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Blog Toby Merkli

Toby Merkli ist Berufsretter bei Schutz & Rettung und berichtet vier Mal im Jahr aus seinem spannenden Alltag bei der Berufsfeuerwehr und beim Rettungsdienst. Seine Einsatzgeschichten sind kreativ illustriert von Daniel Müller.

    Wenn das Kartenhaus in sich zusammenfällt

    Veröffentlicht am Montag, 12. März 2018 um 11.36 Uhr
    Von Toby Merkli

    Im Kartenhaus

    Es gibt hin und wieder Einsätze, die uns weniger auf medizinischer als auf emotionaler Ebene fordern. In solchen Fällen sind Empathie und zwischenmenschliches Fingerspitzengefühl unsere wichtigsten «Werkzeuge».

      

    So war es auch an jenem Nachmittag, als wir mit dem Einsatzstichwort «Offensichtlich tote Person» in Richtung Zürich Nord aufbrachen. Am Zielort nahm uns auf der Strasse eine junge Frau in Empfang. Sie wirkte zwar sehr gefasst, schweifte bei ihren Erzählungen aber sehr weit aus. So berichtete sie von der siebenjährigen Beziehung mit ihrem Freund – inklusive vieler persönlicher Details. Glücklicherweise war unterdessen auch die Polizei vor Ort eingetroffen und so traten wir gemeinsam in die Wohnung. Der Anblick, der sich uns im Schlafzimmer des jungen Paares bot, war düster: Ein Mann mit Schussverletzung lag rechts vom Bett auf dem Boden, neben ihm ein Gewehr. Aufgrund bereits eingetretener Totenzeichen konnten wir leider nur noch den Tod des Mannes feststellen. Für die weiteren Abklärungen wurde das Institut für Rechtsmedizin beigezogen.

    Während sich die Polizei umgehend an die Spurensicherung machte, kümmerten wir uns um die Freundin des Verstorbenen. Sie erzählte uns, wie sie an diesem Tag nach Hause gekommen war. In der Küche fand sie einen Brief von der Hausverwaltung. Völlig überrascht las sie von der sofortigen Wohnungskündigung. Grund: ein sechsmonatiger Mietzinsrückstand. Doch wie war das möglich? Sie hatte ihrem Freund ihren Anteil der Kosten monatlich überwiesen. Als sie daraufhin versuchte, diesen telefonisch bei der Arbeit zu kontaktieren, hiess es: «Bei uns arbeitet niemand, der so heisst.» Das konnte nicht sein, es war, als verliere sie den Boden unter den Füssen! Ihr Freund hatte stets von seinem Job erzählt und Geschichten aus seinem Arbeitsalltag preisgegeben. Sie setzte sich an den Küchentisch – und erst da offenbarte sich ihr das gesamte Ausmass der Tragödie. Der Schlüssel ihres Freundes steckte innen im Türschloss. Erstmals schaute sie sich in der Wohnung bewusst um und entdeckte auf dem Schlafzimmerboden ihren regungslosen Freund. Augenblicklich wählte sie die Sanitätsnotrufnummer 144.

    Obwohl die junge Frau – auch beim Erzählen der Details – die Fassung bewahrte, war ich mir sicher, dass sie in diesem Moment einfach nur «funktionierte». Der grosse Zusammenbruch würde folgen, sobald die Eltern ihres Freundes eintreffen und der erste Schock sich gelegt hatte. Aus diesem Grund boten wir für sie vorsorglich den Notfallseelsorger auf, der sich in dieser schweren Zeit um die Trauernden kümmern konnte.

    Auf dem Weg zurück zur Wache liess mich das Schicksal des jungen Paares nicht mehr los. Was war nur passiert, dass der junge Mann keinen Ausweg mehr sah? Wieso hatte er seine Situation seiner Liebsten verheimlicht und nicht um Hilfe gebeten? Als Rettungssanitäter und Rettungssanitäterinnen begleiten wir Menschen immer nur einen Teil ihres Weges. Wir helfen in einer akuten Notlage – was davor war und danach sein wird, wissen und erfahren wir in der Regel nicht. Manche Bilder wirken aber noch lange nach. Wie das der jungen Frau, deren Leben an diesem Tag wie ein Kartenhaus in sich zusammengefallen ist.

     


    Kategorien: Rettungsdienst

    Geretteter Himmelszauber

    Veröffentlicht am Donnerstag, 7. Dezember 2017 um 16.37 Uhr
    Von Toby Merkli

    Blockierte Strassen, jede Art von Feuerlöschern - und das alles wegen einem Feuerwerk!

