich gar für eine Ausweitung dieser Tempo-30-Massnahme auf den Tag und die Nacht aus. Rund zwei Drittel der Befragten gaben an, dass sich der Strassenlärm in der Nacht während der Versuchsphase leicht oder gar stark reduziert habe. Eine Verbesserung der Schlafqualität stellte etwas weniger als die Hälfte der Befragten fest.

Zwischen den vier Strassenabschnitten gibt es allerdings signifikante Unterschiede. Für die Anwohnerinnen und Anwohner der Dübendorfstrasse überwiegt der Lärm der Trams, die auf dem Eigentrassee nicht vom tieferen Tempolimit betroffen waren – und auch der Fluglärm scheint eine gewisse Rolle gespielt zu haben. An der Dübendorfstrasse fand «Tempo 30 nachts» daher nur bei einem Drittel der Befragten Zustimmung. An der Albisstrasse, der Breitensteinstrasse/Am Wasser und der Hardstrasse äusserte sich eine klare Mehrheit für die Massnahme; an der Breitensteinstrasse/Am Wasser waren es über 80 Prozent der Befragten.

Verkehr und Lärm gemessen

Um aussagekräftige Erkenntnisse zu erhalten, wurden bereits vor dem Versuch durch unabhängige Fachleute verschiedene Messungen (Fahrzeugmengen, Geschwindigkeiten und Lärmpegel) durchgeführt – und während der Versuchsphase wiederholt. Zusätzlich wurden die Verlustzeiten des öffentlichen Verkehrs erhoben.

Die Erkenntnisse aus dem Versuch werden nun auf politischer Ebene diskutiert. Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch keine Aussage möglich, ob, wann und wo «Tempo 30 nachts» allenfalls definitiv eingeführt wird.

Thema: Transport und Verkehr, Gesundheit

Organisationseinheit: Dienstabteilung Verkehr, Umwelt- und Gesundheitsschutz