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Chronik Zivilschutz 1928 - 1938

 Zivilschutz-Schutzzeichen seit  1977
Zivilschutz-Schutzzeichen seit 1977

Diese Chronik beinhaltet einen Auszug aus dem Werdegang des Zivilschutzes.

Ist der Zivilschutz schon so alt, dass er geschichtlich erfasst werden kann?  Wenn man zur Beantwortung dieser Frage tiefer in die Materie eindringt, erkennt man, dass der Gedanke des Sichschützens so alt wie die Menschheit ist.  Es ist erstaunlich wenn man bereits im 15. Und 16. Jahrhundert von Massnahmen wie Feuerschutz, Brandbekämpfung, Vorratshaltung und baulicher Vorkehrungen liest, die sich ohne weiteres ins heutige Vokabular des Zivilschutzes übertragen lassen.  Den eigentlichen Ausschlag zu zielgerechten Schutz- Abwehr- und Bereitschaftsaktionen gab der Erste Weltkrieg.  In fast allen kriegsführenden Ländern und auch in der neutralen Schweiz wurden in der Folge der Begriff und Organisation des „Passiven Luftschutzes“ geschaffen. Der  Zweite Weltkrieg brachte Millionen Menschen  den Tod und legte ganze Länder in Trümmer.  Damit hatte auch die Geburtsstunde der „Zivilverteidigung“, des Zivilschutzes geschlagen.

Im einzigen Zivilschutz-Museum der Schweiz treten Sie mit einer Führung von 100-120 Minuten eine unvergessliche Zeitreise an und erleben ein tiefes Stück Schweizer Geschichte.

1928 - 1938 Von der Geburtstunde des Luftschutzes bis zum Luftschutz-Merkblatt

1928

Geburtsstunde des Zivilschutzes: Die Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg, in dem erstmals auch die Zivilbevölkerung durch Flugzeuge in grossem Mass vom Krieg betroffen war, setzt der Bundesrat auf Empfehlung des Internationalen Roten Kreuzes eine „Eidg. Gasschutzkommission“ ein.

1928 empfiehlt eine internationale Konferenz von Sachverständigern, sich mit dem Schutz der Bevölkerung gegen den chemischen Krieg zu befassen. Im gleichen Jahr setzt der Bundesrat eine Kommission ein, die damit beauftragt wurde.

1930

Dezember: Private Tagung über die Kriegsgefahren

1931

Luftschutz-Landeskonferenz am 13. März: Vorschlag zur Schaffung einer zentralen Luftschutz-Studienstelle.

Gründung: "Lique suisse contre le péril aéro-chimique" am 10. Juni 1931.

Luftschutz-Landeskonferenz im November 1931 


1933

Konferenz der Eidgenössischen Gasschutz-Konferenz mit Vertretern der Kantone im Dezember 1933.

Die Eidg. Gasschutzkommission wird nach einer Verordnung des Bundesrates in „ Eidg. Luftschutzkommission" umbenannt.


Schaffung der Eidgenössischen Gasschutz-Studienstelle.

1934

Zeitschrift "Luftschutz"
Zeitschrift "Luftschutz"

Am 26. September ist die Gründung des Zürcherischen Luftschutzverbandes.

Am 29. September nimmt die Bundesversammlung den Bundesbeschluss betreffend dem Passiven Luftschutz der Zivilbevölkerung an. Dieser wird als dringlich erklärt und sofort in Kraft gesetzt.

Unter dem Protektorat des hohen Gesamt-Bundesrates ist in Zürich vom 12. - 28. Oktober die Luftschutz-Ausstellung.

Luftschutz-Ausstellung
Luftschutz-Ausstellung

Unter Mithilfe des Bundes wird am 3. November der Schweizerische Luftschutzverband (SLV) gegründet. Gleichzeitig wird das Organ des Verbandes, die illustrierte Monatszeitschrift "Luftschutz" geschaffen.

Der Bundesrat beschliesst am 16. November die Durchführung eidgenössischer Instruktionskurse zur Ausbildung von kantonalem Personal für den passiven Luftschutz.

Aufbau einer Luftschutz-Wanderausstellung. Gemeinschaftarbeit zwischen Stadt, Kanton Zürich und Bund im Sommer 1934.