       

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    Kategorien: 24h , Berufsfeuerwehr und SRZ-Merkli

    Wie auf rohen Eiern

    Veröffentlicht am Donnerstag, 14. September 2017 um 09.43 Uhr
    Von Toby Merkli

    Wundern Sie sich nicht, wenn Sie einmal von einem Rettungswagen in Zeitlupe überholt werden: Die Fahrerin oder der Fahrer hat bestimmt Gründe...

           

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    Kategorien: 24h , Rettungsdienst und SRZ-Merkli

    Verflixt und zugeklebt

    Veröffentlicht am Donnerstag, 15. Juni 2017 um 16.21 Uhr
    Von Toby Merkli

    Einige Einsätze hinterlassen Spuren. In diesem Fall eine abgefräste Strasse sowie kleine Lackspritzer auf der Brandschutzhose von Berufsretter Toby Merkli. Wie es dazu kam, erfahren Sie in Tobys Einsatzgeschichte.

            

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    Kategorien: 24h , Rettungsdienst und SRZ-Merkli

    Mit Schirm, Charme und viel Geduld

    Veröffentlicht am Montag, 13. Februar 2017 um 16.21 Uhr
    Von Toby Merkli

            

    Ein Umzug ist nicht einfach zu verkraften, schon gar nicht, wenn er von einem Altersheim ins andere führt. Als wir mit dem Rettungsdienst die letzte Bewohnerin aus dem Altersheim Buttenau abholten, war all mein Feingefühl und Charme gefragt.

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    Kategorien: 24h , Rettungsdienst und SRZ-Merkli

    Advent, Advent, die Stube brennt

    Veröffentlicht am Freitag, 25. November 2016 um 09.15 Uhr
    Von Toby Merkli

        

    Es war spätabends mitten im Dezember, als unser Blaulicht die nebligen Strassen Zürichs erhellte. Ein Anwohner hatte gemeldet, dass dichter, schwarzer Rauch aus einem Fenster entweiche. Das Löschen des Brandes war keine grosse Sache. Die Bewohner der Wohnung dürften aber ziemlich eine böse Überraschung erlebt haben. Sie waren in die Ferien gefahren und hatten eine Kerze am Adventskranz brennen lassen...

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    Kategorien: 24h , Berufsfeuerwehr und SRZ-Merkli

    Alle für einen

    Veröffentlicht am Donnerstag, 8. September 2016 um 08.00 Uhr
    Von Toby Merkli

                

    Eigentlich wurden wir, das Team 123 von der Hauptwache am Neumühlequai, nur quasi «zur Sicherung» aufgeboten: Ein Mittvierziger sei im Badezimmer eingeklemmt, so die Meldung. Wir ahnten noch nicht, dass uns dieser Einsatz ganz schön ins Schwitzen bringen sollte.

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    Kategorien: 24h , Rettungsdienst und SRZ-Merkli

    Alles für die Königin

    Veröffentlicht am Dienstag, 17. Mai 2016 um 10.40 Uhr
    Von Toby Merkli

         

    Wenn ein Bienenvolk zu gross wird, züchtet es eine neue Königin. Die alte Königin schwärmt dann mit einem Teil des Volkes aus und sucht sich einen neuen Platz. Das ist an sich kein Problem, nur ist der neue Platz oft bereits vom Mensch besetzt. Dann schwärmen wir mit der Berufsfeuerwehr aus, um die kleinen, wertvollen Tiere zu retten. Bei einem solchen Einsatz hatte ich meine Rechnung ohne eine tapfere Biene gemacht, die bereit war, alles für die Königin zu geben.

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    Kategorien: 24h , Berufsfeuerwehr und SRZ-Merkli

    Einsatz hinter Gittern

    Veröffentlicht am Dienstag, 1. März 2016 um 14.53 Uhr
    Von Toby Merkli

        

    Einsätze in Gefängnissen sind speziell, in einem geschlossenen Hochsicherheitstrakt jedoch noch mehr – und genau dahin wurden wir, das Team 221 der Rettungsdienstwache im Triemli, gerufen: Ein junger Mann liege bewusstlos in seiner Zelle und müsse beatmet werden, so die Meldung. Und weiter: «Zufahrt auf der Gebäuderückseite, Team wird eingewiesen.»

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    Kategorien: 24h , Rettungsdienst und SRZ-Merkli

    Ein unangenehmes Erwachen

    Veröffentlicht am Dienstag, 8. Dezember 2015 um 09.31 Uhr
    Von Toby Merkli

        

    Stellen Sie sich vor: Sie liegen im Tiefschlaf mitten in der Nacht. Durch ein Poltern werden Sie jäh aus dem Schlaf gerissen. Sie reiben sich die Augen, vor Ihrem Fenster fliegt ein Ufo mit zwei Ausserirdischen.

