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Der schlaue Fuchs hat die Nase vorn

An der Medienkonferenz vom 11. September 2018 wurde das Siegerprojekt aus dem Architekturwettbewerb zur Erweiterung und Instandhaltung der Wache Süd präsentiert. Das Projekt «Fuchs» von Conen Sigl Architekten GmbH aus Zürich überzeugte die Jury. Es erfüllt die betrieblichen Anforderungen von SRZ und die neuen Baukörper fügen sich wie selbstverständlich in das bestehende Umfeld mit der denkmalgeschützten Brandwache von 1937 ein.

Skizze der neuen Wache Süd

Verkürzung der Hilfsfristen

Abbildung des neuen Haupteingangs der Wache Süd
Strassenfassade mit dem neuen Haupteingang an der Weststrasse

Die Aufgabe für die 10 Planerteams, welche in einer ersten Runde aus über 60 Eingaben ausgewählt worden waren, war anspruchsvoll. Mit einem Erweiterungsbau soll an der Weststrasse Platz für den Rettungsdienst geschaffen werden, der heute von der Wache Triemli ausrückt. Dadurch sollen die Hilfsfristen im Kreis 2, der heute nicht optimal versorgt ist, verkürzt werden. Die direkte Anbindung der Wache Süd an die Autobahn wird helfen, vor allem die Quartiere Wollishofen und Leimbach schneller zu erreichen. Dort soll die Bevölkerung gemäss Prognosen von Statistik Stadt Zürich bis 2030 nämlich besonders stark um bis zu 25% wachsen. Aber auch die Feuerwehr und Verwaltung, die das Gebäude heute bereits nutzen, haben Bedürfnisse: Es fehlt der Platz. Die Einsatz- und Logistikprozesse sind wegen der räumlichen Situation teilweise komplizierter als nötig. Geltende Vorgaben können nicht erfüllt werden, beispielsweise die konsequente Trennung von sauberer und im Einsatz stark verschmutzter Wäsche im Garderobentrakt. In der erweiterten Wache sollen ausserdem auch die Fahrzeuge und Infrastruktur für die Milizfeuerwehrkompanie Süd Platz finden. 

Die bestehende Brandwache von 1937, die vom Stadtbaumeister Hermann Herter entworfen worden ist, ist im kommunalen Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte aufgeführt. Das Sihlhölzli ist eine sogenannte Quartiererhaltungszone. Das bedeutet, dass der Grundcharakter des Quartiers mit den typischen Bau-, Nutzungs- und Freiraumstrukturen erhalten bleiben soll. Neue Bauten müssen darauf Rücksicht nehmen. Dem Siegerprojekt «Fuchs» ist die Erfüllung dieser verschiedenen Ansprüche besonders gut gelungen.

Erweiterungsbau

Abbildung des Geplanten Erweiterungsbaus an den Westflügel
Geplanter Erweiterungsbau an den Westflügel

Das Projekt Fuchs sieht einen Erweiterungsbau an den Westflügel der heutigen Brandwache vor. Dazu muss das in die Jahre gekommene Haus an der Weststrasse 18 weichen. Die bestehende Fassade der Brandwache wird auf gleicher Höhe weitergeführt und der Haupteingang in den neuen Teil verlegt. Auf der Hofseite erhält der Anbau ein Sheddach, die neue Stirnseite bekommt damit ein eigenes Gesicht und der Übergang von alt zu neu bleibt erkennbar. Im Erdgeschoss und im 1. Stock des Anbaus liegen die Fahrzeughalle und die einsatzrelevanten Räume für den Rettungsdienst, zuoberst liegen Büros. Im 2. Stock werden der Alt- und der Neubau mit den gemeinschaftlichen Räumen verbunden – Empfang, grosses Sitzungszimmer sowie Pausen- und Aufenthaltsräume. Letztere sowie der neue Theoriesaal erhalten Zugang zur neuen Terrasse, die an die bestehende Fläche über der Fahrzeughalle der Feuerwehr angebunden wird und dank viel Grün einen eigentlichen Dachgarten bildet.

Hofgestaltung

Im Hof entsteht ein kleinerer Neubau, ebenfalls mit Sheddach. Dieses Hofgebäude verbindet mit zwei Treppen, die jeweils in die Untergeschosse führen, den Erweiterungsbau mit dem bestehenden Gebäude, wodurch unterirdisch eine Art «Rundlauf» entsteht. Im 1. Stock des Hofgebäudes wird neu die Wäscherei untergebracht, und so optimal mit dem Garderobentrakt der Feuerwehr verbunden. Im Erdgeschoss liegen Entsorgungs- und Lagerflächen sowie die neue Anlieferung. Diese liegt damit näher beim Hofeingang als heute, sodass sich Lieferanten und Einsatzfahrzeuge weniger in die Quere kommen.

Dank einer Tiefgarage wird der heute stark überstellte Hof zudem frei und kann für Übungen genutzt werden. Die Angehörigen der Milizfeuerwehr können künftig ihre Fahrzeuge direkt auf dem Areal parkieren. So sind sie im Notfall rascher bereit für den Einsatz und das Quartier wird von unnötigem Suchverkehr entlastet.

Begrünte Dächer

Abbildung Stirnfassade
Stirnfassade von der Werdstrasse aus gesehen

Bei der Auswahl des Projekts waren neben betrieblichen und städtebaulichen Aspekten auch Themen aus Energie und Umwelt massgebend: Neben der grünen Terrasse werden auch alle nicht begehbaren Dachflächen des Erweiterungsbaus, des Hofgebäudes und des Schlauchturms begrünt. Auf den Sheddächern sind Photovoltaikanlagen vorgesehen. Dank verschiedenen Massnahmen beim Bau, in der Haustechnik, bei der Wärmeerzeugung und Wärmerückgewinnung soll das Gebäude die Anforderungen des Labels Minergie-P-ECO erfüllen.

Mit dem Abschluss des Architekturwettbewerbs startet nun die nächste Projektphase der Projektierung. In rund zwei Jahren dürfte dann ein ausgearbeitetes Bauprojekt mit der Klärung aller baulichen Einzelheiten vorliegen, über das der Gemeinderat und anschliessend auch die Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher voraussichtlich 2020 abstimmen können.

Ein Bezug der Wache ist frühestens 2024 geplant.

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