1935

Erste Verordnung des Bundesrates am 29. Jan. über die Bildung örtlicher Luftschutzorganisationen.

Erste Probeverdunkelung am 18. Mai in Dübendorf.

Im November gibt der Schweizerische Luftschutzverband die Monatszeitschrift "Luftschutz" heraus.

1936

Monatszeitschrift "Protar"
Monatszeitschrift "Protar"

Bundesrat Rudolf Minger erlässt im Februar 1936 einen Aufruf an das Schweizervolk: Luftschutz ist Gebot!. Darin wird die Bevölkerung aufgerufen, dem 1934 gegründeten Schweizerischen Luftschutzverband beizutreten und lokale und regionale Luftschutzverbände zu gründen. Der Verband hat zum Ziel, die Bevölkerung über die Gefahren eines Luftkrieges und die geeigneten Schutzmittel aufzuklären.

Schutzraumleben
Schutzraumleben (Foto: Bundesamt für Bevölkerungsschutz)

Luftschutzkeller sind provisorische Einrichtungen. Als Material wird oft Holz verwendet, Filteranlagen sind nur selten vorhanden. Im Juli werden die ersten technischen Richtlinien für den baulichen Luftschutz erlassen.
Der Schweizerische Luftschutzverband hat die hohe und verantwortungsvolle Aufgabe, hinsichtlich Organisation und Aufklärung im Sinne des Selbstschutzes übernommen.

3. Juli: Verfügung des EMD betreffend Verdunkelung in der Schweiz.

18. September: Auf Grund der Verordnung über den Alarm im Luftschutz wird mit dem systematischen Aufbau des Sirenennetzes begonnen.

Information an die Bevölkerung
Information an die Bevölkerung

Am 10. November beschliesst der Bundesrat die Schaffung einer besonderen Abteilung für Passiven Luftschutz innerhalb des Eidgenössischen Militärdepartementes.

Das Schweizerische Rote Kreuz gibt die Schweizerische Monatsschrift für den Luftschutz der Zivilbevölkerung genannt Protar heraus.

Die Bevölkerung der Stadt Zürich wird luftschutzpflichtig.

1937

Verkaufsstelle für Gasmasken
Verkaufsstelle für Gasmasken

Bundesbeschluss am 18. März betreffend Förderung baulicher Massnahmen im Passiven Luftschutz.

Im Mai kommen die ersten Zivilgasmasken auf den Markt.

Am 27./28. Sept. erfolgt die erste gesamtschweizerische Verdunkelungsübung.

Die Abteilung für Passiven Luftschutz verteilt in sämtliche Haushaltungen unseres Landes unentgeltlich ein umfangreiches Flugblatt über Sinn und Aufgabe des Luftschutzes. Dies orientiert über Sinn und Aufgabe des Luftschutzes und gibt Anleitungen, was der Einzelne für Schutzmassnahmen vorzukehren hat und wie er sich im Ernstfall verhalten muss.

Für die Bevölkerung wird eine Gasmaske geschaffen. Diese wird C-Maske genannt (C = civile) Der Vertrieb der subventionierten Maske zu Fr. 24.00, später Fr. 16.00 übernimmt der Schweizerische Apothekerverein. Mindestbemittelte hatten höchstens Fr. 6.00 zu bezahlen, oder sie wird ihnen später sogar kostenlos abgegeben.

1938

Luftschutz-Merkblatt
Luftschutz-Merkblatt

Am 1. November übernehmen zusätzlich zu den 322 Ladengeschäften des Schweizerischen Apothekerverbandes noch besondere Verkaufsstellen der luftschutzpflichtigen Gemeinden den Verkauf der Gasmasken.

Das amtliche Luftschutz-Merkblatt wird kostenlos in alle Haushaltungen verteilt.

Erste Herausgabe der "Sammlung der Eidgenössichen Luftschutzerlasse" durch die Abteilung für passiven Luftschutz des EMD.

Fliegeralarme: Der Anflug feindlicher Flugzeuge wird angekündigt durch das Zeichen Fliegeralarm: An- und abschwellender Sirenenton von drei Minuten. Ist der Fliegeralarm vorbei, so wird das Zeichen Endalarm gegeben: einheitlicher, hoher Sirenenton von drei Minuten.

Weitere Informationen

Führungen Zivilschutz-Museum