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    Kategorien: 24h , Berufsfeuerwehr und SRZ-Merkli

    Definitiv zu heiss

    Veröffentlicht am Donnerstag, 3. September 2015 um 10.40 Uhr
    Von Toby Merkli

        

    Wir, das Team 221 von der Triemli Wache, kümmerten uns an einem heissen Wochenende fast ausschliesslich um «den ganz normalen Wahnsinn»: gebrochene Nasen, ausgeschlagene Zähne, Stolperstürze oder Rauschausschlafende. Doch einer schaffte es, Geschichte zu schreiben...

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    Kategorien: 24h , Rettungsdienst und SRZ-Merkli

    Wie eine Tasse Kaffee ein Leben rettet

    Veröffentlicht am Mittwoch, 10. Juni 2015 um 11.09 Uhr
    Von Toby Merkli

        
     

    Die Berufsfeuerwehr von Schutz & Rettung verfügt über mehrere Sprungretter. Die aufblasbaren Geräte erinnern an Kinderhüpfburgen, kommen aber in dramatischen Situationen zum Einsatz. Dann, wenn Menschen sich das Leben durch einen Sprung aus grosser Höhe nehmen oder zumindest auf ihre verzweifelte Situation aufmerksam machen wollen.

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    Kategorien: 24h , Berufsfeuerwehr und SRZ-Merkli

    Wenn das Herz stillsteht

    Veröffentlicht am Mittwoch, 10. Juni 2015 um 11.06 Uhr
    Von Toby Merkli

           

    Eine typische Herbstnacht mit einem solchen Notruf scheint nicht gut rauszukommen. Aber unser Rettungsdienst rettet Personen in der letzten Sekunde das Leben...

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    Kategorien: 24h , Rettungsdienst und SRZ-Merkli

    Im Zweifel für den Einbetonierten

    Veröffentlicht am Mittwoch, 10. Juni 2015 um 10.29 Uhr
    Von Toby Merkli

      

    Wenn man nicht mit einem Einsatz rechnet, wird man mit den seltensten Situationen konfrontiert.

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    Kategorien: 24h , Berufsfeuerwehr und SRZ-Merkli

    Wenn der Traktor zum RTW wird

    Veröffentlicht am Mittwoch, 10. Juni 2015 um 09.30 Uhr
    Von Toby Merkli

    Suchaktion mit Hilfe von Traktor gut über die Bühne gebracht.

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    Kategorien: 24h , Rettungsdienst und SRZ-Merkli

    Streifenwagen im Vollbrand

    Veröffentlicht am Dienstag, 9. Juni 2015 um 16.27 Uhr
    Von Toby Merkli

    Mit Schutzschild und kugelsicherer Weste einen Brand bewältigen - das erlebt man nicht jeden Tag. Ein Einsatz in Kooperation mit der Interventionseinheit 'Skorpion' der Stadtpolizei Zürich.

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    Kategorien: 24h , Berufsfeuerwehr und SRZ-Merkli

    Rentner auf Strolchenfahrt

    Veröffentlicht am Dienstag, 9. Juni 2015 um 16.15 Uhr
    Von Toby Merkli

    Ein kleiner Rollentausch betreffend Strolchenfahrt.

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    Kategorien: 24h , Rettungsdienst und SRZ-Merkli

    Die Panzerknacker

    Veröffentlicht am Dienstag, 9. Juni 2015 um 16.05 Uhr
    Von Toby Merkli

    Einmal George Clooney und Brad Pitt in 'Ocean's Eleven' sein können.  

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    Kategorien: 24h , Allgemein und Berufsfeuerwehr

    «Nur» eine halbe Stunde

    Veröffentlicht am Dienstag, 9. Juni 2015 um 15.58 Uhr
    Von Toby Merkli

    Die schlimmsten Einsätze sind nicht immer die, bei denen viel Blut verloren geht. Tobi erzählt von einem seiner schlimmsten Erlebnisse beim Rettungsdienst.

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    Kategorien: 24h , Rettungsdienst und SRZ-Merkli

    Baywatch oder die Katzenretter von Zürich

    Veröffentlicht am Dienstag, 9. Juni 2015 um 15.41 Uhr
    Von Toby Merkli

     Eine schwimmende Katze hat man schon selten gesehen..

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    Kategorien: 24h , Berufsfeuerwehr und SRZ-Merkli

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