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Event-Sommer der Superlative

Mit drei Grossanlässen und einer Vielzahl an kleineren Anlässen war der Sommer 2019 ein Event-Sommer der Superlative. Die involvierten Bereiche von Schutz & Rettung Zürich leisteten in Zusammenarbeit mit externen Partnern hervorragende Arbeit, sodass alle Veranstaltungen reibungslos über die Bühne gingen. «24h» blickt zurück auf einige Highlights und Herausforderungen.

Einsatzkräfte am ESAF

Im Sommer 2019 fanden mit dem Züri Fäscht, der Street Parade und dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) in Zug aussergewöhnlich viele Grossanlässe statt. Die ersten beiden Anlässe sind wiederkehrend, und SRZ greift bei ihrer Organisation auf langjährige Erfahrung zurück. Das ESAF hingegen war für alle Beteiligten ein Novum. SRZ arbeitete erstmals in dieser Grössenordnung ausserkantonal mit externen Partnern zusammen und war verantwortlich für die Koordination sämtlicher Sanitätseinsätze. Der Startschuss für die Planung des Einsatzes fiel schon viel früher: Am 23. August 2017 erteilte die Geschäftsleitung SRZ dem Organisationskomitee seine Zusage.

Team Einsatzplanung & Konzeption

Nebst den drei Grossanlässen erforderten weitere Veranstaltungen wie das Knabenschiessen, der Ironman und das Sechseläuten einen erhöhten Personal- und Planungsaufwand seitens SRZ. Vor allem die Mitarbeitenden von Sanität und Logistik sowie die Abteilung Einsatzplanung & Konzeption leisteten einen enormen Effort, um diese Anlässe neben dem Tagesgeschäft zu bewältigen. Anfang Jahr wurde aufgrund steigender Komplexität bei der Planung von Grossanlässen der Abteilung Einsatzplanung & Konzeption das neue Team Planung Grossanlässe gebildet, welches Pascal von Allmen leitet. Gemeinsam mit Daniel Allemann ist er seitens SRZ verantwortlich für die Planung sämtlicher Anlässe.

Im Interview mit «24h» blicken Basil Brühlmann, Abteilungsleiter Einsatzplanung & Konzeption, und Pascal von Allmen, Teamleiter Planung Grossanlässe, auf das ESAF zurück.

Vor welchen Herausforderungen standet ihr zu Beginn der Planung?

Basil Brühlmann: Die Gegebenheiten vor Ort waren für alle neu. Wir planten wortwörtlich auf einer grünen Wiese, da auf dem Festgelände noch nie ein Event stattgefunden hatte. Einerseits arbeiteten wir mit einem Organisationskomitee, das erstmals in dieser Konstellation ein Fest organisierte und die Abläufe von SRZ nicht kannte. Andererseits waren wir zusammen mit der Zuger Polizei, der Freiwilligen Feuerwehr Zug und dem Rettungsdienst Zug an über zwanzig BORS-Sitzungen (Behörden und Organisationen für Rettung und Sicherheit) beteiligt, an denen wir die Einrichtung des Tactical Operations Center (TOC) sowie die ganzen Führungsstrukturen und Abläufe festlegten.

Welches waren die grössten Schwierigkeiten bei der Planung?

Basil Brühlmann: Wir rechneten mit rund 400 000 Besucherinnen und Besuchern. Das grösstmögliche voraussehbare Problem war ein Verkehrskollaps auf den umliegenden Strassen und Autobahnen. Für dieses Szenario arbeiteten wir eine Eventualplanung aus, um der Bevölkerung von Zug jederzeit rechtzeitig Hilfe zukommen zu lassen. Ebenso mussten wir sicherstellen, dass die Einsatzkräfte, die aus der ganzen Deutschschweiz anreisten, auch bei einer Verkehrsüberlastung rechtzeitig ihre Schicht auf den Sanitätsposten antreten können. Dafür definierten wir in Zusammenarbeit mit der Armee mehrere Orte, an denen ein Superpuma notfalls hätte landen können, um die Einsatzkräfte ans ESAF zu fliegen.

«DIE INVOLVIERTEN MITARBEITENDEN LEISTETEN EINEN ENORMEN EFFORT, UM DIESE ANLÄSSE NEBEN DEM TAGESGESCHÄFT ZU BEWÄLTIGEN.»

Das ESAF fand im Kanton Zug statt, der zum Dispositionsgebiet der Einsatzleitzentrale (ELZ) von SRZ gehört. Wie funktionierte während des Anlasses die kantonsübergreifende Kommunikation mit der ELZ?

Basil Brühlmann: Wir richteten in Zug zusammen mit den anderen Blaulichtorganisationen einen Kommandoposten ein. Für die Kommunikation mit der ELZ in Zürich nutzten wir erstmals ein Videokonferenzsystem, um gemeinsame Rapporte abzuhalten. Diese Art der Kommunikation funktionierte sehr gut. Zudem setzten wir die von SRZ mitentwickelte App «SRZevent» ein. Diese ermöglichte der Führung, die Situation auf den Sanitätsposten in Echtzeit zu verfolgen und machte eine digitalisierte Patientenprotokollierung durch die Einsatzkräfte möglich.

Welches Fazit zieht ihr?

Pascal von Allmen: Aufgrund der Besonderheiten dieses Anlasses interessierte uns das Feedback der Beteiligten sehr. Deshalb baten wir alle externen Einsatzkräfte um ein schriftliches Feedback. Wir erhielten enorm viele positive und wertvolle Rückmeldungen. Die Einsatzkräfte von SRZ wünschten, aktiv Feedback zu geben. Dieses Angebot nahmen wir sehr gern an und organisierten in der Wache Zentrum eine Feedback-Runde mit den beteiligten Rettungskräften. Dieser Austausch war für beide Seiten enorm bereichernd. Das ESAF war aus unserer Sicht ein voller Erfolg.

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