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E-Prix: Auftrag erfüllt

Mit bis zu 220 Sachen sausten die Elektroboliden am E-Prix durch Zürich. Zehntausende Schaulustige wollten sich das Rennen im Juni auf keinen Fall entgehen lassen. Um bei Unfällen oder Verletzungen sofort eingreifen zu können, war SRZ hautnah dabei.

Pikettoffizier im Gespräch mit dem leitenden Notarzt

Am 10. Juni 2018 sausten elektronisch angetriebene Rennboliden mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 220 km/h auf einer 2,5 km langen Strecke durch die Zürcher Innenstadt: vom Kreis 2 dem Seebecken beim Hafen Enge entlang und wieder zurück. Bis es so weit war, hatten die Veranstalterin, Swiss E-Prix Operations, wie auch die städtischen Dienstabteilungen (inklusive SRZ) noch einiges zu tun. SRZ erhielt den Auftrag, gemeinsam mit der Veranstalterin die Sicherheit des Rennbetriebs zu gewährleisten, sprich die Sicherheit der Rennfahrer sowie der bis zu 100 000 erwarteten Zuschauerinnen und Zuschauer.

Akribisch vorbereitet

SRZ stellte innnerhalb, entlang und ausserhalb der Rennstrecke Rettungsmittel bereit.

SRZ hat zwar langjährige Erfahrung im Planen und Begleiten von Grossanlässen, ein Formel-E-Rennen unterscheidet sich aber doch in einigen Punkten von einer Street Parade oder dem Züri Fäscht. Bei der Planung wollte das Team Einsatzplanung & Konzeption von SRZ deshalb nichts dem Zufall überlassen. So fand ein Erfahrungsaustausch mit Einsatzkräften statt, die bereits ein E-Prix-Rennen im Ausland begleitet hatten. Wie immer bei Grossanlässen bat das Team Einsatzplanung & Konzeption im Vorfeld alle involvierten SRZ-Bereiche an einen Tisch, um anhand des Veranstaltungskonzepts die Planung zu starten. Ein wertvolles Zusammenspiel aller SRZ-Kräfte, das sich später auch im Einsatz bewähren sollte.

Mit der Planung des Einsatzdispositivs galt es für SRZ, diverse Herausforderungen zu meistern. Die Rennveranstaltung trennte vor allem den östlichen Teil der Stadt von den Rettungseinheiten der Feuerwehr ab. Deshalb verschob SRZ im Vorfeld – analog zu anderen Grossanlässen – einen Löschzug der Feuerwehr an die Unionstrasse im Osten von Zürich. Speziell und für SRZ neu war, dass Gebäude samt Bewohnerinnen und Bewohnern innerhalb der Rennbahn eingeschlossen waren. Feuerwehr und Rettungsdienst konnten sie von aussen nicht erreichen – zumindest nicht ohne Rennabbruch. Entsprechend mussten die Rettungseinheiten von Feuerwehr und Rettungsdienst so positioniert werden, dass im Notfall zeitnah interveniert werden konnte. Auch die Sicherheit der Personen im Rennbetrieb und der Besuchenden der verschiedenen Eventflächen – vor allem rund ums Arboretum bis hin zum Bellevue – musste jederzeit gewährleistet werden. Eine anspruchsvolle Aufgabe, da sowohl innerhalb, entlang und ausserhalb der Rennstrecke Rettungsmittel bereitgestellt werden mussten.

  

Im Rennzentrum

Ansicht aus der Luft

SRZ nimmt zwar eine führende Rolle im richtigen Umgang mit Elektrofahrzeugen ein, die Handhabung elektrischer Rennautos war aber eine neue Erfahrung. Damit die sogenannten «Race-Löschzüge» von SRZ das Bergungsteam der Veranstalterin im Ernstfall zielgerichtet unterstützen konnten, wurden die Feuerwehrleute speziell geschult. Auch für den Rettungsdienst war es eine neue Erfahrung, sich auf einem Rennterrain zu bewegen. Im Vorfeld wurde sichergestellt, dass die Rettungswagen innerhalb und entlang der gesamten Rennstrecke über die notwendigen Zufahrten verfügen – im Notfall hätte das Rennen aber abgebrochen werden müssen. Der Safety-Car-Check auf der Rennstrecke war deshalb auch für die Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter ein Novum.

Um sämtliche SRZ-Mittel steuern und im Notfall das Rennen unterbrechen zu können, nahmen der leitende Notarzt SRZ und die Pikettoffiziere von Sanität und Feuerwehr Einsitz in der Rennleitung, in einem Raum voller Bildschirme, ähnlich wie in einem Sportstudio. «Zum Glück», so der Pikettoffizier Feuerwehr, «musste das Rennen, das etwa eine Stunde dauerte, nicht unterbrochen werden. Das kurz vor Rennbeginn prognostizierte Unwetter zog an Zürich vorbei und auch im schwer zugänglichen Innenbereich der Rennstrecke kam es zu keinem Notfall.»

Am Rennsonntag standen 192 SRZ-Mitarbeitende im Einsatz, davon 100 Einsatzkräfte für den E-Prix. Auch wenn der E-Prix eine neue Herausforderung für SRZ war, verlief der Anlass ohne Probleme, nicht zuletzt wegen der akribischen Vorbereitung und des perfekten Zusammenspiels aller SRZ-Kräfte.

Übrigens: Wenige Tage vor dem Rennen liessen es sich der Gesamteinsatzleiter SRZ, der Fachspezialist Konzeption & Führungsunterstützung sowie der Pikettoffizier Feuerwehr nicht nehmen, die Rennstrecke mit dem Fahrrad abzufahren. Dies, um alle Eventualitäten in Betracht ziehen zu können und um nochmals alle möglichen Szenarien durchzugehen.

Rundstreckenrennen in der Schweiz

Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1955 knallte ein Rennwagen nach einer Kollision in die Abschrankung vor der Haupttribüne – 85 Menschen starben. Zwei Jahre nach dem Unglück verbot der Bundesrat öffentliche Rundstreckenrennen. 60 Jahre später, im Dezember 2015, entschied er aber, für Rennen im Rahmen der Formel-E-Meisterschaft eine Ausnahme zu machen, und erteilte die dafür notwendige Ausnahmebewilligung. Im Herbst 2017 gab dann die Zürcher Stadtregierung der Veranstalterin des E-Prix, Swiss E-Prix Operations, grünes Licht – vorausgesetzt, dass der Anlass komplett privat finanziert werde.

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